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Schauspieler Thomas Darchinger

Thomas Darchinger ist einer der Lieblingsbösewichte im deutschen Film und einer der renommiertesten Sprech- und Erzählstimmen des Landes. Bereits während seiner Theaterzeit wird er für den Film entdeckt, bekommt für seine Rolle in der „Löwengrube“ 1992 den Adolf-Grimme-Preis. Er spielt in über 130 Produktionen mit. Darchinger engagiert sich aber auch für ein größeres Demokratie-Verständnis bei jungen Menschen. Dafür geht er mit seinem Projekt „Das andere Leben“ in die Schulen. Aktuell ist er zudem mit seinem Programm „A gmade Wiesn“ im Freistaat auf Tour.

Stand: 18.05.2017

portrait | Bild: picture-alliance/dpa

Thomas Darchinger wird im Mai1963 in Neuburg an der Donau geboren. Er wächst in Herrsching am Ammersee auf und geht seine ersten Schritte auf der Bühne im Schultheater. In einer Persiflage auf die „Dreigroschenoper“ spielt er einen Piraten. Nach dem Abitur jobbt er als Schlafwagenschaffner und finanziert sich damit einen Trip nach Amerika.

Der Weg zur Schauspielerei

Zurück aus den USA zieht es ihn nach München. Er nimmt Schauspiel- und Sprechunterricht und beginnt seine Laufbahn 1985 am Pathos Transport Theater. Seine Mutter kommentiert das damals mit dem Satz: „Auf dich werden's gewartet haben.“ Fünf Jahre später verlässt er die Truppe, arbeitet im In- und Ausland an verschiedenen Häusern, um dann 1993 seine eigene Kompagnie zu gründen, das Theater „d-formation“. In dieser Zeit macht er sich auch als Autor und Regisseur einen Namen.

Vom Theater zum Film

Durch seine Auftritte auf der Bühne werden Filmregisseure auf Darchinger aufmerksam. 1989 spielt er in der Simmel-Verfilmung „Mit den Clowns kamen die Tränen“ unter Reinhard Hauff. Ein Jahr später steht er als Maxi Grandauer in der „Löwengrube“ vor der Kamera. Zusammen mit den anderen Hauptdarstellern wird er dafür 1992 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Der Lieblingsbösewicht im deutschen Film

In über 130 Filmen hat Thomas Darchinger bisher mitgewirkt – selten als Liebhaber, dafür oft als Verbrecher und Mörder, u.a. im „Tatort“, im „Polizeiruf 110“ und bei den „Rosenheim Cops“.

"Ich bin wahrscheinlich im Leben zu nett - und deswegen der ideale Bösewicht, weil man mir den bad guy nicht gleich ansieht."

(SZ, 08.09.15)

Außerdem spielt er in „München 7“ und in dem Kinofilm „Willkommen bei den Hartmanns“, der die Flüchtlingskrise in Deutschland thematisiert. Auch für internationale Produktionen wird er gebucht und arbeitet als Synchronsprecher u.a. für „Lara Croft: Tomb Raider“ und „Game of Thrones“.

Engagement für die Demokratie

Neben der Schauspielerei engagiert sich Thomas Darchinger aber auch für die Demokratie. Er will u.a. mit seiner Lesung „Das andere Leben“ das demokratische Bewusstsein der Jugend fördern und tritt zusammen mit Wolfgang Lackerschmid an Schulen in ganz Deutschland auf.

"Die freiheitliche Demokratie ist heute eine Selbstverständlichkeit. Genau so darf man aber nicht denken“, gibt Darchinger den Schülern mit auf den Weg. „Plädiert für Respekt und Offenheit - und schützt unsere Freiheit."

(HAZ, 29.09.16)

Aktuell hat er „GUT, MENSCH!“ initiiert – ein alle drei Monate stattfindendes Podiumsgespräch mit Experten und Machern. Diskutiert wird über Zukunfts-Perspektiven für unsere Welt. Es geht um Ernährung, um Wirtschaft, Bildung und Gesellschaftsformen, um Umweltschutz und die Finanzwelt.

"Wir können auch anders, als die Erde und unsere Zukunft mit Füßen zu treten."

(gut-mensch.net)


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