BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Yvonne Holthaus: Verrat, Schulden und ein Mord Und doch kann ich vertrauen

Yvonne hatte allen Grund, das Vertrauen in die Menschen und die Welt zu verlieren. Ein Freund treibt sie in die Privatinsolvenz, ihre Mutter wird ermordet und sie verliert ein ungeborenes Kind. Trotz alledem kann Yvonne heute wieder vertrauen und mit ihrer Erfahrung Menschen in schweren Krisen helfen.

Stand: 29.06.2017

Und doch kann ich vertrauen | Bild: BR/Angelika Lizius

Yvonne ist ein ungewolltes Kind und wächst die ersten Jahre überwiegend bei einer Tante auf. Von ihr bekommt sie Zuneigung und Liebe, die ihr die Kraft geben, alle Widrigkeiten des Lebens zu ertragen. Ihre Mutter ist kalt, der Vater wird ihr Rettungsanker, auch wenn er sehr streng ist.

Filminfo

Originalitel: Und doch kann ich vertrauen (D, 2016)
Regie: Angelika Lizius
Redaktion: Christiane von Hahn
Länge: 44 Minuten
16:9, VT-UT, stereo

Mit Anfang 20 glaubt Yvonne, den Mann ihres Lebens gefunden zu haben. Er will sich als mobiler Automechaniker selbstständig machen. Von der Bank lässt sich Yvonne zu einer Bürgschaft für ihren Verlobten überreden. Doch nachdem Yvonne die Hochzeit absagt, taucht der ehemalige Verlobte ab und lässt Yvonne mit einem Berg Schulden zurück.

Yvonne Holthaus (rechts) lacht mit ihrer Jugendfreundin Heike.

Kurz darauf wird ihre Mutter ermordet. Zunächst gerät Yvonne in den Fokus der Ermittler. Bald jedoch stellt sich heraus, dass der Vater den Mord in Auftrag gegeben hat.

Für Yvonne bricht eine Welt zusammen. Außerdem erbt sie weitere Schulden. Sie muss Privatinsolvenz anmelden. Nach schrecklichen dreieinhalb Jahren schafft sie es, finanziell wieder auf die Beine zu kommen.

Heute ist Yvonne Heilpraktikerin für Psychotherapie, lebt glücklich mit Mann und Kind in der Nähe von Passau und hilft Menschen in schweren Lebenskrisen.

Hintergrund-Infos der Autorin Angelika Lizius

„Noch nie hatte ich während der Dreharbeiten so sehr das Gefühl, mit der Protagonistin auf eine Reise zu gehen, wie bei dieser Lebenslinien-Produktion.

Yvonne Holthaus wollte nach 14 Jahren ihren Vater noch einmal sehen - in der JVA Aachen. Wir wussten anfangs nicht, ob ihr Vater einwilligen würde. Aus purem Zufall waren wir mit der Kamera dabei, als sein Antwortbrief kam. Sollten wir den intimen Moment, während Yvonne den Brief liest, filmen, oder uns diskret im Hintergrund halten?

Yvonne machte mir die Entscheidung leicht. Sie hatte ein sehr klares Motiv für diesen Film: Sie will Menschen zeigen, dass man auch nach harten Schicksalsschlägen wieder aufstehen und ein selbstbestimmtes, glückliches Leben führen kann. Deshalb erzählte sie ihre persönliche Geschichte so offen und erlaubte uns, auch sehr emotionale Momente mit der Kamera zu begleiten.“


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