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Lion Feuchtwanger Geachtet & Geächtet

"Erfolg" ist bis heute eins der besten Bayern-Bücher - der Roman, mit dem Lion Feuchtwanger unsterblich wurde.

Stand: 04.09.2014

Archiv: Lion Feuchtwanger (undatierte Aufnahme) | Bild: picture-alliance/dpa

Mit seinem Roman "Erfolg" hat Lion Feuchtwanger, zu Lebzeiten berühmtester bayerischer Schriftsteller, seiner Heimat ein Danaergeschenk gemacht: In diesem großen zeitgeschichtlichen Panorama schildert er das Biotop, aus dem Anfang der 1920er-Jahre der Nationalsozialismus hervorging.

1925 folgte der gebürtige Münchner Autor aus bürgerlich-jüdischem Milieu, bedrängt vom zunehmend stickigen Klima in der "Hauptstadt der Bewegung", seinem Freund Brecht nach Berlin. 1930 erschien mit "Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz" der erste Teil der "Wartesaal"-Trilogie. 1933 aus Deutschland vertrieben, vollendete er im französischen Exil die beiden anderen Teile. In "Die Geschwister Oppermann" schildert er Schicksale einer jüdischen Unternehmerfamilie, in "Exil" die Situation deutscher Emigranten in Paris.

Villa Aurora

Nach der Besetzung Frankreichs gelang ihm die Flucht in die USA, wo er dank der Honorare seiner in hohen Auflagen übersetzten historischen Romane (Josephus-Trilogie, Jud Süß, Goya, Rousseau, Die Jüdin von Toledo) eine gesicherte Existenz aufbauen konnte. Als er 1958 starb, füllte seine kalifornische Villa eine Bibliothek von 35.000 Büchern. Die bayerische Heimat hat der Staatenlose nie wiedergesehen.

Pazifikküste

In Dietrich Leubes filmischer Dokumentation von Leben und Werk Lion Feuchtwangers kommentieren Autoren wie Tilman Spengler, der Kritiker Marcel Reich-Ranicki, der Verleger Gotthard Erler, der Germanist Harold von Höfe, Schüler des Lion-Feuchtwanger-Gymnasiums in München und Hans Well von der "Biermösl-Blosn" die Bedeutung des Schriftstellers heute.

Marta Feuchtwanger (im Jahr 1987)

Aufzeichnungen von Gesprächen mit Marta Feuchtwanger, die ihren Mann um drei Jahrzehnte überlebt hat, Ausschnitte aus Verfilmungen und historisches Filmmaterial tragen schließlich dazu bei, das Bild eines der erfolgreichsten Münchner Schriftstellers des 20. Jahrhunderts zu vervollständigen.


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