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Hotel für Wildbienen Werkzeug-, Materialliste und Bauanleitung

Vielen Wildbienenarten fehlen Nistplätze. Um die Insekten zu schützen, zeigen Moderatorin Sabine Sauer und unsere Gartenexpertin Brigitte Goss, wie Sie selbst ganz leicht ein "Hotel" für die Wildbienen bauen können. Und keine Angst: Wildbienen halten sich von Menschen und vom Essen fern und sind im Vergleich zu Honigbienen winzig klein.

Stand: 16.06.2017

Kinderstube für Mauerbiene & Co.

Eigene Bienen im Garten und auf dem Balkon lassen sich mit wenig Aufwand ansiedeln. Man muss nur geeignete Nistplätze und Nahrung für die Solitärbienen bereitstellen. Übrigens: Wildbienen sind unersetzlich. Die Bestäubungsrate der Wildbienen ist um ein Vielfaches höher, als die der Honigbienen. Ab März schlüpfen beispielsweise die Mauerbienen. Sie sind auch bei niedrigen Temperaturen unterwegs. Ein Mauerbienenweibchen erbringt eine Bestäubungsleistung von 80 bis 300 Honigbienen. Mauerbienen sind standorttreu und fliegen verschiedene Blüten an. Sie fliegen - je nach Art - nur 500 bis 900 m, was nicht weit ist. Deshalb ist es wichtig, neben den Nistmöglichkeiten auch ein passendes Nahrungsangebot bereitzustellen.

Wildbienen legen - je nach Art - mehrere Eier mit Nahrungsangebot wie Pollen hintereinander an und verschließen jede Zelle. Im Laufe des Sommers entwickeln sich dann die Larven. Bis in den Herbst haben sich fertige Insekten entwickelt. Sie überwintern. Wichtig: Die Nisthilfe kann so im Freien stehen bleiben und muss im Winter nicht vor Kälte geschützt werden. Lediglich ein Nässeschutz ist wichtig.

Tipp von Brigitte Goss

Oft werden in Bienenhotels Bereiche mit Rindenstücken und Tannenzapfen angelegt. Doch darin sind kaum Insekten - außer mal eine Spinne - zu finden. Schneckenhäuser werden ebenfalls nicht besiedelt. Sie gehören auf den Boden, denn Mauerbienen, die in Schneckenhäusern nisten, graben ihr Schneckenhaus zum Schutz in die Erde ein.

Materialliste

  • Holzkiste als Rahmen für Nisthilfen
  • Alte Dachziegel zum Schutz vor Nässe
  • Hasengitter zum Schutz gegen Vögel
  • Hartholzblöcke, mind. 6 cm tief (Laubhölzer wie Buche, Apfel). Weichholz wie Fichte oder Kiefer ist rau und kann quellen. (Brigitte verwendet gerne alte Eichenbalken aus Abbruchhäusern, die in Stücke geschnitten werden.)
  • Schilfrohr
  • Bambus
  • Dachpappe
  • Plastikrohr oder Konservendose
  • Gips, um die Halme in der Dose zu fixieren

Bauanleitung

  • Das Holz sollte mindestens ein paar Monate abgelagert sein.
  • Die Löcher am besten ins Langholz und nicht ins Hirnholz machen.
  • Die Durchmesser der Bohrlöcher sollten 3 bis 10 mm betragen.
  • Die Bohrgänge sollten 5 bis 10 cm tief sein; wichtig: nicht durchbohren!
  • Die Bohrlöcher abschleifen, denn sie dürfen nicht ausgefranst sein. Wildbienen meiden ausgefranste Löcher, da sie dort ihre Flügel verletzen könnten.
  • 6 bis 10 cm lange, trockene Rohrstängel dicht hinter einem "Knoten" schneiden (natürlicher Verschluss).
  • Mit Dachpappe als Regenschutz umwickeln, als Bündel in ein Plastikrohr oder in eine Konservendose stecken.

Standort

  • Der Standort sollte sonnig sein.
  • Stellen oder hängen Sie die Kiste so auf, dass die Hölzer nicht nass werden.
  • Ein Dachüberstand darf nicht zu breit sein, ansonsten fliegen die Wildbienen nicht zu.
  • Stellen Sie die Kiste nicht bodennah auf, da sich sonst Ameisen an die Wildbienenbrut machen könnten.

Nisthilfen für Bienen

  • Drei Viertel aller Wildbienenarten nisten im Boden. Fachleute haben festgestellt, dass diese Wildbienen sogar in Kübeln und Balkonkästen nisten. In Gefäßen mit klassischer, torfhaltiger Blumenerde nisten sie allerdings nicht. Dazu sollte sandige Erde oder Erde aus Gartenerde, mit Sand vermischt, verwendet werden.
  • Bepflanzen Sie das Gefäß nur wenig.
  • An einem warmen, sonnigen Platz dürften sich bald Wildbienen einfinden.

Bei Wildbienen besonders beliebte Pflanzen


  • Natternkopf
  • Glockenblumen
  • Malven
  • Katzenminze
  • Fetthennen
  • Mauerpfeffer
  • Storchschnabel
  • klassische Bauerngartenblumen

Hier finden Sie weitere bienenfreundliche Pflanzen


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