BR Fernsehen - Lebenslinien


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Lebenslinien - Klemens Brugger entschleunigt sein Leben Der vegetarische Metzger

Klemens führt mit großem Erfolg seine Metzgereien am Bodensee und ist in seinem Wohnort bestens integriert. Dann ändert er mit Mitte 40 radikal sein Leben. Er trinkt keinen Alkohol mehr, zieht sich aus allen Vereinen zurück, verkauft seinen Betrieb und wird Vegetarier. Jetzt stehen für ihn Entschleunigung und gesunde Ernährung im Mittelpunkt.

Stand: 18.05.2017

Klemens‘ Eltern betreiben eine gut gehende Metzgerei am Bodensee. Als er die Aufnahmeprüfung am Gymnasium nicht besteht, ist der Vater insgeheim froh und bestimmt ihn als seinen Nachfolger für den Betrieb.

Filminfo

Originalitel: Der vegetarische Metzger (D, 2017)
Regie: Johannes Gulde/Stefanie Landgraf
Redaktion: Christiane von Hahn
Läge: 45 Minuten
VT-UT, 16:9, stereo

Doch schon in der Lehre merkt Klemens, dass er für den Metzger-Beruf nicht geboren ist. Das Schlachten fällt ihm schwer. Trotzdem beendet er seine Lehre und wird mit 22 Jahren einer der jüngsten Metzgermeister Deutschlands.

Klemens übernimmt den Familienbetrieb, baut ihn aus und erweitert ihn um einen Partyservice, in dem er neben Fleisch auch vegetarische Gerichte anbietet – Mitte der 80er-Jahre auf dem Land ein Novum. Er heiratet, bekommt drei Kinder und engagiert sich im Ort in vielen Vereinen. Es folgt eine beispiellose Karriere in Beruf und Politik, die ihn in der ganzen Region am Bodensee bekannt macht.

2004 dann der Bruch: Klemens stellt sich der Leere, die er in sich spürt und verändert sein Leben radikal. Er trinkt keinen Alkohol mehr, wird Vegetarier, fängt an zu meditieren und verkauft schließlich sein Metzgerei-Imperium.

Er behält nur seine zwei Schulkantinen, die er als Pächter betreibt. Dort bietet er zwar Klassiker wie "Schnitzel mit Pommes“ an, versucht aber, die Jugendlichen für werthaltige Lebensmittel zu interessieren und für vegetarische Gerichte zu begeistern.

Tipp von Klemens Brugger "Knoblauch im Essen – nicht im Atem!“

Zubereitung von Knoblauch im Essen, ohne dass er später riecht: Die Knoblauchzehe mit dem Messer zerdrücken und dabei immer wieder Salz dazugeben, bis der Knoblauch ganz breiig wird. Gibt man ihn dann in den Topf oder in die Pfanne, bleibt er im Essen enthalten, den scharfen Geruch aber hat er verloren.


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