BR Fernsehen - Kontrovers


2

Die Story Albtraum Einbruch

Die Täter schlagen immer nach der gleichen Methode zu: Sie bohren ein Loch in den Rahmen des Fensters, öffnen es und steigen ein. Oft, wenn die Bewohner schlafen. Die Polizei auf Einbrecherjagd…

Stand: 07.08.2013

Einbrecher kommt durchs Fenster | Bild: colourbox.com

Eine Einbruchserie hält München in Atem. Oft merken die Opfer erst am nächsten Morgen, dass nachts ein Fremder im Haus war. Weil Holzspäne am Boden liegen, der Fenster-oder Türrahmen aufgebohrt ist, der Griff geöffnet. Weil Bargeld oder andere Wertsachen fehlen.

Der Fensterbohrer-Trick

Terrassentür und Erdgeschossfenster als Einfalltür

Am häufigsten dringen Einbrecher über Terrassentüren oder Erdgeschossfenster ein. Leicht erreichbar und schlecht einsehbar durch Bepflanzung sind Terrassentüren, besonders auf der Hausrückseite, ein guter Angriffspunkt. Herkömmliche Fenster mit Rollzapfenverschlüssen sind leicht aufzukriegen. Spezielle Fenster der Widerstandsklasse 2 halten Einbrecher besser zurück.

30 Mal haben die Täter seit Jahresbeginn im Raum München schon mit dem Fensterbohrer-Trick zugeschlagen. Der verursacht kaum Lärm. Unbemerkt steigen die Einbrecher ein, unerkannt fliehen sie. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt seit Wochen auf Hochtouren. Polizisten und Spurensicherer vom Kriminaldauerdienst nehmen jeden Tatort genau unter die Lupe: Fingerabdrücke, Fußspuren, DNA. Jedes Detail kann das entscheidende sein, um den Tätern auf die Spur zu kommen.

So sichern Sie Ihr Haus

Licht

Beleuchtung
Um Anwesenheit vorzutäuschen, sind Zeitschaltuhren für Lampen ein guter Tipp. Allerdings kann man bei einfachen Modellen nur eine bestimmte Uhrzeit einstellen, sodass das Licht jeden Tag zur selben Zeit angeht. Das ist fast so auffällig wie ständige Dunkelheit.

Hier gibt's zwei Behelfsmöglichkeiten: Entweder kaufen Sie mehrere Steck-Uhren und programmieren jede mit einer anderen Zeit, oder Sie leisten sich eine aufwendigere Uhr, bei der Sie verschiedene Uhrzeiten programmieren können.

Fenster und Rollos

Fenster zu
Lassen sie Fenster , Balkon- oder Terrassentüren nicht offen oder gekippt. Wenn Sie abschließbare Fenstergriffe haben, dann sperren Sie ab, bevor Sie in Urlaub fahren.

Rollläden regelmäßig betätigen
Bei elektrischen Rollläden muss die Zeitschaltuhr vom Elektriker eingebaut werden. Das dauert rund eine Stunde. Der Fachmann stellt dafür etwa 100 Euro in Rechnung. Einfacher ist es meist, Freunde oder Nachbarn zu bitten, die Rollos regelmäßig zu betätigen.

Garten

Rasen und Bewässerung
Wenn sie länger verreisen, bitten sie jemanden, den Rasen regelmäßig zu mähen. Ein ungemähter Rasen im Garten deutet auf längere Abwesenheit hin. Den Rasensprenger können Sie auch zeitgesteuert laufen lassen.

Markisen

Wind- und Sonnenfühler
Bei Markisen sind Zeitsteuerungen nur bedingt empfehlenswert. Wenn es windig ist, kann's gefährlich werden. Hier bieten sich Wind- und Sonnensensoren an. Gelangt an den Fühler Sonne, wird die Markise ausgefahren. Ist die Sonne weg, fährt das Sonnensegel zurück.

Ein zusätzlicher Windfühler fährt die Markise ein, sobald es zu windig wird - auch, wenn die Sonne weiterhin scheint. Der Windfühler hat hier Priorität. Das Ganze kann man nachrüsten lassen, ist mit etwa 300 Euro jedoch nicht ganz billig.

Technik 1

Sperren, Alarmanlagen, Bewegungsmelder
Den einfachsten Schutz bieten Panzerriegel oder elektronische Beschläge an der Haustür und Fenster mit absperrbaren Fenstergriffen oder einer Mehrfachverriegelung. Solche Fenster sind schwerer zu öffnen, lassen sich nicht leicht aushebeln und erzeugen Lärm beim Einbruch.

Technik 2

Einfamilienhäuser
Bei Einfamilienhäusern müssen dazu besonders die Terrassen- und Balkontüren sowie die Erdgeschossfenster gesichert werden - die Haupteinstiegswege von Einbrechern. Die Polizei empfiehlt auch Alarmanlagen und Bewegungsmelder. Solch ein sichtbarer Einbruchschutz hätte eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher, da sie es meist eilig haben. Regel Nummer eins heißt aber: Immer die Tür absperren, auch wenn Sie nur fünf Minuten außer Haus gehen!

Die Kosten für Einbruchschäden haben laut Versicherungswirtschaft mit rund 470 Millionen Euro bundesweit 2012 einen neuen Rekord erreicht. Doch für Einbruchs-Opfer ist der finanzielle Schaden oft nicht das Schlimmste. Sondern die Erkenntnis, dass die eigenen vier Wände nicht sicher sind.

Schlimme psychische Folgen für Betroffene

Der Einbruch in die Privatsphäre - für viele ein traumatisches Erlebnis. In der Kontrovers-Story begleiten Reporter Spurensicherer und Ermittler bei ihren Einsätzen, sie sprechen mit Opfern und fragen bei Fachleuten nach, wie Häuser oder Wohnungen sicherer gemacht werden können. Um sich vor dem Albtraum Einbruch zu schützen.

So schützen Sie sich vor Einbrechern:

  • Haus-, Wohnungs- oder Ersatzschlüssel nie draußen, zum Beispiel unter der Fußmatte oder in einem Blumentopf verstecken. Einbrecher kennen die einschlägigen Verstecke.
  • Bei Türen mit Glasfüllungen oder absperrbaren Fenstergriffen nie den Schlüssel im Schloss stecken lassen.
  • Achten Sie in Ihrer Nachbarschaft auf Verdächtiges, zum Beispiel auf Fahrzeuge, die mehrmals sehr langsam vorbeifahren, oder auf auffällige Personen. Notieren Sie gegebenenfalls das Kfz-Zeichen verdächtiger Fahrzeuge und verständigen Sie die Polizei.
  • Zögern Sie bei verdächtigen Geräuschen (Bohrgeräusche, Klirren, etc.) nicht, die Polizei anzurufen. Die kommen lieber einmal umsonst als zu spät.
  • Wertsachen nicht offen herumliegen lassen. Sparbücher, Schmuck und Bargeld in einem einbruchsicheren Tresor aufbewahren. Besonders wichtige Dokumente und Schmuck in einem Schließfach bei Ihrer Bank deponieren.
  • Markieren Sie Ihre Wertgegenstände, erfassen Sie sie in einer Liste, am besten mit Foto.
  • Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte die Anschaffung einer Alarmanlage in Erwägung ziehen.


Besonders zur Urlaubszeit - aber nicht nur dann - sollten auch die nachfolgenden Tipps beherzigt werden:

  • Anrufbeantworter ausschalten oder eine neutrale Ansage aufsprechen.
  • Urlaubszeit nicht in sozialen Netzwerken verkünden.
  • Sämtliche Fenster und Türen schließen und absperren - auch Keller- und Hintereingänge.
  • Leitern, Mülltonnen und sonstige Einstiegshilfen wegsperren oder anketten.
  • Zeitschaltuhren einsetzen: Mit ihnen können Licht, Rollos und Radios zeitgesteuert werden. Das täuscht Anwesenheit vor.
  • Zeitungen und Post abbestellen. Der Aufkleber "keine Werbung" schützt vor übervollen Briefkästen.
  • Wenn die Reise länger dauert: Bitten Sie Nachbarn, Freunde oder Verwandte, hin und wieder nach dem Rechten zu sehen.
  • Lassen Sie den Rasen ab und an mähen - ein ungemähter Rasen im Garten deutet auf längere Abwesenheit hin.

Beratung und Information:

Die Kriminalpolizei berät Sie kostenlos und individuell zum Einbruchschutz, bei Anfrage auch vor Ort. Informationen erhalten Sie in allen Polizeidienststellen. Kümmern Sie sich rechtzeitig darum. Im folgenden finden Sie Tipps zum Einbruchschutz, Beratungsstellen der Kriminalpolizei und eine Liste von amtlich zertifizierten Firmen für Sicherheitstechnik.


2