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Asien in der Oberpfalz Pfingstrosen im Himalaya-Garten

Viele Menschen assoziieren mit der Oberpfalz bei Regensburg die Donau, die Walhalla oder den Dom. Doch unweit des Regierungssitzes findet man den Eingang in eine andere Welt. Der Garten des Nepal-Himalaya-Pavillons in Wiesent entführt seine Besucher in fernöstliche Gefilde.

Stand: 27.05.2013

Pfingstrosen | Bild: BR

Ein großer Heidegarten, trockene Felshänge, Feuchtwiesen und zwei große Teiche ahmen hier Naturstandorte nach und bieten so Stauden der unterschiedlichsten Lebensbereiche einen idealen Standort.

Pfingstrosen über Pfingstrosen

Natürliche Pflanzkombinationen, die zu jeder Zeit im Jahr spannend sind: Das verspricht die Internetseite des Gartens. Unterhalb des Großen Teiches wird diese Regel scheinbar gebrochen. Dort stehen Chinesische Pfingstrosen in dutzenden Sorten.

Große Vielfalt

Die Ausgangsart der aus China stammenden Staude bearbeiten Züchter schon seit mehr als 1000 Jahren. So erstaunt es kaum, dass die Vielfalt des Sortiments inzwischen unüberschaubar geworden ist. Nach Europa haben es die Edel-Pfingstrosen, die Botaniker in die Paeonia Lactiflora-Gruppe stecken, allerdings erst Ende des 19. Jahrhunderts geschafft.

Des Gärtners Liebling

Gärtner Olaf Grabner bezeichnet die Pfingstrose als eine seiner Lieblingsstauden. Er begründet das mit der wenigen Arbeit, die er mit diesen Pflanzen hat. Pfingstrosen sind robust, kaum schädlingsanfällig und krankheitsfrei und vor allem blühen sie sehr reich. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil für Olaf Grabner: Andere Stauden schwächeln nach 3-4 Jahren am selben Standort, nicht so die Pfingstrosen, sie können bis zu 100 Jahre am selben Strandort wachsen.

Kleine Unterstützung gefällig?

Die Blüten halbgefüllter und gefüllter Sorten neigen nach Regen dazu, stark überzuhängen. Solche Sorten sollte man Stäben. Eine Variante sind dunkelgrüne Kunststoffringe, die die Pflanzen straff aufrecht halten. Eine andere Variante: einzelne Stiele ihrem Wuchs gemäß Stäben. Die Blütenstiele, die sich von allein – wenn auch nur knapp – über dem Boden halten, überlässt man sich selbst. So entsteht ein ansprechenderes Bild als wenn die Pflanzen strammen Soldaten gleich aufrecht das Beet hüten.

Im gleichen Arbeitsschritt entfernt man Triebe, die bei den letzten Spätfrösten Mitte Mai noch nicht ausgereift waren und zu Pilzbefall führen könnten.

Erst schauen, dann kaufen!

In zwei Punkten unterscheiden sich Pfingstrosen gravierend von anderen Stauden: Pflanzzeit ist hier ausschließlich der Herbst, gleichzeitig ist dies auch die richtige Jahreszeit zur Düngung. Das liegt ganz einfach daran, dass die Pflanzen zu dieser Jahreszeit neue Wurzeln bilden, besser anwachsen und reichlich Nährstoffe aufnehmen. Das ist eine Anpassung an sehr sommertrockene Gegenden in Nordchina, wo die Ursprungsformen unserer Pfingstrosen herkommen.

Da die Pflanzen im Herbst aber schon nicht mehr blühen, sucht man sich die Wunschsorten am besten schon während der Blüte aus, damit es dann im ersten Blütenjahr keine böse Überraschung gibt.

Ihre Hochblüte haben die Pfingstrosen im Garten des Nepal-Himalaya-Pavillons Ende Mai bis Mitte Juni. Doch auch vor und nach dieser Hochphase entdeckt man blühende Exemplare von Pfingstrosen, die nicht der Lactiflora-Gruppe zuzuordnen sind.

Steckbrief: Pfingstrose – Paeonia Lactiflora-Gruppe

Herkunft: Nordchina
Familie: Pfingstrosengewächse - Paeoniaceae
Wuchs: ausdauernd krautige Pflanze, 50-120 cm
Blüte: Mai und Juni; einfach, halbgefüllt, gefüllt, Weiß-, Gelb-, Rosa- oder Rottöne
Pflege: bei Bedarf Stäben
Standort: Sonne bis lichter Schatten, Boden eher sandig und durchlässig
Besonderheiten: Pflanzen und düngen NUR im Herbst!

Kontakt

Nepal-Himalaya-Pavillon
Martiniplatte
93109 Wiesent
Telefon: 09482 - 95 96 86
Fax: 09482 -95 96 87

Email:
pflanzen@nepal-himalaya-pavillon.de
fuehrung@nepal-himalaya-pavillon.de

Öffnungszeiten

12. Mai - 30. September 2013:

  • Sonntag 13.00 - 17.00 Uhr
  • Montag 13.00 - 17.00 Uhr
  • Samstag (nur im August) 13.00 - 17.00 Uhr

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