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jetzt red i in Mainburg Türkischer Wahlkampf bei uns - Spaltet Erdogan die deutsch-türkische Gemeinschaft? 

Die Abstimmung über das Präsidialsystem sorgt auch bei uns für hitzige Diskussionen. Auch wenn keine großen Wahlkampfauftritte wie in Hamburg mehr stattfinden, die Stimmung ist gereizt.

Stand: 21.03.2017

Die umstrittenen Wahlkampfauftritte türkischer Politiker, die Verhaftung des „Welt“-Journalisten Deniz Yücel,  Belehrungen und Beschimpfungen von beiden Seiten – noch nie war das deutsch-türkische Verhältnis so schlecht wie zurzeit. Selbst der Bundeskanzlerin Angela Merkel geht das alles zu weit: "Die Nazi-Vergleiche türkischer Politiker müssen aufhören," fordert sie. Und daraufhin hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) angekündigt, dass die Bundesregierung ein Paket von wirtschaftlichen Hilfsmaßnahmen für die Türkei auf Eis gelegt habe. Dabei ist die Türkei nicht nur ein wichtiger Handels- und Bündnispartner. Mehr als 200.000 Türken leben alleine in Bayern - die mit Abstand größte ausländische Bevölkerungsgruppe. Und viele, die einst als Gastarbeiter kamen, wohnen mit ihren Familien seit Jahren im Freistaat – wie in Mainburg, wo fast jeder zehnte Einwohner türkische Wurzeln hat.         

Genau sie will Präsident Erdogan jetzt für sich gewinnen: Denn am 16. April wird in der Türkei über die Einführung eines Präsidialsystems abgestimmt. Um die dafür notwendige 2/3-Mehrheit zu erreichen, werben Minister seiner AKP-Regierung in Deutschland öffentlich um Zustimmung. Nachdem einige geplante Auftritte abgesagt wurden, warf Erdogan den Behörden „Nazi-Methoden“ vor. Die deutschen Politiker reagierten empört. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sprach von einer „ungeheuerlichen Entgleisung des Despoten vom Bosporus.“

Darüber diskutieren die Bürger mit Politikern und Experten:

"Wir sollten einen Auftritt, eine politische Betätigung von Herrn Erdogan verbieten, weil, was er macht - und da wissen wir, worum es geht als Deutsche - ist nichts anderes als eine Art Ermächtigungsgesetz für die Türkei. Und da darf Deutschland keinen Beitag leisten."

Hans-Peter Uhl (CSU), Innenpolitiker im Bundestag  

Vural Ünlü | Bild: BR

"Ich respektiere das Votum von Erdogan-Wählern, bin aber ein klarer Befürworter des Neins zum Referendum. Aber ich glaube, wenn man als demokratischer Rechtsstaat glaubwürdig sein will, dann darf die Versammlungsfreiheit nicht willkürlich eingeschränkt werden."

Vural Ünlü, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Bayern

"Präsident Erdogan versteht es, die Türkei immer wieder in der Opferrolle darzustellen. Doch wer die Nazikeule schwingt, hat wenig Argumente für seine Sache. Es geht da mehr um Stimmungsmache."

Martin Neumeyer (CSU), Landrat Kelheim

Diskutieren Sie mit!

Soll türkischer Wahlkampf in Deutschland verboten werden? Oder sind solche Auftritte nicht Teil der Meinungsfreiheit? Spaltet Erdogan mit seinem Wahlkampf die Gemeinschaft der hier lebenden Türken? Wie belastet ist das deutsch-türkische Verhältnis? Und was bedeutet das für das Zusammenleben von Einheimischen und Türken?    

Jetzt haben Sie das Wort! jetzt red i kommt in die Stadthalle Mainburg. Und Sie können mit-diskutieren bei dem Thema: "Spaltet Erdogan die deutsch-türkische Gemeinschaft?"

Unsere Moderatoren Tilmann Schöberl und Franziska Storz sind gespannt auf die Diskussion und freuen sich auf Ihre Meinungen - egal ob live in Mainburg oder per E-Mail oder Facebook!


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Franz Sausgruber, Donnerstag, 23.März, 09:08 Uhr

16. türkischer Wahlkampf in Deutschland

Ich bin der Meinung, dass türkischer Wahlkmapf in Deutschland nichts verloren hat.Jedes Land soll seinen eigenen Wahlkampf führen, und zwar im eigenen Land.
Außerdem finde ich die doppelte Staatsbürgerschaft für einen großen Fehler.Jeder muß sich für eine Staatsangehörigkeit entscheiden.DoppelteStaatsangehörig-
keit öffnet für jeden Blödsinn Tür und Tor. Wer die deutschen Werte nicht an erkennt, b zw. ihm nicht passen, soll hingehen, wo er herkommen ist.
In Deutschland ist Maß erreicht, das sc hön langsam unerträglich ist. Wir Deutschen haben schon lange verloren, wir haben n ichts mehr zu sagen . Und unsere Politiker sind so blöd und naiv un d trauen sich nichts sagen.

SteuerNr., Mittwoch, 22.März, 21:03 Uhr

15. Erdowahn

Ich denke, der Erdogan hat mittlerweile den Verstand verloren. Anders kann man sich seine letzten Aussagen kaum erklären. Für jene, die ihm trotzdem folgen wollen, empfehle ich dringendst die Lektüre der deutschen Geschichte zu den 30igern Jahren des letzten Jahrhunderts. Da hat der Herr Uhl schon recht. Warum nun der Erdogan von den Auftritten in Deutschland Abstand nimmt? Kann es sein, dass er nun selber den Besuch der OECD-Wahlbeobachter zu dem Referendum am 16.4 in die Türkei verbieten möchte?Nur mal so am Rande gefragt...Servus!

Heike Jacubowski , Mittwoch, 22.März, 20:59 Uhr

14. Türkei

Das Referendum ist ein Zeichen der Demokratie.
Auf die Türken wird immer häufiger draufgehauen. Befragen Sie doch mal die Deutschen, die in der Türkei leben-wie diese die Situation erleben. Alles politisches Werzeug um die Türkei zu schaden.
Wir Deutschen sind nicht ehrlich. Es wird massiv Stimmung gemacht in der BRD. Schade.

Mayr S., Mittwoch, 22.März, 20:52 Uhr

13. Erdogan

Mich würde mal interessieren was Hr Erdogan sagen würde, wenn wir Deutsche uns so Aufführen würden in der Türkei.

Die Türken die in BRD leben wollen sollen die Deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und danach leben. Wir Deutsche müsste das in der Türkei auch tun!

Karl Heinz Müller, Mittwoch, 22.März, 20:50 Uhr

12. Meinung

Glauben Sie wir könnten in der Türkei auch mit den gleichen Integrationsangeboten rechnen wie die Türken bei uns?