BR Fernsehen - Kontrovers


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Das Gold von Bernstorf Fälschungsverdacht besteht weiter

Es war ein Sensationsfund: der Bernstorfer Goldschatz. Angeblich 3.000 Jahre alt, liegt er seit 1998 in der Archäologischen Staatssammlung. Doch ist er wirklich echt? Es gibt neue Forschungsergebnisse. Doch die werden als Geheimsache behandelt ...

Stand: 02.12.2015

Schon vor einem Jahr berichtete Kontrovers über den Fälschungsverdacht. Der renommierte Archäometrie-Experte Prof. Ernst Pernicka kam bei der Analyse des Schatzes zu dem Schluss, dass es sich wohl um modernes Industriegold handelt.

Bernstorfer Goldfund

Und auch andere Indizien deuten auf eine Fälschung hin. Die Fundumstände sind äußerst ungewöhnlich, in der Ummantelung fand sich eine Kiefernnadel aus dem 20. Jahrhundert. Und auch die Authentizität der Bernsteine, die dem Fund zugerechnet werden, wird bezweifelt.

Schatz oder freche Fälschung?

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben Archäologen im Oktober vergangenen Jahres all diese Verdachtsmomente bei einer Konferenz in München diskutiert, die Verantwortlichen versprachen Aufklärung. Tatsächlich gibt es inzwischen neue Gutachten, Messungen und Dokumentationen. Aber was steht da drin?

Als Kontrovers-Reporter nachfragen, treffen sie auf großes Schweigen. Warum? 

Hintergründe zum Bernstorfer Goldschatz

1998 hatten zwei Hobbyarchäologen, ein Mediziner und eine gelernte Bankkaufrau nach eigenen Angaben im Inneren einer bronzezeitlichen Befestigungsanlage im Landkreis Freising die verzierten Goldbleche gefunden. Der Mediziner erhielt 2010 für den Fund das Bundesverdienstkreuz, beide Finder hatten sich für die Gründung des "Bronzezeit Bayern Museums" in Bernstorf eingesetzt.

Die aus Goldblech gefertigten Teile befinden sich heute im Besitz der Archäologischen Staatssammlung München. Bei den Bernstorfer Goldfunden handelt es sich nach deren Angaben um eine Diademkrone, eine Gewandnadel, zahlreiche Anhänger und eine Art Umwicklung eines Zepters.

Das Alter der Objekte wurde anfangs auf den Zeitraum zwischen 1.600 und 1.400 v. Chr. datiert. Die Staatssammlung hob damals deren überragende Bedeutung für die bayerische Landesgeschichte und die bronzezeitliche Geschichte Europas hervor. Inzwischen bestehen jedoch Zweifel am tatsächlichen Alter des Goldes.


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