BR Fernsehen - LeseZeichen


0

Hanns-Josef Ortheil Das Kind, das nicht fragte

Der neue Roman von Hanns-Josef Ortheil erzählt von einem einfühlsamen Fragensteller, der als stummes Kind aufwuchs. Ein stummes Kind, wie der Schriftsteller selbst es einmal war.

Stand: 14.03.2013

Hanns-Josef Ortheil | Bild: BR

Als Hanns-Josef Ortheil geboren wurde, hatten seine Eltern schon vier Söhne verloren. Seine Mutter hatte das nicht verkraftet und war verstummt. So wuchs Ortheil ohne die Worte der Mutter auf, und blieb ebenfalls lange stumm. Erst im Alter von sieben Jahren hat er begonnen, zu sprechen - als ihn der Vater auf lange Wanderungen mitnahm und ihm das, was sie jeweils sahen, laut vorsagte.

Hanns-Josef Ortheil

In seinem Roman "Das Kind, das nicht fragte", erzählt Ortheil diese Geschichte aber nicht als Autobiografie, sondern er gibt seinem Protagonisten, dem Ethnologen Benjamin Merz, eine ähnliche Kindheit. Merz ist mit vier viel älteren Brüdern aufgewachsen und hat sich nie getraut zu fragen, konnte nicht mitreden, blieb so sprachlich ausgeschlossen. Jetzt geht der Ethnologe in eine kleine Stadt nach Sizillien, um das Leben der Menschen dort zu erfragen. Gerade, weil er selbst das so mühsam lernen musste und deshalb ein guter Zuhörer ist, bringt er den ganzen Ort dazu, wirklich vom Leben zu sprechen.

Das Buch

Klicken für Coveransicht

Hanns-Josef Ortheil
Das Kind, das nicht fragte
Roman
Luchterhand Literaturverlag
21,99 Euro


0