BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien – Die Geschichte der Maria Blumencron Mutterseelenallein

Maria ist zweieinhalb Jahre alt, als sie von ihrer Mutter getrennt wird. Als sie neben ihren sechs tibetischen Patenkindern einen eigenen Sohn bekommt, spürt sie, wie ihre Geschichte sich zu wiederholen droht. Sie begibt sich auf Spuren in die Vergangenheit, um in ihre eigene Mutterrolle zu finden...

Stand: 18.12.2015

Maria Blumencron mit Patenkind | Bild: David Joachim Sünderhauf

Maria ist zweieinhalb Jahre alt, als ihre Mutter sie verlässt. Ihre ganze Kindheit und Jugend verbringt Maria mit der Frage nach dem "Warum".

Filminfo Lebenslinien

Originalitel: Mutterseelenallein (D, 2013)
Regie: Gabriele Dinsenbacher
Redaktion: Sonja Hachenberger/Petra Felber
Drehzeit/Drehort: 2013 in Nepal/München/Köln/Salzburg/Wien
Länge: 44 Min.

Bei Filmaufnahmen im Himalaya trifft sie auf sechs tibetische Flüchtlingskinder. Sie verspricht ihnen, für sie zu sorgen. Als sie ein Jahr später selbst Mutter wird, lebt sie fortan in ständiger Zerrissenheit zwischen ihrem Kind in Deutschland und den sechs Patenkindern in Indien.

Maria erkennt, dass auch sie ihr Kind zu oft im Stich lässt. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer eigenen Geschichte und erfährt, welche tragischen Umstände es waren, unter denen ihre Mutter sie verlassen hat.

Schmerzlich wird ihr bewusst, wie die Geschichte sich zu wiederholen droht und dass sie etwas in ihrem Leben ändern muss, um in ihre eigene Mutterrolle zu finden...

"Durch die Dreharbeiten zu meiner 'Lebenslinie' habe ich die Dynamik verstanden, die ich aus dem Leben meiner rastlosen Mutter übernommen und in meinem eigenen fortgesetzt habe. Erst mit der filmischen Aufarbeitung meiner Geschichte durch eine erfahrene Filmemacherin wie Gabriele Dinsenbacher konnte ich mein Leben und das meiner Mutter verstehen."

(Maria Blumencron)

Lebenslinien-Hintergrund

1965 wird Maria Bumencron in Wien geboren. Ihre Mutter ist eine erst 18-jährige österreichische Gräfin, die mit der frühen Verantwortung überfordert ist. Nach einem Suizidversuch der damals noch minderjährigen Mutter wird Maria der Obhut ihrer Großmutter väterlichseits übergeben.

Um nicht seelisch an der Trennung von ihrem Kind zu zerbrechen, hetzt Marias Mutter als 'wildeste Gräfin Österreichs' durch die Celebrity-Klatschpalten Österreichischer Tageszeitungen und profiliert sich schließlich als Malerin. Als Teenager verfolgt Maria das Leben ihrer faszinierenden Mutter über die Medien und träumt davon, sie mit Erlangung ihrer eigenen Volljährigkeit endlich kennen lernen zu dürfen. Doch die Mutter stirbt genau drei Monate vor Marias achtzehntem Geburtstag.

Dieses Gefühl, zu spät gewesen zu sein, bestimmt von nun an ihr Leben: "Ich lebe nicht, ich renne", sagt Maria. Sie ist Autorin, Filmemacherin,  Multivisionsreferentin, Mutter eines elfjährigen Sohnes, Gründerin der Hilfsorganisation Shelter108 e.V. und Patenmutter von sechs jungen Tibetern, die seit ihrer Flucht aus Tibet vor vierzehn Jahren getrennt von ihren Eltern aufwachsen mussten.

Sie lässt Kinderhäuser in Indien bauen, gründet ein Kinder- und Jugendhostel in Nepal, unterstützt russische Straßenkinder, sie vermittelt für 550 tibetische Exilkinder Paten. Sie organisiert Patenreisen und Ferienreisen für traumatisierte Flüchtlingskinder - bei all dem bleibt zuwenig Raum für das eigene Kind.


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