BR Fernsehen - Querbeet

Arzneipflanze des Jahres 2017 Hafer

Wir haben die heutige Querbeet-Sendung den Pflanzen des Jahres 2017 gewidmet. So geht’s in der Moderation um die Arzneipflanze des Jahres, den Hafer. Gemeinsam mit Dr. Johannes Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin nimmt Sabrina Nitsche im Freilandmuseum Bad Windsheim das wirkungsvolle Süßgras näher unter die Lupe.

Stand: 19.07.2017

Hafer: Arzneipflanze des Jahres 2017 | Bild: BR

Warum der Hafer?

Die Forschergruppe Klostermedizin hat sich ganz bewusst für ein Süßgras entscheiden. Denn gerade in Zeiten, in denen Weizen schier out zu sein scheint und Kohlenhydrate als verpönt gelten, war es den Forschern wichtig, ins Gedächtnis zu rufen, dass auch Getreide heilsam sein kann. Und das kann der Hafer gleich auf unterschiedliche weisen. Innerlich angewendet sorgen die im Hafer enthaltenen Ballaststoffe dafür, dass Blutfette schneller abgeführt und Zuckerverbindungen langsamer aufgenommen werden. Letzteres ist vor allem für insulinpflichtige Diabetiker reizvoll, da diese durch das regelmäßige Abhalten von sogenannten Hafertagen – also Tagen, an denen überwiegend Hafer gegessen wird – ihre Insulinzufuhr senken können. Außerdem ist Hafer gut für alle, die auf eine schlanke Linie achten möchten, da er sehr energiehaltig ist und nachhaltig satt macht. Auch Menschen mit Zöliakie können vom Hafer profitieren. Viele mit dieser Erkrankung vertragen nicht kontaminierten Hafer, der gesondert für sie angebaut wird, sehr gut. Menschen, die einfach empfindlich auf Gluten reagieren, sollten sich das Süßgras ruhig auch näher ansehen.

Äußerlich angewendet werden Haferstroh und Grünhafer. Meist in Form von Kosmetik. Grünhafer bezeichnet das Stadium vor der Blüte, in dem der Hafer etwa 10-20 cm hoch ist und wie normales Gras aussieht. Haferstroh besteht aus allen getrockneten Teilen, die übrig bleiben, wenn die Körner geerntet wurden. Durchs Trocknen setzt das Stroh seine Inhaltsstoffe frei, allen voran Flavonoide und Saponine. Die Flavonoide haben eine entzündungshemmende Wirkung und können Juckreiz lindern. Die Saponine wirken immunmodulierend. Das heißt, sie können bei schwachem Immunsystem das Immunsystem stärken und bei Überreaktionen das Immunsystem besänftigen.
Und weil sich das alles recht trocken liest, gibt’s hier die Anwendungsbeispiele aus der Sendung:

Haferbad

- 100 g trockenes Haferstroh
- 2 Liter Wasser

Das Haferstroh entweder selber schneiden (Landwirt fragen) und zügig an einem luftigen Ort trocknen oder in der Apotheke bestellen. Dann 100 g davon in zwei Liter Wasser geben und umrühren. Alles jetzt kurz aufkochen und dann für 20 Minuten vor sich hin simmern lassen. Jetzt alles abseihen und den Sud ins Badewasser geben. Das Bad eignet sich für ein Fußbad, aber auch für ein Vollbad. Egal wofür, die Wassertemperatur sollte 36-38 °C nicht überschreiten. Die Badedauer beträgt 10-15 Minuten.

Hafermüsli

- 2 EL Haferflocken
- 1 Apfel
- 2-3 EL Rosinen oder Sultaninen
- 1-2 EL Honig
- 100-200 ml Milch

Als erstes die Haferflocken mit der Milch vermischen. Dann den Apfel schneiden und ihn gemeinsam mit den anderen Zutaten untermengen. Je nach gewünschtem Bissgrad alles 10 Minuten oder länger (geht auch 24 h) stehen lassen und es sich schmecken lassen. Das Müsli macht nachhaltig satt, vom Frühstück bis mindestens zum Mittagessen!

Hafermaske

- 2 EL Haferflocken
- 2 EL Heilerde
- 2 EL gemahlene Mandeln

Hier gibt’s den Sport gleich inklusive. Denn die Haferflocken müssen so fein wie möglich gemörsert werden. Dann die anderen Zutaten dazugeben und noch ein bisschen weiter mörsern. Sobald ein feines Pulver entstanden ist, gibt man es in eine Schüssel und rührt vorsichtig nach und nach etwas Wasser unter, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Die kommt dann auch schon ins Gesicht. Einfach gleichmäßig auftragen und dabei die Augen aussparen. Nach 10 Minuten sollte die Maske trocken sein. Dann bröselt man sie zunächst mit der Hand grob ab, danach helfen Wasser und Waschlappen. Die Maske ist erfrischend und sehr rückfettend, die Haut spannt also danach nicht.

Weitere Infos

Weitere Informationen über die Arzneipflanze des Jahres finden Sie hier:

Avena sativa - Arzneipflanze des Jahres 2017 Format: PDF Größe: 1,63 MB

Kontakt

Forschergruppe Klostermedizin GmbH
Sekretariat und Öffentlichkeitsarbeit
Tobias Niedenthal
Annastr. 26a
97072 Würzburg

Telefon: 0931 41737342
Mobil: 0171 6988870
Email: niedenthal@klostermedizin.de