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Wunderwaffe gegen Krankheiten Aronia-Beeren aus dem Allgäu

Die nordamerikanische Aronia, auch Apfelbeere genannt, gilt als Wunderwaffe gegen unzählige Krankheiten und soll sogar gegen Zellalterung und Krebs helfen. Ein findiger Bauer aus dem Allgäu ist von der Aronia-Beere so überzeugt, dass er vor drei Jahren eine Plantage anlegte. Wir haben nachgeschaut, was aus seinen Pflanzen und Früchten geworden ist.

Von: Monika Sarre-Mock

Stand: 02.09.2015

Ursprünglich stammt die Aronia-Pflanze aus dem östlichen Nordamerika und kam im 19. Jahrhundert nach Russland. Dort wird sie seit rund 50 Jahren erfolgreich zu Heilzwecken genutzt. Wegen der vielen Vitamine und wertvollen Inhaltsstoffe gilt die Apfelbeere als äußerst gesund. Auch Diabetiker vertragen Aronia recht gut, denn der Saft enthält Sorbit. Um dies zu verarbeiten, braucht der menschliche Körper kein Insulin.

Wie schmeckt die Aroniabeere?

"Sie ist nicht so süß wie andere Beeren ... hat einen leicht apfelartigen Nachgeschmack und ein bisschen Säure. Ich find's gut."

Wolfgang Wörle, Biobauer aus Buchloe, OT Honsolgen, Lkr. Ostallgäu

Standortbedingungen

Die Aronia-Pflanze gilt als sehr robust und ist resistent gegen Schädlinge. Die anspruchslose Pflanze ist winterhart und kommt auch mit fast allen Böden zurecht. Nur schwerer Lehmboden sollte idealerweise mit Sand oder Kies vermischt werden. Grundsätzlich benötigt Aronia keinen Dünger. Auch höhere Lagen bis 900 Meter machen der Pflanze nichts aus. Aronia-Pflanzen wachsen als Sträucher und werden bis zu zwei Meter hoch. Der Zuwachs liegt bei rund 30 cm pro Jahr.

Der ideale Pflanzzeitpunkt sind die Monate März bis Mai. Wenn es keinen Frost gibt, kann auch während der Monate September bis Dezember gepflanzt werden. Je sonniger der Standort, desto reicher wird die Aronia-Pflanze tragen. Die erste gute Ernte ist nach drei Jahren zu erwarten. Die Beeren sind ungefähr ab Mitte August bis in den Oktober hinein erntereif und etwa zwei Wochen lang lagerfähig.

Pionierarbeit im Allgäu

Wolfgang Wörle misst den Zuckergehalt der Früchte.

Hierzulande werden die Beeren unter anderem bereits in Franken erwerbsmäßig angebaut. Nun haben sie ihren Weg auch ins Ostallgäu gefunden: Wolfgang Wörle, Biobauer im Nebenerwerb aus Buchloe, Ortsteil Honsolgen, ist seit einigen Jahren Diabetiker. Dadurch stieß er auf die Aronia - und war so begeistert von dieser Frucht, dass er sich 2012 dafür entschied, eine zwei Hektar große Plantage mit 7.000 Sträuchern anzulegen. Aronia-Händler Ingmar Kaufmann hat Wolfgang Wörle bei der Anschaffung und Pflanzung beraten. Nach drei Jahren kann nun erstmals geerntet werden. Aber ist die Apfelbeere schon süß genug? Gemessen wird der Zuckergehalt des Saftes in Oechsle. Der Wert liegt bei 80, für die Aronia ist das perfekt - obwohl die Bedingungen diesen Sommer ungünstig waren: Ende Juni gab es einen kurzen Hagelschauer, dazu kam die Trockenheit bis Mitte August. Das Rotwild stellt ein generelles Problem dar: Die Tiere mögen die Früchte nämlich auch sehr gerne.

Auch Selbstpflücker dürfen ran

Die Erntemaschine wurde eigens aus Polen importiert.

Dieses Jahr kann endlich zum ersten Mal geerntet werden - mithilfe einer speziellen Erntemaschine, die eigens aus Polen importiert wurde. Anschaffungskosten: 23.000 Euro. Da die Maschine die untersten Beeren jedoch nicht erreicht, stehen die verbleibenden Früchte nach der Ernte für Selbstpflücker zur Verfügung - 1 kg kostet 4,50 Euro.

Durchwachsene Erntebilanz

Auch wenn die Qualität der Früchte einwandfrei ist: von der Erntemenge sind die Wörles enttäuscht. Wegen der Trockenheit wird der Ertrag wohl nur bei einer Tonne liegen - gehofft hatte man auf die doppelte Menge. Somit ist die Menge zu gering, um sie in einer großen Maschine zu Saft zu pressen. Doch die Früchte lassen sich auch anderweitig verarbeiten:

"Wir trinken es ganz gerne, jeden Morgen so ein kleines Glas, oder verbacken es als Muffins, als Tee, für Smoothies, oder ins Müsli rein, aber eingeweicht. Dann vom Strauch gepflückt oder halt als Marmelade. Vom Gesundheitsaspekt tipptopp."

Ines Wörle

Kontakt:

Wolfgang Wörle, Biobauer
Im Kreuzacker 1, 86807 Buchloe, Ortsteil Honsolgen
Telefon: 0172 / 8431969


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