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Dellé Reggae - Made in Germany

Die Reggae-Musik eines Bob Marley war für den 9-jährigen Frank Allessa Dellé, der damals in Ghana auf die Volksschule ging, ein Schlüsselerlebnis. Heute ist Dellé selbst ein erfolgreicher Reggaesänger und trägt natürlich Dreadlocks.

Stand: 05.05.2017

Der Sohn eines ghanaischen Arztes und einer deutschen Krankenschwester lebt seit langem in Berlin und ist bekannt als einer der drei Frontsänger der Dancehall-Gruppe "Seeed". Als Solokünstler "Dellé" hat er ebenso seine Fangemeinde und tritt Ende Mai beim  Würzburger Africa-Festival auf.

Du bist doch aus Afrika

Dellé, geboren in Berlin-Lichterfelde. Er hat sich gefunden, in seiner Heimat Deutschland und in den afrikanischen Wurzeln. Irgendwelche Identitätsprobleme? Nein, Danke.

"Ich wusste immer, wo ich herkomm. Wenn einer sagt: 'Du bist doch aus Afrika, was ist denn da?', dann konnte ich ihm etwas dazu sagen. Das Schlimme ist ja, jemand, der afrikanisch aussieht, aber gar nichts über seine Herkunft weiß, der muss irgendwas erfinden."

Frank Dellé

Dreadlocks = Rastafari

Von 6 bis 12 ist Frank Dellé in Papas Heimatstadt Tamale im Norden von Ghana auf die Volksschule gegangen. Dreadlocks waren dort verpönt und auch die Eltern waren gegen diesen Haarstil. Er assoziiert zudem: Gläubiger Rastaman mit dem dicken Joint als Freund.

"Rastafari und Kiffen, das ist nicht meins. Ich erzähle nur mittels der Reggae-Musik, die mich geprägt hat, meine Geschichten."

Frank Dellé

Peter Alexander und AC/DC

Mit 12 ist Dellé zurück nach Deutschland gekommen. Da hat er AC/DC und Queen kennengelernt, aber auch durch seine Oma Mireille Mathieu und Peter Alexander. Er hatte Kassetten, wo auf einer Seite Peter Alexander war und auf der anderen Bob Marley. Natürlich ist er auch mal in der Berliner S-Bahn nach Babelsberg von gestiefelten Glatzen angemacht worden, aber Frank Dellé sieht das ganz locker.

"Wir sind nicht alle gleich. Die einen unterdrücken die anderen. Wir haben die Verantwortung, weil wir in Friedenzeiten geboren sind, den Frieden zu erhalten. Also rede in der Kneipe mit dem Typ, der einen rassistischen Spruch gemacht hat."

Frank Dellé

Halbe/Halbe

Als Solokünstler hat er eins seiner ersten Videos mit Freunden und Familienmitgliedern in Accra/Ghana gedreht. Er wollte dem Klischee vom armen, darbenden Afrika etwas entgegensetzen. Dort ist man fröhlich, feierlaunig und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen.

"Ich kenne die deutsche Kultur, wie auch Gepflogenheiten, die in Afrika wichtig sind. Ich bin aber nicht halb so, halb so. Ich kann 100 % Ghana und 100 % Deutsch geben."

Frank Dellé

Sunnyboy, Glückskind und immer an das Gute glauben, Dellés Wesen und seine Musik ziehen einen mit. Am 28. Mai trat er als krönender Abschluss beim Africa-Festival in Würzburg auf.

Autor des Filmbeitrags: Matthias Beckel


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