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Service Hauswirtschaft Pflegetipps für Kleidung aus Wolle

Wollkleidung kann beim Waschen und Trocknen schnell Schaden nehmen. Wenn Sie Wolle waschen möchten, sollten Sie daher einige Tipps beachten, die Ihnen heute Hauswirtschaftsmeisterin Christiane Klimsa gibt.

Stand: 03.02.2016

Pflegetipps für Kleidung aus Wolle | Bild: colourbox.com

Lüften statt waschen

Wolle ist von Natur aus pflegeleicht und muss gar nicht so häufig gewaschen werden wie viele glauben. Hängen Sie Wolltextilien, die z. B. nach Rauch, Essen oder Schweiß riechen, einfach über Nacht auf den Balkon oder die Terrasse. In der kühlen, feuchten Nachtluft regenerieren und reinigen sich die Fasern, denn durch die Feuchtigkeitsaufnahme schließen sich die Wollschuppen wieder und schieben dabei die Geruchs- und Schmutzpartikel heraus.

Wolltextilien waschen

Viele waschen ihre Wolltextilien mit der Hand, weil sie glauben, das würde die Wolle schonen. Das Gegenteil ist der Fall: Besser ist es, Wolle in der Waschmaschine zu waschen, da durch das mechanische Rubbeln und Kneten bei der Handwäsche die empfindlichen Fasern geschädigt werden können.

  • Waschen Sie Wolltextilien in der Maschine im Woll- oder Handwaschprogramm.
  • Der Wollwaschgang hat im Vergleich zu anderen Programmen eine geminderte Reibung, wodurch einer Verfilzung entgegengewirkt wird. Zudem hat er einen hohen Wasserstand, damit die Wolle ohne große Reibung gut umspült wird. Die maximale Wassertemperatur von 30°C in diesem Programm verhindert, dass die Wollfasern schrumpfen. Zudem hat das Wollwaschprogramm auch gleich die richtige Einstellung zum ganz leichten, auflockernden Schleudern. Wolle darf nämlich auf keinen Fall zu stark geschleudert werden.
  • Auch das Handwaschprogramm ist geeignet. Hier wird mit kaltem Wasser gewaschen.
  • Füllen Sie die Maschine maximal zur Hälfte, da die Wolltextilien sonst zu sehr aneinander scheuern und die Wolle verfilzt.
  • Wenn Sie die Wollkleidung in Wäschesäckchen geben, schützen Sie diese zusätzlich vor mechanischer Belastung.

Waschmittel

  • Verwenden Sie immer Wollwaschmittel, denn diese haben rückfettende Zusätze, die wie die natürliche Lanolinschicht (Wollfettschicht) der Wolle wirken und die Wolle wieder schön flauschig machen. Normale Waschmittel, auch Feinwaschmittel, sind zu entfettend und rauen die Wollfasern so stark auf, dass sie sich sehr leicht verfilzen und auch schrumpfen.
  • Bei der Handwäsche können Sie alternativ auch Haarshampoo verwenden, denn dieses hat ebenfalls rückfettende Wirkstoffe. Aber Achtung: Geben Sie Shampoo nie in die Waschmaschine, da es keine Schaumregulatoren beinhaltet und daher in der Maschine so aufschäumen kann, dass es unter Umständen in die Elektronik der Maschine eindringt und die Maschine kaputt macht!
  • Verwenden Sie auf keinen Fall Weichspüler, denn dieser kann die Fasern ausleiern.

Trocknen

  • Wenn die Wolltextilien nicht schon in der Maschine "artgerecht" geschleudert wurden, drücken Sie das nasse Kleidungsstück leicht und vorsichtig aus und rollen es dann in ein trockenes Frotteehandtuch ein. Wringen Sie Wolle nach dem Waschen auf keinen Fall aus.
  • Trocknen Sie Wollkleidungsstücke am besten liegend, damit sie sich nicht verziehen. Praktisch ist dafür ein Spannnetz, dass genau auf den Badewannenrand passt.
  • Pullis, die nicht so schwer sind, können Sie auch auf einen Kunststoffbügel mit Schulterrundungen aufhängen und die Ärmel hoch legen, damit diese sich nicht lang ziehen.
  • Drücken Sie die Bündchen immer etwas zusammen, damit die Elastizität erhalten bleibt.
  • Trocknen Sie Wolle nicht in der Sonne, auf der Heizung oder im Wäschetrockner.

Tipp: Hilfe gegen Pilling (Knötchenbildung)

Überbügeln Sie alle Wollsachen kurz, denn dadurch werden die Wollfasern geschlossen, was die Pillinggefahr sehr mindert. Zudem werden jegliche Keime, die eventuell auf den Fasern sitzen, thermisch abgetötet. Punkteinstellung am Bügeleisen: zwei = 150°C an der Lauffläche. Haben sich bereits Knötchen gebildet, können diese mit einem Wollrasierer abgeschnitten werden.


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