BR Fernsehen - Querbeet

Blühende Ortschaften Mehr bunt fürs Öffentliche Grün

Unter dem Motto "Mehr bunt fürs Öffentliche Grün" wollen 4 Gemeinden im Landkreis Unterallgäu ihre Kreisverkehre, Seitenstreifen und alles, was ihnen zwischen die Finger kommt, bunter, pflegeleichter und vor allem naturnäher machen. Unterstützt werden sie dabei von Naturgarten-Profi Reinhard Witt.

Stand: 15.07.2016

Der Hintergrund

Die meisten kleineren Gemeinden haben kein eigenes Gartenamt. Es ist also Aufgabe der Bauhofmitarbeiter, sich um öffentliche Grünflächen zu kümmern. Doch die sind in den seltensten Fällen ausgebildete Gärtner.

So sehen in solchen Gemeinden die Grünflächen immer gleich aus: Rasen und vielleicht noch ein paar Heckenstreifen. Die Hecken müssen ein- bis zweimal im Jahr geschnitten werden, der Rasen sollte hingegen einmal wöchentlich gemäht werden. Das ist zwar eine einfache, aber sehr zeitintensive und somit für die Gemeinde auch teure Angelegenheit. Warum also nicht mehr Farbe ins Spiel bringen? Das dachte sich auch Kreisfachberater Markus Orf vom Landratsamt Unterallgäu. Gemeinsam mit Reinhard Witt entwickelte er das Konzept „Mehr bunt fürs öffentliche Grün“.

Der Name verrät das Ziel, das Unterallgäu soll bunter werden. Statt trister Rasenflächen sollen in Kirchheim, Benningen, Boos und Bad Grönenbach naturnahe Blumenwiesen Besucher und Anwohner verzaubern. Solche Wiesen sehen nicht nur hübsch aus, sie helfen gleichzeitig den Gemeinden Geld zu sparen. Die Anlage ist zwar etwas zeitintensiv, einmal eingewachsen, müssen die Flächen aber nur noch zweimal im Jahr statt wie bisher wöchentlich gemäht werden. Nach einem theoretischen Teil, in dem die Grundlagen vom Experten erklärt wurden, ging es direkt in die Materie. In einer der vier Gemeinden, in Kirchheim in Schwaben, legten die ‚Bauhofler‘ alle Flächen an den geplanten vier Standorten gemeinsam an.

Unbedingt nachmachen!

Wer selbst eine naturnahe Blumenwiese im Garten haben möchte, kann das Unterallgäuer Konzept auf den Hausgarten übertragen. Einfach gewünschte Fläche markieren, dort die Rasensode und etwas Boden (20-30 cm) abtragen. Dabei am besten gleich Wurzelunkräuter wie Quecke, Winde oder Giersch so gut es geht entfernen. Jetzt alles mit 20 cm Kies aufschütten (Betonkies 0/32 mm oder Wandkies 0/x) und alles mit einer etwa 2 cm dicken Lage sterilem Grünschnittkompost anreichern. Der Kompost wird jetzt mit dem Rechen etwa 2-3 cm tief eingearbeitet.

Damit von Anfang an ein wenig Grün vorhanden ist, pflanzt man jetzt sogenannte Initialstauden (je nach Größe 1-4 pro m²). Danach kommt eine Saatgutmischung für trockene Magerwiesen zum Einsatz. Die kauft man entweder fertig gemischt oder stellt sie selbst her. Im Herbst kann das ganze um einige Zwiebelblüher ergänzt werden. Die beste Zeit, eine solche Wiese anzulegen ist im Frühjahr oder im Herbst.