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Ein Tag im Leben von Lydia Daher

Von einer, die nach Augsburg zog, um Dichterin, Musikerin und Künstlerin zu werden: Eine außergewöhnliche junge Frau, die ungewöhnliche Wege geht.

Stand: 17.02.2016

Einen Tag - und die halbe Nacht - unterwegs durch Augsburg mit Lydia Daher. Lyrikerin. Sängerin. Collage-Künstlerin. Zugereiste Lokalpatriotin. Sie ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines libanesischen Vaters, geboren 1980 in Berlin, aufgewachsen in Köln - und ganz und gar freiwillig nach Augsburg gezogen.

Lydia Daher

Sie war auf der Suche nach einem Studienplatz, wollte verschiedene deutsche Städte bereisen - und fing mit "A" an: "Augsburg". Und blieb gleich da. Weil sie hier ein "unbeschriebenes Blatt" sein durfte, Lust hatte auf das "harte Bayern" und gespannt war, ob sich die Klischees bestätigen. Bei Poetry Slams machte sie sich bald einen Namen. Mit ihren Gedichtbänden "Kein Tamtam für diesen Tag" und "Ingesamt so, diese Welt" sorgte sie für Furore.

Melancholie und Komik liegen in ihren Gedichten ganz nah beieinander. Sie untersucht die Dichte der Wörter. Was ist ein schweres Wort? Was ein leichtes? Was ist Pathos - und wie stellt man ihm ein Bein? Wir reden mit ihr über das Spiel mit der Sprache, tauchen ein in ihr Leben, albern herum und sind dann wieder ganz existenzialistisch, lassen uns die Welt und die Provinz erklären.

Lyrik, Songs, Cut-up-Collagen

Songs schreibt sie auch. Zwei Alben sind von ihr bereits erschienen: "Lydia Daher" (2007), "Flüchtige Bürger" (2010). Und zusammen mit der Gruppe Tatfull die CD "Algier" (2015). Zuletzt hat sie sich unter anderem mit einer neuen Form der Cut-up-Lyrik beschäftigt - für ihr Buch "Und auch nun, gegenüber dem Ganzen - dies". Sie hat ein Jahr lang deutschsprachige Literaturkritiken auseinander genommen und die Wörter neu kombiniert. Sie hat geschnitten, gerissen, gedichtet und geklebt. Dabei entstanden Collagen aus dem Bildmaterial der jeweiligen Zeitung und dem Text je einer Literaturkritik, die nun im Kunstverein Augsburg ausgestellt wurden.

Lydia Daher zeigt uns ihre Bilder - und ihre Stadt. Sie führt uns in die lebendige Szene von Künstlern und Kreativen in Augsburg. Denkt nach über das Scheitern - unter der mittelalterlichen Mauer der Stadt und vor dem Augsburger Finanzamt. Liest ihre Gedichte zu HipHop-Beats im alternativen "City Club" nachmittags um halb fünf. Singt ein paar Songs im Bandproberaum. Erklärt ihre Ausstellung im Augsburger Kunstverein. Und auch Wegbegleiter melden sich in der Dokumentation des Filmemachers Andreas Krieger zu Wort: der Schriftsteller Andreas Nohl, die Dichterin und Lektorin Karin Fellner, die Tänzerin Anina von Molnar und einige mehr.


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