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Neue Rapspflanzen Gentechnik durch die Hintertür?

Wenn Gentechnik drin ist, muss das auf der Packung draufstehen. Damit Verbrauchern keine Gentechnik ins Essen gemogelt werden kann. Doch die Industrie versucht, Lücken im Gentechnikgesetz auszunutzen ...

Stand: 27.07.2015

Noch dieses Jahr soll in Deutschland ein Gesetz in Kraft treten, das flächendeckende Anbauverbote gentechnisch veränderter Pflanzen möglich macht, die sogenannte Opt-Out-Regelung. Die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland steht gentechnisch veränderten Lebensmitteln schon lange kritisch gegenüber. Harte Zeiten für die Gentechnik-Industrie also. Jetzt sorgt ein neuer Raps des US-Biotechnologiefirma Cibus für Diskussionen. Die Pflanze wurde mit Hilfe eines besonderen Verfahrens umgebaut, dem sogenannten Genome-Editing, und so modifiziert, dass er bestimmte Unkrautvernichtungsmittel überlebt.

Gentechnik oder nicht?

Ist dieser Raps nun gentechnisch verändert oder nicht? Über diese Frage ist Streit entbrannt zwischen dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das den Raps als nicht-gentechnisch verändert eingestuft hat, und einem breiten Bündnis von Gentechnik-Gegnern, das das neue Verfahren für eine Masche hält, das Gentechnik-Gesetz zu umgehen.

Inzwischen hat sich die EU-Kommission eingeschaltet und einen Entscheidung über den Cibus-Raps bis Ende des Jahres angekündigt.
Kontrovers über Tricks und neue Techniken der Gentechnik-Industrie.

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