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Himmlische Kristalle Schneeforschung an der Uni Regensburg

Wenn es schneit, dreht sich die Welt ein wenig leiser. Denn Neuschnee absorbiert Schall. Das ist nur eines der Phänomene, mit denen sich die Schneeforscher der Uni Regensburg beschäftigen.

Stand: 09.01.2016

Schnee ist nicht gleich Schnee. Das gilt auch für die Schneekristalle. In unzähligen Formen gibt es diese Meisterwerke der Natur. Kein Schneekristall gleicht dem anderen bis ins kleinste Detail. Jeder ist ein individueller Brief aus dem Himmel.

Sechseckige Naturphänomene

Eine der Formeln für Schnee

Nur an ein Grundmuster hält sich die Formenvielfalt: Sämtliche Kristalle sind mehr oder weniger sechseckig. Die komplexen Bedingungen, unter denen die unterschiedlichen Kristallformen entstehen, geben der Wissenschaft aber weiterhin Rätsel auf. Wie viele Naturphänomene lassen sich auch Schneekristalle mit mathematischen Formeln beschreiben.

Drei kurze Formeln für die Magie der Schneekristalle

Professor Harald Garcke von der Uni Regensburg hat gemeinsam mit Kollegen die richtigen Gleichungen gefunden. Hinter drei kurzen, auf den ersten Blick simplen Formeln versteckt sich die Magie der Schneekristalle. Außerdem ist es ihnen gelungen, das Wachstum von Schneekristallen am Computer zu simulieren.

Die Gestalt der Kristalle hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.

Welche Gestalt Schneekristalle haben, hängt von der Temperatur und von der Luftfeuchtigkeit ab. Bei tiefen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit entstehen keine außerordentlich spektakulären Formen. Meistens bilden sich dann winzige sechseckige Säulen oder Plättchen. Steigt bei niedrigen Temperaturen aber die Luftfeuchtigkeit, so bilden sich Seitenarme, aus denen wieder Seitenarme herauswachsen – diese komplexen und verzweigten Muster nennt man Dendriten.

Forschung für Halbleitertechnologie, Solarindustrie und mehr ...

Kristallwachstum spielt für viele Anwendungsgebiete eine wichtige Rolle. Beispiele sind etwa das Wachsen von Kristallen in der Halbleitertechnologie und der Solarindustrie oder aber die Erstarrung von klassischen Werkstoffen wie zum Beispiel Eisenlegierungen aus der Schmelze. Für die Entwicklung neuer Verfahren in diesen Bereichen hofft man schon lange auf ein besseres Verständnis des Kristallwachstums.


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