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Tigerlilie Blumenzwiebeln zum Essen?

Liest sich zunächst befremdlich, doch es gibt sie wirklich, die Blumenzwiebeln zum Essen! Verspeisen sollte man sie aber im Gegensatz zur Nachkriegszeit nicht aus der Not heraus, sondern einfach weil sie gut schmecken.

Stand: 02.10.2015

Lilienzwiebeln | Bild: BR

Zeigt sich das Laub der Tigerlilien gelb und fällt zu Boden, gräbt man die Pflanzen aus. So kann man nachsehen, ob und wie viele Tochterzwiebeln gebildet wurden. Diese bricht man dann vorsichtig von der Mutterpflanze ab. Entweder werden sie den Winter über in einem Topf kultviert oder man verteilt sie im Anschluss munter an neuen Stellen im Garten. Pflanzt man in Reihen, einen Abstand von 15-20 cm einhalten. So hält man den Lilienbestand jung und vermehrt ihn im gleichen Zuge.

Diese Tochterschuppen benötigen allerdings zwei Jahre, um sich zu kräftigen und vor allem blühenden Exemplaren zu entwickeln. Die „Mutterzwiebeln“ pflanzt man nicht mehr ein. Sie werden von groben Erdresten befreit, gewaschen und wandern mit in die Küche. Was für Europäer auf den ersten Blick befremdlich klingen mag, ist im asiatischen Raum Gang und Gäbe. Hier werden aus den Lilienzwiebeln verschiedenste Gerichte zubereitet. Zum Beispiel eine vegane Lilienpfanne.

Vegane Lilienpfanne

Wie das geht, hat Querbeet sich von Gärtner Stefan Strasser in seiner Lilienarche in Erlangen zeigen lassen. Doch bevor die Lilien in die Pfanne wandern, streift Stefan Strasser erst einmal durch seinen Garten und erntet, was gerade reif ist. Daher gibt es für seine Lilienpfanne auch kein fixes Rezept. Verwendet wird, was schmeckt und vorhanden ist.

Hier eine mögliche Zutatenliste (4 Personen):

  • 500 g Tigerlilienzwiebeln
  • 200 g Kürbis
  • 200 g Kartoffeln
  • 100 g Topinambur
  • 100 g Hülsenfrüchte (getrocknete einweichen)
  • 100 g Pilze
  • 100 g Kräuter nach Belieben
  • 100 g Taglilienblüten
  • 50 g Blütenallerlei
  • 50 g Ingwer
  • 1 Chilischote
  • Cashewkerne
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kürbiskernöl
  • Sesamöl (wer mag)

Zubereitung:

Fürs Verarbeiten der Lilienzwiebeln gibt es zwei Möglichkeiten, erklärt der Experte. Entweder man schneidet den Zwiebelboden ab und bricht dann die einzelnen Schuppen auseinander – hierbei stirbt die Zwiebel – oder man bricht sofort die Schuppen ab und verarbeitet das Herz nicht mit. Dieses kann dann später wieder eingepflanzt oder getopft werden.

Dann noch das restliche Gemüse klein schneiden. Wer Kartoffeln oder Topinambur verwendet, sollte diese besonders fein schneiden, so muss nicht vorgekocht werden. Auch auf Fett kann man laut Stefan Strasser beim Braten verzichten, wenn man von Anfang an genug Salz mit in die Pfanne gibt und regelmäßig und oft rührt. Seiner Erfahrung nach schmeckt das Gericht besser, wenn das verwendete Kürbiskernöl erst ganz zum Schluss dazu gegeben wird, weil es dann sein Aroma besser entfalten kann. Und noch etwas ist wichtig: Gibt man die Zutaten nach und nach abhängig von der jeweiligen Kochzeit in die Pfanne und nicht alles auf einmal, hat jede Gemüseart später den perfekten Garzustand erreicht, ist durch, aber trotzdem knackig.

Zum Schluss, wenn die Pfanne noch auf der Platte steht, der Herd aber bereits aus ist, folgt das Kürbiskernöl. Zu heiß darf das Gericht dafür allerdings nicht mehr sein. Verbrennt Kürbiskernöl, stinkt es und verliert seine wertvollen Inhaltsstoffe. Zu allerletzt für diejenigen, die es mögen, noch ein paar Tropfen Sesamöl oben drüber und fertig ist die vegane Lilienpfanne.

Kontakt zur vorgestellten Gärtnerei:

Lilienarche Erlangen
Am Europakanal 40, 91056 Erlangen
Telefon:  0171 3156045
Mail: stefanstrasser@live.de