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Basteln und Schlemmen Beeren im XXL-Format

Die wohl größten Beeren der Welt sind jetzt reif: Kürbisse – einer kann bis zu 400 Kilogramm wiegen! Unabhängig von ihrer Größe besitzen Beeren eine fleischige Fruchtwand, ihre Kerne sind im Fruchtfleisch eingebettet - so lautet die botanische Definition.

Stand: 16.10.2015

Kürbisse | Bild: BR

Aufgrund seiner zähen und harten Schale bezeichnet man den Kürbis auch als Panzerbeere. Der festen Haut ist es zu verdanken, dass der Kürbis monatelang lagerfähig ist.

Seit tausenden von Jahren geschätzt

Seit mehr als 10.000 Jahren stehen diese Kürbisse in ihrer Heimat, in Mittel- und Südamerika, auf der Speisekarte. Mit den Seefahrern gelangten die Früchte schließlich nach Europa. Klein oder groß, orange, gelb oder grün gestreift, alle erdenklichen Formen sind heute mit von der Partie. Kürbisse lassen sich nicht nur in Zier- und Speisekürbisse unterteilen. Auch bei letzteren ist eine weitere Unterteilung möglich: Riesen-, Garten-, Muskat- und Feigenblattkürbisse sind die gängigen Gruppen. Sie alle sind essbar. Das gilt im Übrigen nicht für die nett anzusehenden Zierkürbisse.

Weiß man nicht sicher, ob man einen Zier- oder Esskürbis im Garten hat, sollte man im rohen Zustand einen Geschmackstest machen: Dazu einfach mehrere Stückchen aus verschiedenen Stellen ausschneiden und probieren. Schmeckt es bitter, ist es ein Zierkürbis, diesen dann also nicht zubereiten! Denn in großen Mengen genossen kann es zu Bauchschmerzen und Übelkeit kommen.

Pflegeleichte Pflanzen

Alle Kürbisse können ab Ende April im Töpfchen vorgezogen werden, am Fensterbrett oder auch im Kleingewächshaus. Ab Mai können die Pflänzchen dann ins Freie. Sind noch kalte Nächte angesagt, sollte man die jungen Pflanzen mit einem Vlies abdecken. Die Beete sollte man gut mit Kompost und etwas Hornspänen versorgen. Ab jetzt braucht man sich eigentlich nicht mehr weiter um die Pflanzen zu kümmern, bei sehr langen Trockenperioden kann man gelegentlich etwas wässern. Möchte man allerdings Riesenkürbisse ziehen, fängt jetzt die Arbeit erst an, denn diese Pflanzen müssen permanent mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden, damit sich die riesigen Beeren entwickeln können. Zudem lässt man nur eine Frucht an der Pflanze, alle anderen Blüten und Fruchtansätze knipst man so früh wie möglich ab.

Experten empfehlen gar eine Handbestäubung der ausgewählten Blüten, denn nur so kann man sicher sein, dass der Kürbis auch von einer anderen Riesenkürbisblüte befruchtet wird. Mit dem Absterben des Laubes Ende September beginnt dann die Ernte. Weitere Reifemerkmale sind die matte Schale und der verholzende und eintrocknende Stielansatz.

Richtig gelagert

Die Kürbisse sollten so lange wie möglich in den Beeten ausreifen, müssen aber vor dem ersten Frost geerntet werden. Nach der Ernte sollten die Früchte an einem warmen Platz nachreifen, kleinere Kratzer und Wunden verheilen dabei - der Kürbis hält dadurch im Lager länger. Bei Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad halten die größten Beeren der Welt dann bis ins neue Jahr hinein.

Kürbisgesichter

Im Kindergarten St. Georg in Pöring gehören Kürbisse zum Herbst dazu. Sowohl in der Küche als schmackhafte Suppe, die kinderleicht nachzukochen ist, als auch zum Basteln, denn die fröhlich-schaurigen Schnitzereien zieren den Eingang des Kindergartens. Die Tradition, solche Gesichter zu schnitzen, stammt ursprünglich übrigens nicht aus Amerika, sondern aus Irland. Dort schnitzte man im Herbst Gesichter in Futterrüben, mit einer Kerze beleuchtet sollten sie böse Geister von Haus und Hof vertreiben. Auswanderer brachten den Brauch nach Amerika. Dort gab es zwar weniger Rüben, dafür aber umso mehr Kürbisse, und die eigneten sich zum Schnitzen noch viel besser!

'Atlantic Giant' ist der Sortenname des Riesenkürbis, der im Kindergarten als Schnitzkürbis gezogen wurde, einen Durchmesser von vierzig bis sechzig Zentimetern erreicht er problemlos. Sein Fleisch ist essbar, aber nicht sehr aromatisch, deshalb wird diese Sorte meist als reiner Schnitz- oder Zierkürbis angebaut. Mehrere hundert Samen verstecken sich im Fruchtfleisch des Riesen. Will man diese trocknen und aufbewahren, darf kein Fruchtgewebe mehr an ihnen haften. Gut gesäubert kommen die Samenkörner deshalb in eine separate Schüssel. So ist für Nachkommen im nächsten Jahr gesorgt! Hat der Riesenkürbis um die 15 Kilogramm, also etwa die Hälfte seines Gewichts, verloren, geht es ans Aufmalen und Ausschneiden von Augen, Mund und Nase. Mit einer Kerze bestückt, begrüßt dieser Kürbis die nächsten Wochen Eltern und Kinder am Eingang des Kindergartens.