BR Fernsehen - Kontrovers


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Smartphones Wenn das Handy zur Droge wird

Immer online, immer erreichbar - alle 18 Minuten prüft ein Smartphonebesitzer, ob eine neue Nachricht eingegangen ist, so eine Studie. Schon Zwölfjährige hängen heute am Handy. Wo hört "normale" Nutzung auf, wo fängt Sucht an?

Stand: 27.07.2015

Wer kann sich noch ein Leben ohne Smartphone vorstellen? Die kleinen, praktischen Geräte gehören zum Leben dazu, ohne geht heute scheinbar nichts mehr.  Fast drei Stunden am Tag sind wir mit dem Smartphone beschäftigt, nur zehn Minuten telefonieren wir, die meiste Zeit verbringen wir in sozialen Netzwerken. Das hat Prof. Christian Montag in einer breit angelegten Smartphone-Studie zusammen mit der Universität Bonn herausgefunden.

Mit einer speziellen App messen die Forscher, wie oft und wie lange die Studienteilnehmer ihre Handys jeden Tag benutzen. Ein Ergebnis: Alle 18 Minuten prüfen Smartphonebesitzer, ob eine neue Nachricht eingetrudelt ist. Alarmierend, findet der Psychologe Christian Montag: "Wir unterbrechen uns den ganzen Tag, das heißt, wir können uns eigentlich nicht mehr ordentlich konzentrieren, weil wir irgendwie permanent das Gerät schon in der Hand haben, um mal kurz irgendwas zu checken." Keine Konzentration mehr, keine Ruhephasen.

Immer mehr Menschen nervt diese Dauer-Erreichbarkeit und Ablenkung selbst, sie empfinden das Smartphone als Stressfaktor. Für sie hat ein Berliner Start-up-Unternehmen jetzt ein Hilfsangebot entwickelt, eine Offline-App.  Mit ihr lässt sich das Smartphone so programmieren, dass man automatisch zu bestimmten Zeiten nicht erreichbar ist. Vielleicht ein erster Schritt, um öfter mal abzuschalten ...


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