BR Fernsehen - Kunst & Krempel


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Hexenteller Spätes 18. Jahrhundert, aus Schwäbisch Gmünd

Detailreicher Zinnteller mit der eingravierten Darstellung einer Hexe, die auf einem Scheiterhaufen steht, neben ihr zwei Vertreter der Stadt. Die Gravur wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Porzellangeschirr in Mode kam, ergänzt.

Stand: 22.10.2009 | Archiv

Hexenteller | Bild: BR

Detailreicher Zinnteller mit der Inschrift: "Anno Domini 1712, den 13. Aprilis, wurde in der freien Reichstadt Schwäbisch Gmünd Ursula Pfeiffer, genannt Messmer Ursel, dem peinlichen Gericht als Hexe übergeben und zum Feuer verurteilt." Im Tellerrund ist die eingravierte Darstellung einer Hexe, die auf einem Scheiterhaufen steht, neben ihr zwei Vertreter der Stadt. Die Hexenverbrennungen sind ein Phänomen der frühen Neuzeit um das sich bis heute viele Mythen ranken. Die Gravur wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Porzellangeschirr in Mode kam, ergänzt, damit der Teller zur Zierde an die Wand gehängt werden konnte. Der Teller ist älter, die Marken sind verschlagen, er stammt vermutlich aus dem späten 18. Jahrhundert.

Fakten:

  • geschätzter Wert: 200 bis 300 Euro
  • Herkunft/Datierung: Schwäbisch Gmünd, spätes 18. Jahrhundert
  • Sendung vom 24. Oktober 2009

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