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Der Querbeet-Garten Wie man Senf anbaut

"So ist's das kleinste unter allen Samen auf Erden; und wenn es gesät ist, so nimmt es zu und wird größer denn alle Kohlkräuter und gewinnt große Zweige, also dass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können." So beschreibt Jesus Christus im Markus-Evangelium das Senfkorn.

Stand: 12.08.2016

Senf | Bild: BR

Wahrscheinlich bezieht sich das biblische Gleichnis sich auf den Schwarzen Senf, botanisch Brassica nigra. Im Querbeet-Garten teilt dieser sich ein Beet mit seinen Verwandten, dem Braunen und dem Weißen Senf.

Anbauen

Ein Kunstwerk im kleinen

Hier heißt es: Gleiches Recht für alle, vier Reihen pro Art. Gesät wird Mitte Mai, nach dem Auflaufen vereinzelt. Reihenabstand: 15-20 cm. Saattiefe: 2 cm. Kenner unterscheiden die Geschwister am Laub, Laien am reifen Samen. Der ist je nach Art eben schwarz, braun oder weißlich.

Ernten

Die Erntezeit beginnt Ende August und dauert bis in den Herbst. 90-100 Tage braucht der Senf von der Aussaat bis zur Ernte. Erkennen kann man das, wenn seine Stiele beginnen, sich braun zu färben, und das Laub anfängt, abzusterben. Sicherstes Indiz: Die Samenstände schütteln. Rasseln sie, ist der Senf reif. Man kann ihn abschneiden und noch auf Pergamentpapier nachtrocknen lassen.

Reinigen

Vier Wochen später ist das Saatgut aller drei Arten trocken und kann gereinigt werden. Dazu einfach das getrocknete Erntegut vorsichtig zwischen den Fingern reiben. Die Schoten öffnen sich und die Samen purzeln heraus. Jetzt gilt es, die Körner aus dem entstandenen Gewirr herauszulesen. Freilich nicht einzeln. Besser, man kippt sie durch ein Sieb, dessen Maschenweite etwas größer ist als der Durchmesser der Samen. So trennen diese sich quasi automatisch von den Schotenhüllen. Zugegeben, ein Teil der Hüllen landet ebenfalls unten in der Schüssel. Das macht aber nichts. Denn weiterverarbeiten kann man den Senf in diesem Stadium ohnehin noch nicht.

Um das Saatgut jetzt noch gänzlich zu reinigen, muss man zunächst die ganzen feinen Pflanzenreste rausbekommen. Und das geht am besten, indem man ganz leicht in die Schüssel reinpustet. Das Problem daran ist nur, dass die Senfkörner relativ leicht sind, und wenn man nicht aufpasst, pustet man die Senfkörner gleich mit heraus. Mit etwas Übung ist aber auch das kein Problem. Ein paar der Körner tütet man nun ein für die Aussaat im nächsten Jahr oder vielleicht sogar noch im Herbst desselben Jahres. Denn Senf ist ein hervorragender Gründünger, ausgenommen auf Flächen, auf denen zuvor andere Vertreter der Kreuzblütler, botanisch Brassicaceae, standen.

Steckbrief: Weißer Senf - Brassica alba

  • Familie: Kreuzblütler – Brassicaceae
  • Herkunft: China
  • Wuchs: einjährig, bis zu 100 cm
  • Blüte: Juni-August, gelb
  • Standort: sonnig, frisch bis feucht, nährstoffreich
  • Vermehrung: Aussaat (30 x 5 cm)
  • Pflege: evtl. Stäben oder kurz nach dem Auflaufen groben Maschendrahtzaun flach übers Beet legen, damit die Stiele bei Wind nicht umknicken

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