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Service Rat & Recht Ab Februar wird die IBAN Pflicht

Der einheitliche europäische Zahlungsraum wird ab dem 1. Februar 2016 vollzogen. Ab dann ist es Pflicht, dass jeder Bankkunde bei einer Überweisung die 22-stellige IBAN-Nummer angibt. Wofür dieses Ziffern-Ungetüm gut ist und was sich ändern wird, erklärt Rechtsanwalt Markus Saller.

Stand: 25.01.2016

Ein Überweisungsträger mit dem Feld für die IBAN | Bild: colourbox.com

Sinn und Nutzen der IBAN

Bisher hatte jedes europäische Land ein eigenes Kennzeichnungssystem für Bank und Kundenkonto. Die IBAN (International Bank Account Number) soll diese unterschiedlichen Kontonummern innerhalb von Europa vereinheitlichen und der Zahlungsverkehr damit grenzüberschreitend standardisiert und beschleunigt werden.

Dem einheitlichen Zahlungsraum, genannt Sepa (Single Euro Payments Area), haben sich neben den 28 EU-Nationen auch Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen sowie die Schweiz angeschlossen.

Änderungen für Bankkunden ab dem 1. Februar

In den letzten beiden Jahren konnten Privatkunden in einer Art Übergangsphase zwischen Kontonummer/Bankleitzahl und IBAN wählen. Die Banken mussten dann die Daten auf IBAN übertragen. Das ist ab dem 1. Februar aber vorbei. In ganz Europa wird die IBAN Gesetz. Das heißt konkret, dass Banküberweisungen mit den alten Kontonummern nicht mehr entgegengenommen werden dürfen. 

Alte Überweisungsvordrucke

Überweisungsvordrucke, die lediglich ein Feld für Kontonummer und ein Feld für Bankleitzahl haben, sind ab dem 1. Februar ungültig. Bankkunden müssen sich daher neue Vordrucke mit IBAN besorgen. Beim Online-Banking geschieht die Umstellung automatisch. Aber auch hier gilt: es muss die IBAN eingegeben werden. Nur mit Kontonummer und BLZ lässt sich keine Überweisung mehr durchführen.

Kontonummer und Bankleitzahl bleiben in der IBAN bestehen

Denn die neue Einheitsnummer setzt sich u. a. aus der Kontonummer und der Bankleitzahl zusammen:

  • Ländercode für Deutschland
  • zweistellige, individuelle Prüfziffer
  • Bankleitzahl
  • Kontonummer (Bei Kontonummern, die weniger als zehn Stellen haben, werden an den Anfang Nullen gesetzt)

Prüfziffer

Die Prüfziffer in der IBAN hat den Sinn, falsch ausgefüllte Überweisungen (z. B. durch einen Zahlendreher) zu erkennen und zu verhindern. Grund: Die Prüfziffer wird durch eine spezielle Formel aus den restlichen IBAN-Ziffern generiert. Stimmt die Prüfziffer also mit dem Rest nicht überein, wird die Überweisung vom Bankinstitut aufgehalten.

Wie man seine IBAN erfährt

  • Sie steht auf dem Kontoauszug.
  • Sie steht auf neueren EC-Karten.
  • IBAN-Rechner im Internet ermittelt durch Eingabe der Bankleitzahl und der Kontonummer die IBAN.
  • Erfragen Sie die IBAN bei Ihrer Bank.

Daueraufträge

Besteht ein Dauerauftrag bereits, so müssen Sie hierfür nicht extra die IBAN angeben. Dies übernimmt automatisch die Bank. Für alle Daueraufträge, die ab dem 1. Februar 2016 eingerichtet werden, gilt allerdings: Die IBAN des Empfängers muss angegeben werden.

BIC

BIC ist die Abkürzung für Bank Identifier Code (auch gebräuchlich: SWIFT, Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) und besteht aus einer Kombination aus 11 Buchstaben und Zahlen. Sie entspricht innerhalb Europas der Bankleitzahl. Diese BIC muss im einheitlichen europäischen Zahlungsraum Sepa allerdings nicht mehr angegeben werden. Nötig ist nur noch die IBAN.


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