BR Fernsehen - quer


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quer komplett Sendung und Kommentare vom 08.02.

Streit im Wasserschutzgebiet: Märchenschloss im Wasserschutzgebiet | CSU und Sargpflicht: Nur Kommerz? | Pendler finden keine Parkplätze mehr | Diesel-Fahrverbot verhindert! Innovation gestoppt? - u. v. m. in dieser quer-Sendung:

Stand: 07.02.2018

Diskussion im Wirtshaus: Schafkopfen – Tradition oder nervig?

Schafkopfrunden waren lange Zeit der Stolz bayerischer Wirtshäuser: Über Stunden wird gespielt, getrunken und lautstark „geklopft“ Doch mittlerweile will kaum ein bayerisches Wirtshaus die Kartler noch haben. Sie blockieren den Tisch einen ganzen Abend, mehr Umsatz machen die Wirte mit Gästen, die leise speisen. So setzen viele Wirtshäuser zwar auf bayerisches Flair, aber bitte gepflegt und nur, wenn der Gewinn stimmt.

Grundwasser-Streit: Märchenschloss im Wasserschutzgebiet

Im Allgäu tobt ein Streit ums Trinkwasser: Die Brunnen der Gemeinde Füssen liegen auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Hohenschwangau. Die Menschen dort leben jetzt auf einmal im Wasserschutzgebiet und müssen sich an strenge Vorgaben halten. Es geht also um die Frage, was wiegt mehr: Wasserschutz oder wirtschaftliche Interessen und die Marke Neuschwanstein? Zum Schloss Neuschwanstein kommen jährlich zwei Millionen Besucher, 400.000 Busse und Pkws. Ausgleichzahlungen gibt es nur für Landwirte; Anwohner und Betriebe müssen klagen.

CSU und Sargpflicht: Muss Tradition für Kommerz herhalten?

Die Landtags-Opposition hat die Abschaffung der Sargpflicht allein in dieser Legislaturperiode schon drei Mal beantragt. Diese sei nicht mehr zeitgemäß. Schon allein, weil die Feuerbestattung auch in Deutschland immer mehr zum Trend wird. Wozu also noch einen Sarg? Die CSU dagegen hält an der Sargpflicht fest, sie sei „christliche Tradition“. Doch sogar die katholische Kirche sieht das anders. Auch das Gesundheitsamt sieht keine Notwendigkeit für eine Sargpflicht. Geht es der CSU am Ende um den Erhalt eines Geschäftszweigs, nämlich den Profit von Bestattungsunternehmen?

Drama am Morgen: Pendler finden keine Parkplätze mehr

Jeden Morgen der gleiche Kampf: Viele Pendler in Bayern müssen nervenaufreibend lange einen Parkplatz suchen, bevor sie gerade noch ihren Zug erwischen. Zwar ist politisch gewollt, dass möglichst viele Menschen pendeln, doch es gibt immer weniger Parkplätze. Die Deutsche Bahn sieht sich nicht in der Verantwortung für ihre Kunden, stellt zu wenige und kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Gerade in Ballungsgebieten sehen sich Kommunen machtlos, da sie Parkplatz-Grundstücke, wenn überhaupt, nur überteuert kaufen können. Die Folge: zugeparkte Wohngegenden, entnervte Pendler und Anwohner.

Diesel-Fahrverbot verhindert! Innovation gestoppt?

Jüngste Szene eines unwürdigen Schauspiels im Kampf um reine Luft: Der bayerische Verwaltungsgerichtshof verurteilt den Freistaat Bayern zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro, weil bisher keine Konzepte für Diesel-Fahrverbote ausgearbeitet wurden. Und was macht der Freistaat: zahlt und ignoriert die Forderung der Justiz. Schließlich sind Fahrverbote unbeliebt, gerade im Wahljahr und natürlich bei der Automobilindustrie. Aber vielleicht wären Fahrverbote ein Anreiz für die Autoindustrie, endlich Innovationen voranzutreiben.

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Sylvia Behr, Montag, 12.Februar, 17:32 Uhr

40. Multiresistente Keime

Wie schon gesagt handelt es sich um Krankenhauskeime. Allerdings sind wir Deutschen die einzigen die das Problem haben. In anderen Ländern hat man das Problem mittels Krankenhaus-Hygiene schon in den Griff bekommen. So werden z.B. in Holland alle Patienten auf diese Keime untersucht und ggfs. abgesondert. Deutsche Patienten kommen dort allerdings sofort auf die Isolierstation weil sie nämlich meistens welche haben. Ausserdem sei darauf hingewiesen dass viele der Stoffe gegen die diese Keime resistent sind in der Veterinärmedizin gar nicht angewendet werden dürfen.

Hubert Zeitwanger, Freitag, 09.Februar, 16:39 Uhr

39. Sargpflicht?

Aber sicher doch.

120000 Bayern sterben jährlich. Nehmen wir mal durchschnittlich 1000.- Euro je Sarg. Einfache Rechnung, schon haben wir einen satten Betrag von 120 Millionen Euro. Dazu kommen noch ein oaar Extras ;-)

Na das ist schon ein gewichtiges Argument. Fazit: Es geht nur um das Geld. Wer beschützt diesen "Wirtschaftszweig"? - Ach ja, psst, die C.., nein, wirklich?
Könnte das ein Beispiel für verfilzte Vetternwirtschaft sein?

Eines wurde auch sehr deutlich: der gezeigte Bestatter hat es in seiner Argumentation sehr gut mit sich und seinem Geschäft gemeint.
Der Sinn einen 3.000.- Euro Eichensarg trotz Feuerbestattung zu verheizen ist auch nicht gerade ökologisch - so aus Feinstaubgesichtspunkten...

Könnte man Tote nicht gleich mit Geldscheinen einwickeln, wenn es nur ums Geldverheizen geht oder ist die Frage pietätlos? ;-)
Das Gsschäft mit der Trauer ist mindestens so argwöhnisch zu sehen, wie das mit der Sicherheit (Infraschall usw. BR-Berichte)

Alfred Tetzluff, Freitag, 09.Februar, 16:22 Uhr

38. MRSA-Keime im Wasser

Die zwei Einbringungswege von MRSA-Keimen in das Grundwasser von Krankenhaus und Massentierhaltung würde ich mal beim Ersteren stark bezweifeln. Es ist ja nicht so, dass Kliniken voll mit MRSA-Keimen sind, die in großen Mengen ausgeschieden werden. Wäre das typisch, müssten sich eine grosse Anzahl weiterer krankmachender Keime in den Proben finden.

Die Massentierhaltung setzt Jahr für Jahr immer noch tausende TONNEN Antibiotika in der Tiermast ein. Die Gülle ist damit natürlich voll kontaminiert. Aber dabei bleibt es nicht. Das verkaufte Fleisch enthält noch Antibiotikaspuren. Damit sollte das kein Wunder mehr sein, dass sich das in Resistenzen widerspiegelt.
Das unser Wasser daraufhin nicht geklärt ist bzw. wohl zu selten untersucht wird, ist bedenklich. Quer hat das sehr schön angeprangert, aber wenn ich mir die Kommentare ansehe, scheint der Schwerpunkt des Interesses mehr beim bay. Brauchtum zu liegen.

Sehr schade!

Squareman, Freitag, 09.Februar, 15:27 Uhr

37. Sargpflicht

Natürlich geht es ums Geld, sterben ist teuer. Ich zum Beispiel kann es mir gar nicht leisten zu sterben. Schließlich kostet die einfache Kiste mit Astlochoptik schon 500€ ,wenn es dann nach etwas mehr ausschauen soll fängt das bei 2000€ an und hat nach oben keine Grenze. Das ist reine Klientelepolitik für die Bestatter. Es wird also noch lange dauern bis die Sargpflicht in Bayern beerdigt wird.

Börsianer, Freitag, 09.Februar, 14:53 Uhr

36. Börsen einmal eins super erklärt

Die Wirtschaft rationalisiert sich ihre Konsumenten selbst weg. Die Privatisierung und Automatisierung wird früher oder später zum Bumerang. Gut, das dürfte noch ein paar Jahrzehnte dauern, aber das ist die Tendenz. Das Steuereinkommen des Staates sinkt. Damit auch die Ausgaben für Soziales oder Investitionen. Wer bezahlt die Renten und wer die Arbeitslosen? Wer kann konsumieren, wenn Jobs massenweise überflüssig werden? Ohne starken Konsum, Binnennachfrage und Export könnte die Zukunft sehr düster werden. Noch billiger als aus China und Bangladesh usw. geht kaum mehr.
Die vergleisweise wenigen hochqualifizierten Jobs können ein Staatsgefüge nicht erwirtschaften.
Dienstleistungsjobs? Vielleicht übergangsweise bis zur Depression, die sich aber auch nur noch kauf- und zahlungskräftige Menschen leisten werden können.

Dieses Thema wird uns noch lange begleiten, auch wenn momentan alles sehr rosig aussieht. Schön, dass das bei Quer immer wieder im Fokus steht.