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Christopher Kloeble Meistens alles sehr schnell

Christopher Kloeble hat eine skurrile Geschichte um einen zurechnungsunfähigen Vater, Geschwisterliebe und Inzucht der Großeltern, über verborgene Schätze, eine hartnäckige Suche und über die Liebe eines Kindes geschrieben.

Von: Rudolf von Bitter

Stand: 08.03.2012

Christopher Kloeble erzählt die Geschichte eines Jungen, der seine Mutter sucht. Geworden ist daraus ein oberbayerisches Märchen: Albert sucht seine Mutter. Fred ist sein Vater, aber Albert muss über seinen Vater bestimmen wie über ein Kind. Es ist zugleich eine Parabel vom Aufgeben oder Durchhalten. Und eine Geschichte vom Erwachsenwerden:  Davon, wie ein junger Mensch anfängt, Zutrauen zu sich selbst zu gewinnen.

Christopher Kloeble

Aber zunächst war es ein einsamer, stets gut aufgelegter Mann, der ewig an der Haltestelle des Überlandbusses in Königsdorf stand, der dem Schüler Kloeble auffiel. Daraus ist Fred geworden, ein Kind gebliebener Mann, Alberts Vater. Christopher Kloeble hat aus dieser Konstellation eine leicht skurrile, spannende und liebenswerte Muttersuche gemacht, mit Rückblicken auf Großeltern, die, statt zu heiraten, mit ihrem Bruder, ihrer Schwester Kinder hatten, Menschen, die einander und auch ein bisschen sich selbst so liebten, dass sie niemanden anderes brauchten.

Julia Benkert im Gespräch mit Christopher Kloeble

Aber das allein macht noch keinen schönen Roman. Vielmehr ist es Kloebles immer wieder überraschende, witzige und wendige Art, mit der er uns fesselt. Wird es mal zu gefühlsstark mit seinen Figuren, dann findet er ein unerwartetes Detail, macht mit einer besonderen Formulierung einen Scherz oder hat sonst einen Einfall, der seinem Roman seine Leichtigkeit erhält.

Wir haben ihn an einer Haltestelle getroffen, aber statt auf grüne Autos zu achten, wollten wir von ihm wissen: Was ist sein "liebster Besitz"?

Das Buch

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Christopher Kloeble
Meistens alles sehr schnell
Roman
dtv premium
14,90 Euro


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