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Rasen-Mähroboter Teures Spielzeug oder cleverer Helfer?

Er ist klein, wendig, schmutzt nicht und lädt sich selbst – der Rasende Roland, der Rasenmähroboter der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau. Sein offizieller Name: Automower 320. Über ein Jahr mäht er bereits im Praxis-Langzeittest…

Stand: 08.01.2016

Doch jetzt noch einmal von vorn: Dichter, dunkelgrüner, akkurat geschnittener Rasen – ein Traum vieler Gartenbesitzer. Und dafür tun sie einiges: jede Woche wird gemäht, dreimal jährlich gedüngt, hin und wieder vertikutiert und so weiter.

Ein perfekter Rasen will eben gepflegt sein und das kostet Geld und sehr viel Zeit. Selbst im Liegestuhl sitzen und den Garten genießen, während der Roboter seine Arbeit tut – das prophezeien die Werbevideos einiger Firmen. Ob das funktioniert haben die Experten der Landesanstalt in Veitshöchheim herausgefunden.

Revier markieren

Jedes Mähroboter-Modell ist unterschiedlich, in Bezug auf Mähleistung, Lautstärke, Pflegeintervall und Akkulaufzeit. Doch in einem Punkt sind alle gleich: Um zu funktionieren, muss man ihnen ihr Revier markieren, erklärt Nikolai Kendzia, der verantwortliche Versuchs-Ingenieur der Bayerischen Landesanstalt. Und das geht über einen stromführenden Draht, dieser kann in den Boden eingelassen oder oberirdisch verlegt werden. An diesem Draht erkennt der Mähroboter seine Grenzen und fährt nicht darüber hinweg. So die Theorie! Doch schon hier lauern die ersten Tücken, deshalb das System entweder von einer Fachfirma installieren lassen oder sich genau mit dem Verlegen des Drahtes befassen. Die unterirdische Variante ist zwar erst einmal aufwendiger, dafür aber auch sicherer, denn dort ist der dünne Draht besser vor Zerstörung geschützt.

Zudem muss man sich mit Anlage und Ort der Ladestation befassen. Dort beginnen und enden die Begrenzungsdrähte. Die Ladestation sollte in einem ebenen Bereich liegen, am besten vor Blicken geschützt und trocken sein. Natürlich muss hier ein Stromanschluss zur Verfügung stehen. Der Mäher selbst ist ein kleines Gefährt mit einem Gewicht von 7 bis 20 Kilogramm. Je nach Programmierung und Grundstücksgröße macht sich der Mäher mehrmals in der Woche selbstständig von seiner Ladestation aus ans Werk und die scharfen, rotierenden Messer zerkleinern das Gras soweit, dass es als Mulch auf der Fläche verbleiben kann. Geräteabhängig sind die Mäher mit Sensoren ausgestattet, die beispielsweise Regen oder Hindernisse melden. Oder, dass die Messer gestoppt werden, sobald man das Gerät vom Boden hebt. Nach jedem Mähgang fährt der kleine Helfer von alleine zurück zur Ladestation.

Was geht und was nicht?

Im Idealfall bildet der Rasen eine zusammenhängende Fläche, ist eben, trocken und möglichst ohne Hindernisse. Solches Gelände halten die Mähroboter laut des Experten problemlos auf der gewünschten Höhe. Sobald die Strecke allerdings komplizierter wird, also Beete, Büsche, Sandkästen, etc. im Weg liegen, wird es schon komplizierter. Denn der Signaldraht muss dann um alle Hindernisse herumgelegt werden, damit der Mähroboter nicht ‚Fremdmähen‘ geht und dabei sich selbst oder anderen schadet. Schwierig zu bewältigen sind für die Geräte zudem Grundstücke mit Steigung, da das auch den Energieverbrauch in die Höhe treibt. Weiterhin ist auch die Lärmentwicklung bei einigen Modellen problematisch, so dass die Geräte nur außerhalb der Ruhezeiten unterwegs sein sollten. Eltern mit Kindern und Haustierbesitzern wird empfohlen, die Mähroboter nicht ohne Aufsicht fahren zu lassen.

Welcher Roboter ist der Richtige?

Für den Kauf eines Mähroboters empfehlen die Experten, sich vorher genau zu informieren,. Berücksichtigen sollte man bei der Modellauswahl u.a.: die Fläche, die Steigung, Hindernisse, Platz für die Ladestation (trocken, schattig, mit Stromanschluss), die Akkulaufzeit, fachgerechte Installation (im Zweifel spezialisiertem Fachbetrieb überlassen), die Lautstärke während des Mähens, die Dauer eines Mähgangs und das Gewicht des Gerätes.

Fazit:

Rasenmähroboter schaffen ebene und nicht zu verwinkelte Flächen problemlos. Sie halten die Fläche gleichmäßig kurz, das Millimeter große Schnittgut kompostiert sich selbst und liefert dem Rasen gleichzeitig Nährstoffe zurück. Bei fachgerechter Planung und Montage kann hier der Traum vom faulen Nichtstun im Liegestuhl wahrwerden. In Gärten, deren Fläche hügelig ist oder gar ganz am Hang liegt, wo mal Fallobst oder auch Spielsachen rumliegen und viele kleine Winkel existieren – da wird es schwierig. Manchmal kann es helfen, die Fläche zu unterteilen und in jedem Fall sollte man sich ausführlich beraten lassen, bevor man in ein Gerät investiert.

Checkliste zum Kauf eines Mähroboters

Quelle: Bayerische Landesanstalt für Gartenbau

Kein Garten gleicht dem anderen. Und auch die Ansprüche der Besitzer an einen Mähroboter sind unterschiedlich. Bei der Kaufentscheidung können die Antworten auf die folgenden Fragen helfen:

Mähroboter

  • Welche Fläche mäht der Mähroboter maximal in einem Arbeitsgang?
  • Ist der Mähroboter wendig genug für komplizierte Gärten mit schmalen Passagen?
  • Welche Steigungen kann er bewältigen?
  • Wie laut wird er im Arbeitsbetrieb?
  • Besitzt er eine Diebstahlsicherung
  • Wie verhält sich der Roboter bei Regenwetter und nassem Gras?
  • Wieviel Zeit braucht er für einen Mähgang?
  • Wieviel wiegt das Gerät? Lässt es sich problemlos verstellen?

Standort

  • Welcher Platz im Garten ist als geschützter Standort für die Ladestation geeignet? Gibt es dort einen Stromanschluss?
  • Kehrt der Mähroboter selbstständig in die Ladestation zurück oder bleibt er leer auf dem Rasen stehen? 

Akku

  • Wie lange braucht der Akku zum Aufladen?
  • Wieviel Strom verbraucht er?
  • Welchen Akku-Typ nutzt er? Wie viele Ladezyklen hält der Akku?

Service

  • Kann man ihn von einer Fachfirma installieren und warten lassen?
  • Wie gut und schnell ist der Service bei Problemen? Gibt es eine Hotline?
  • Sind Ersatzteile wie Messer problemlos nachzukaufen und zu welchen Kosten?
  • Will man den Mähroboter für mehrere Flächen nutzen: Sind Signalgeber und Fernbedienung als Zubehör erhältlich?

Ausführliches Testergebnis

Hier der Testbericht der Landesanstalt für Gartenbau im Detail:

Mähroboter: Ausführliches Testergebnis Format: PDF Größe: 563,13 KB