BR Fernsehen - Vereinsheim


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Constanze Lindner im Interview Vom Gute-Laune-Trank ins Wohnzimmer

Das Publikum kennt die gebürtige Münchnerin Constanze Lindner vor allem als Kabarettistin („Die Komiker“) und Schauspielerin („Wickie und die starken Männer“, „München 7“). Jetzt übernimmt Constanze die Moderation des „Vereinsheim Schwabing“. Im Interview erzählt sie u. a., worin das Geheimnis ihrer - fast - immerwährenden guten Laune liegt.

Von: Jessica Lepke

Stand: 04.04.2016

Constanze Lindner im Vereinsheim Schwabing | Bild: BR/Ralf Wilschweski

Wenn Du ans Vereinsheim denkst, was fällt Dir dazu ein?

Wohnzimmer. Das Vereinsheim ist für mich das totale Wohnzimmer.

Du bist eigentlich ein totaler Bühnenmensch, jetzt moderierst du das Vereinsheim im BR Fernsehen. Wie kam es dazu?

Weil es einfach gepasst hat. Es gibt Momente im Leben, bei denen es einfach stimmt. Ich moderiere ja auch schon den Blickpunkt am Montag im Vereinsheim und habe da großen Spaß!  Und als die Frage kam, ob ich auch die BR-Sendung im Vereinsheim moderieren mag, dachte ich mir natürlich: „Klar, bin ich dabei! Super!“

Du sagst, du bist ein Menschenfreund. Wie zeigst du das?

Ich gehe positiv an alles ran! Da hab ich Glück gehabt und schon von Geburt an ein fröhliches Gemüt mitbekommen! Ich sag ja immer, dass ich als Kind in einen Gute-Laune-Trank gefallen bin, das reicht wahrscheinlich für zwei Leben. Ich werde meinen Körper mal der Forschung spenden, man kann aus mir wunderbar ein Antidepressivum machen, zumindest aus meinem Blut. (lacht)

Kannst du auch anders?

Selten, ich hab eine sehr hohe Schmerzgrenze. Was ich aber überhaupt nicht leiden kann, ist, wenn es unfair wird oder wenn jemand nicht authentisch ist. Wenn ich mal richtig sauer werde, dann kracht es kurz, aber ich bin überhaupt nicht nachtragend.

Was hat deinen Charakter geprägt?

Ich bin ein klassisches Scheidungskind, hatte aber eine sehr spannende Kindheit. Meine Eltern haben beide in der Fernsehbranche gearbeitet und ich durfte oft mit - ins Theater, Kabarett oder ins Studio. So gab es viele Begegnungen mit ganz unterschiedlichen  Menschen. Ich bin als Kind schon immer offen auf andere Menschen zugegangen, habe nie gefremdelt. Das hat mich geprägt. Bei uns war es natürlich auch nicht immer leicht, aber in Zeiten, in denen ich traurig war oder etwas nicht so gut geklappt hat, hatte ich das große Glück, liebe Menschen um mich zu haben, die mich aufgefangen haben.

Beschreibe die wichtigsten Stationen deines Lebens in Kürze.

Schule war‘s nicht! Haha ... Die hab ich halt durchgezogen!
Ich hatte viele Stationen, aber die wichtigste Station ist mein jetziger Beruf. Ich liebe meinen Beruf, das ist für mich fast schon wie Urlaub, wenn es auch natürlich schon anstrengende Phasen gibt.

Wie hast du den Einstieg geschafft?

Eine wichtige Station war der „Wahre Grand Prix“. Da waren wir Vorreiter und haben ein riesiges Schlager-Revival ausgelöst. Daraufhin bin ich zu einer Plattenfirma gegangen und hab gefragt: Wie kann man eine CD produzieren und wie läuft das mit Presse und Marketing? Ich bin denen dann so lange auf die Nerven gegangen, bis sie mir ein Praktikum gegeben haben. Und dann hab ich sechs Jahre dort gearbeitet und sehr viel über die Branche gelernt. Ich war immer ein Quereinsteiger.

Aber richtig ernst mit der Bühne wurde es, als ich in der Drehleier beim „Variete Spectaculum“ gespielt habe. Davon war ich schon als Kind Fan. Dort habe ich den Christian Springer kennengelernt und von da an war ich schnell im Kabarett-Ensemble der Drehleier. Helmut Schleich hat mich dann auf der Bühne gesehen und für die „Spezlwirtschaft“ vorgeschlagen, dann kamen „Der Watzmann“, „Die Kuh, die wollt ins Kino gehen“, „Das weiße Rössl“, „Der nackte Wahnsinn“.

Ein alter Bekannter im Vereinsheim: Schankkellner Björn Puscha

Was gefällt dir an deinem neuen Job?

Dass ich so sein kann, wie ich bin. Das ist für mich das größte Geschenk. Als wir die erste Besprechung für die Sendung hatten, hab ich gefragt, was meine Aufgabe ist und alle haben gesagt: „Bleib so, wie Du bist!“.  Wo wird einem so etwas schon gesagt? (lacht) Das ist der Knaller und ich weiß, hier bin ich richtig!

Was haben wir von dir als Moderatorin zu erwarten?

Ich kann nur sagen, ich bin ich und ich stehe authentisch auf der Bühne und lasse meine Gäste hochleben. Wir werden viel Spaß haben, das weiß ich. Und dem Publikum im Vereinsheim und zu Hause geht es hoffentlich genauso.

Was willst du unseren Zuschauern noch mit auf den Weg geben?

Ich freue mich total auf ganz viele Vereinsheim-Sendungen mit unglaublich grandiosen, schrägen, liebenswürdigen und brillanten Gästen. Bitte besucht mich alle einmal in meinem Wohnzimmer und dann machen wir es uns gemütlich - im Vereinsheim mit mir!


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