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Reisetipp Urlaub im kanarischen Frühling

Haben Sie schon Lust auf Frühling? Dann hat unsere Reiseexpertin einen guten Tipp für Sie: La Palma, die Insel des "ewigen kanarischen Frühlings". Und gerade im Januar und Februar ist die Insel ein lohnendes Reiseziel, denn jetzt beginnt die Mandelblüte. Ganz persönliche Tipps zu Unternehmungen, Übernachtungen und Kulinarik von Annette Eckl.

Stand: 20.01.2016 | Archiv

Das Besondere an La Palma

"La Palma zählt meiner Meinung nach zu Recht zu den schönsten Inseln der Welt und zum UNESCO Weltkulturerbe. Schwarze Lavastrände, die in der Sonne glänzen, Drachenbäume wie aus einer anderen Zeit, Märchenwälder mit kanarischen Kiefern, dicke Passatwolken, die sich über die Vulkane legen.

Der Ausbruch des Vulkans Teneguía 1971 hat beeindruckende Spuren hinterlassen: Staunend steht der Urlauber vor erkalteter, dunkler Lava, die sich bis ins Meer zieht. Wandern durch diese einmalige Landschaft ist einfach ein Traum, z. B. auf der Vulkanroute.

Auch die Pflanzenwelt ist überwältigend: Pflanzen, die wir in Bayern mühsam groß ziehen, wachsen hier mit einer Leichtigkeit in überdimensionaler Größe, z. B. Kakteen, Weihnachtssterne oder Strelitzien. Die Weihnachtssterne sind auf La Palma so groß wie Bäume! Mit das Schönste sind für mich aber die Drachenbäume, die auffallendste und charakteristischste Pflanze der kanarischen Inseln.

Auch Wanderer kommen auf der Insel voll auf ihre Kosten. In kurzer Distanz geht es z. B. von Meereshöhe auf über 2400 Meter auf den Roque de los Muchachos mit seiner berühmten Sternwarte und dem beeindruckenden Blick auf das benachbarte Teneriffa.

Die Inselhauptstadt Santa Cruz mit ihren farbenfrohen Häusern im Kolonialstil lädt zum Bummeln und Flanieren ein.

La Palma ist gerade jetzt im Januar und Februar ein lohnendes Reiseziel, denn die Temperaturen sind auch im Winter mild (um die 20° C) und um diese Zeit beginnt die beeindruckende Mandelblüte. Die Insel ist nicht überlaufen und jeder findet hier seinen Lieblingsplatz."

Wie kommt man nach La Palma?

Mit dem Flugzeug:
1 x wöchentlich Direktflüge von München oder Stuttgart nach Santa Cruz de la Palma.
Zudem gibt es viele Verbindungen mit einem Zwischenstopp.

Preis: ab ca. 200 Euro (außerhalb der Ferienzeiten)

Tipp:

Empfehlenswert ist die Anmietung eines Autos vor Ort.
Prinzipiell ist der Autoverleih in Spanien, im Vergleich zu anderen europäischen Urlaubsländern, momentan sehr günstig. Bei der Anmietung/Rückgabe am Flughafen gibt es Spezialtarife.

Was sollte man auf La Palma unbedingt unternehmen?

Wanderungen auf der Vulkanroute und zum spektakulären Vulkan San Antonio im feurigen Süden der Insel

"Die Vulkanroute (Ruta de los Volcánes) ist mit das Schönste und Beeindruckendste, was die Insel zu bieten hat. Los geht es am Rifugio del Pilar, einem großen Picknickplatz. Von dort aus wandern wir kilometerweit über die schönsten Krater mit atemberaubenden Tief- und Weitblicken. Von Fuencaliente aus führt ein gut ausgebauter Weg zum spektakulären Kraterrand des Vulkans San Antonio, der vor rund 340 Jahren heiße Asche und glühende Lava ausspuckte.

Die Gehzeit von Rifugio del Pilar nach Fuencaliente beträgt knapp 6 Stunden. Wer keine Lust auf diese lange, relativ anstrengende Tageswanderung hat, kann auch nur den Vulkan San Antonio erklimmen. Der Aufstieg dauert etwa 45 Minuten."

Tipp:

Auf La Palma ist es immer möglich, dass es am Strand 25° C hat und es in den Bergen zu einem blitzartigen Wetterumbruch mit Regen, starken Winden und Temperatursturz auf 10° C kommt. Das sollte nicht unterschätzt werden. Und es kann bis in den April hinein bis auf 1500 m hinab schneien bzw. stark regnen. Sehr zu empfehlen sind daher geführte Wanderungen, z. B. mit der Alpinschule Innsbruck und ihren motivierten, sympathischen Bergführern, die bestens mit den Wetterkapriolen der Insel vertraut sind und auch den Rücktransfer organisieren.

Kunst und Kakteen in Las Manchas

"Die Region Las Manchas ist unbedingt einen Besuch wert. Vor allem der wunderschöne Plaza La Glorieta hat mich fasziniert. Das ist ein Platz wie aus einem Märchen, inmitten erkalteter Lava, denn hier ist 1949 der Vulkan San Juan ausgebrochen und hat sich über den Ort bis ins Meer ergossen. Der Platz wurde in den 90er-Jahren von einem palmerischen Künstler mit Kakteen, verspielten Mosaiken und skurrilen Skulpturen gestaltet und ist eine Hommage an den spanischen Ausnahmekünstler Gaudí.

Gleich daneben gibt es ein Weinmuseum mit historischen Aufnahmen des Vulkanausbruchs und Weinverkostung, das sehr zu empfehlen ist. Ein Besuch in einem wunderschönen Lokal, das quasi in Vulkangestein gemeißelt wurde, rundet den Ausflug perfekt ab."

Der Nationalpark Caldera de Taburiente mit einem der größten, spektakulärsten Erosionskrater der Welt

"Der Nationalpark ist geprägt von wilden Bächen, Wasserfällen und einer immergrünen Landschaft mit den beeindruckenden kanarischen Kiefern. Den besten Überblick gibt es von der „La Cumbrecita“ auf 1287 m. Hier bestaunen wir den Kraterkessel mit rund 10 km Durchmesser und bis zu 1500 m hohen Felswänden. Der Rundweg mit vielen fantastischen Aussichtspunkten, wie den Mirador de las Chozas und den Mirador de los Roques dauert ca. 1 ½ Stunden (inklusive Fotopausen). Es ist mit das Spektakulärste, was die Insel zu bieten hat, nur leider oft nebelverhangen."

Tipp:

Organisieren Sie sich unbedingt im Centro de Visitantes de El Paso (Nationalpark Besucherzentrum) eine Genehmigung, da nur mit dieser die Zufahrt zur Cumbrecita möglich ist.“

Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf La Palma?

"Auf der sonnigen Westseite gibt es direkt am Meer gelegene Appartements mit Pool, z. B. in Tazakorte oder Puerto Naos, schon ab ca. 40 Euro/Nacht für zwei Personen.

Wanderhotels an der Ostküste, z. B. in Playa de los Cancajos, bieten Appartements für bis zu 3 Personen ab ca. 70 Euro/Nacht.

Fincas mit 2 Schlafräumen und Meerblick etwas oberhalb an der Küste, z. B. in Las Manchas, kosten für 2 Personen ca. 70 Euro/Nacht.

Zudem setzt La Palma auf den sogenannten "turismo rural", auf den ländlichen Tourismus. Das bedeutet, dass alte Bauernhäuser im inseltypischen Stil renoviert und dann an Urlauber vermietet werden."

Tipp:

Bedenken Sie bei der Auswahl der Unterkunft: Im Osten der Insel ist es häufig wolkig, während im Westen oft die Sonne scheint. Und je weiter es von der Küste nach oben geht, desto frischer wird es. In den Bergen ist es immer ein paar Grad kälter als an der Küste.

Welche kulinarischen Tipps hat Annette Eckl für die Insel?

"Unbedingt probieren sollte man auf La Palma die typisch kanarischen Papas arrugadas (in Salzwasser gekochte runzelige Kartoffeln, deren Haut inklusive der weißen Salzschicht gegessen wird). Die Kartoffeln werden mit verschiedenen Soßen angeboten. Immer ein Genuss sind auch die Gambas mit Knoblauch (al ajillo), Tomaten-Avocado-Salat, Napfschnecken (Lapas) oder die Piemientos, grüne salzige Paprika als klassische Tapas.

Die Nachspeisen sind sehr süß und kalorienreich, aber wahnsinnig gut, z. B. Flan (Karamellpudding).

Zudem gibt es auf La Palma ausgezeichneten Wein, z. B. den Teneguía, benannt nach dem 1971 ausgebrochenen Vulkan."


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