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Matratzen Welche Matratze ist die richtige?

Gut geschlafen? Von wegen, viele klagen über Schlafprobleme und Rückenschmerzen! Liegt´s an den Matratzen? In bundesdeutschen Betten lümmeln sich schlappe, olle Matratzen mit einem Durchschnittsalter von 17 Jahren! Zehn sind eigentlich genug. Doch welche Matratze ist die richtige, worauf kommt´s bei der Auswahl an? Matratzenkauf ist nichts für Schlafmützen!

Von: Bernd Thomas

Stand: 18.03.2017

Zehn jahre alte Matratze am Stachus in München | Bild: BR

Wie man sich bettet, so liegt man. Und viele liegen schlecht! Bei Schmerzen und Rückenproblemen lohnt sich zu überlegen, was kann konkret verändern kann. Eine gesunde Schlafumgebung und ein Bett mit der richtigen Matratze sind schon mal die halbe Miete. Bei circa 2500 Stunden pro Jahr im Bett, insgesamt sogar zwischen einem Viertel bis zu einem Drittel unseres ganzen Lebens, ist das durchaus wichtig. Doch worauf, bitte schön, liegt man richtig, gibt es die optimale Matratze überhaupt? Dr. med. Ralph Medele ist Arzt im Wirbelsäulenzentrum am Stiglmaierplatz in München. Rückenpatienten sieht er täglich viele.

"Ich bin sicher davon überzeugt, dass eine qualitativ hochwertige Matratze wesentlich zu einem gesunden und erholsamen Nachtschlaf beiträgt, wobei wir ehrlicherweise sagen müssen, dass es gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Matratze im Zusammenhang mit Bandscheibenschäden oder Veränderungen am Rücken nicht gibt."

Dr. med. Ralph Medele, Neurochirurg, München

Was Dr. Ralph Medele dann sagt, lässt aufhorchen, obwohl es nur eine Vermutung nahelegt:

"Was wir wissen ist, dass etwa die Hälfte der Bandscheibenvorfälle nachts im Schlaf passiert. Wir wissen nicht den wirklichen Grund dafür, aber wohlweislich oft die Situation, dass der Patient aus tiefem Schlaf plötzlich aufwacht mit heftigen Rücken- und Rücken-Bein-Schmerzen und dass das der Beginn eines Bandscheibenleidens gewesen sein kann."

Dr. med. Ralph Medele, Neurochirurg, München

Auch der Rücken braucht Erholung

Der mögliche Hintergrund: In der Nacht entspannen sich unsere Muskeln, das Skelett sollte also gut gestützt werden. Im Ideallfall erledigt das die Matratze in der Rücken- und Seitenlage.

Eine passende Matratze stützt

in der Rückenlage

Eine passende Matratze erhält die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule, wenn wir auf dem Rücken liegen. Ist die Matratze zu weich oder zu hart, geht die Doppel-S-Form verloren. Das leistet eine gute Matratze in der Seitenlage:

in der Seitenlage

Für die optimale Seitenlage gibt es einen einfachen Test. Beim Tasten sollen die Wirbel vom Nacken bis zu den Lendenwirbeln eine gerade Linie bilden.

Stützt die Matratze nicht optimal, kann das schlimmstenfalls zu Schmerzen führen. Die Bandscheiben werden tagsüber schon stark beansprucht. Nachts regenerieren sie sich, füllen sich mit Nährflüssigkeit, um wieder fit zu werden für den Tag.

"Die Bandscheiben brauchen diese Flüssigkeit, weil darin wichtige Nährstoffe enthalten sind. Wenn sie die nicht bekommen, weil man schlecht liegt, die Muskulatur sich nicht entspannen kann, dann kann das zum Verschleiß der Bandscheiben führen. Das ist der Beginn aller Rückenkrankheiten, die wir im Laufe des Lebens haben und die zu starken Schmerzen führen."

Dr. med. Martin Marianowicz, Orthopäde, München

Also, raus mit alten Matratzen! Spätestens alle zehn Jahre ist ein Wechsel fällig, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen. Schließlich liegen wir nie allein im Bett. Milben haben auch noch die kleinsten Hautpartikel zum Fressen gern. Und leider gehen sie anschließend nicht extra auf die Toilette. Milbenkot kann so Auslöser für Allergien werden.  

Stiftung Warentest: Tests sind Orientierung und kein Ersatz für´s Probeliegen

Aber auch wenn das Alter der Matratze stimmt, die Frage bleibt: liegt die richtige im Bett? Die Stiftung Warentest prüft jährlich unter anderem Härtegrade, Elastizität, Haltbarkeit und Handhabung einiger ausgewählter Modelle aus unterschiedlichen Matratzensegmenten und unterschiedlichem Material. Vier Standard-Körpertypen liegen dabei Probe: der große, schwere Mann, die kleine leichte Frau, der große schrankförmige Mann und die birnenförmige Frau mit breitem Becken. Insgesamt repräsentieren diese vier Körpertypen rund zwei Drittel der Bevölkerung. Und welche Materialien sind die besten?  

"Sie finden in jedem Matratzen-Segment, ob Latex-, Kaltschaum-, ob Taschenfederkern- oder Boxspringmatratzen Modelle, die alle Körperbautypen gut abstützen können. Also, da kann man kein Material hervorheben. Es gab bei der letzten Untersuchung von 20 Matratzen zumindest eine, die sehr universal alle Körperbautypen abgestützt hatte, das war eine Latexmatratze. Natürlich sind alle Menschen verschieden und deshalb ist es besonders wichtig, sich von geschultem Fachpersonal beraten zu lassen und vor allen Dingen selbst viel Probe zu liegen."

Hans Peter Brix, Stiftung Warentest

Individuelle Beratung durch Fachkräfte

Wer ganz genau wissen will, welche Matratze zu ihm passt, braucht jemanden wie Tanja Dressel-Marquart, Tüv zertifizierte Schlafberaterin und Expertin für gesundes Liegen aus München. Normalerweise kommen ihre Kunden zu ihr, für uns besucht sie Familie Dietrich zu Hause. Zuerst wirft sie einen kritischen Blick ins Kinderzimmer. Die beiden Zwillingsschwestern sind fünf Jahre alt und schlafen noch in Kinderbetten.

"Ich würde sagen, jetzt wird´s langsam Zeit für ein großes Bett und für eine richtige Matratze, damit der Rücken auch wirklich geschont wird."

Tanja Dressel-Marquart, Qualitätsberaterin TÜV

Tisch und Bett teilen - nicht aber die Matratze!

Im Schlafzimmer der Eltern gibt es nur eine gemeinsame Matratze. Zuerst nimmt Tanja Dressel die Seite der Ehefrau unter die Lupe. 

"Ich kann die ganze Hand ohne Probleme unter die Lendenwirbelsäule schieben. Hier fehlt die Stütze komplett. Das bedeutet, die Matratze ist einfach zu fest. Auch im Kniebereich gibt es keine Unterstützung. Die Matratze ist nicht geeignet, weil die Frau Dietrich zu leicht für sie ist. Die Situation, dass wir für zwei Personen mit sehr unterschiedlicher Größe und Gewicht eine Matratze haben, das kann nicht funktionieren."

Tanja Dressel-Marquart, Qualitätsberaterin TÜV

Denn Ehemann Stephan Dietrich ist groß und schwer, stolze 105 Kilogramm verteilen sich auf 1,96 Meter. Die Matratze ist gerade einmal vier Zentimeter länger als er groß ist. Zu kurz, meint Tanja Dressel-Marquart. Eine Erfahrung, die sie öfters macht.

"Das sehen wir oft. Viele Männer sind zu groß, das Standardmaß ist hier in Deutschland aber nur zwei Meter. Grundsätzlich gilt, die Matratze sollte immer 20 Zentimeter länger sein als der Schläfer groß ist."

Tanja Dressel-Marquart, Qualitätsberaterin TÜV

Mit Hightech messen, wie man liegt  

Dann kommt der Hightech-Test: die Druckvermessung mit einer Sensormatte. Stephan Dietrich liegt auf seinem Bett. Auf dem Computerbildschirm werden unterschiedliche Drücke an Schulter, Rumpf und Hüften durch Farben angezeigt. Auch bei ihm ist der Druck zu hoch, die Stütze am Rumpf zu gering – ein möglicher Grund für seine Rückenschmerzen? Schon lange hat Stephan Dietrich immer wieder Probleme mit dem Rücken. Wie bei vielen Patienten lässt sich eine konkrete Ursache dafür aber nicht finden.

Vorsicht vor „Schnäppchen“

Die Dietrichs wollen ihre Situation ändern und schauen sich nach neuen Matratzen um. Aber wo suchen? Sind Sonderangebote eine Möglichkeit? Davor warnen sowohl Hans Peter Brix von der Stiftung Warentest, wie auch Tanja Dressel-Marquart.

Denn oft hat der Handel die angeblich hohen, jetzt aber sensationell reduzierten Preise gar nicht gesehen. Manchmal sind die vermeintlichen Schnäppchen Sondermodelle. Und die sind, wenn überhaupt, ausschließlich in den entsprechenden Matratzen-Dicounter-Ketten zu haben. Außerdem bieten sie nur selten die Qualität, die man sich als Kunde langfristig erwartet.

Probeliegen, Beratung und Eingewöhnung brauchen Zeit!

Die Eheleute Dietrich nehmen sich Zeit und suchen ein längeres Bett mit zwei individuell abgestimmten Matratzen. Grundsätzlich empfiehlt die Stiftung Warentest kleinen, leichten Menschen eher weichere Härtegrade und schweren, großen eher härtere Matratzen. Ob Kaltschaum-, Latex-, Federkern- oder Boxspringbetten ist letztlich Geschmacks- und Preisfrage. Ausgiebig Probeliegen und Ausprobieren lohnt sich! Zwischen 400 und 600 Euro sollte man laut Stiftung Warentest investieren. Aber nicht nur beim Probeliegen sind Zeit und Geduld gefordert, auch nach  dem Kauf im eigenen Bett:   

"Man muss sich auf jeden Fall Zeit nehmen. Gerade, wenn man auf den Matratzentyp umsteigt, den man vorher noch nicht kannte, braucht das Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Das kann bis zu vier Wochen dauern."

Hans Peter Brix, Stiftung Warentest

Dann aber heißt es aber endlich: wunderbar schlafen und träumen.

Was Sie über Matratzen & Co wissen sollten

Vor dem Kauf lohnt sich Überlegen

Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett! Das ist eine lange Zeit, auch für unseren Rücken. Ein gutes Bett lässt uns entspannen und sorgt für die notwendige Erholung. Aber worauf kommt es an? Rund 3500 verschiedene Matratzen gibt es zu kaufen, dazu dutzende Lattenroste und Unterbauten.



Vor dem Kaufen lohnt sich zu fragen:
- Was sind die eigenen Bedürfnisse?
- Wie sieht die eigene Schlafumgebung aus?
- Welche Schlafgewohnheiten gibt es?
Je besser man selbst Bescheid weiß, desto leichter ist es, die passende Matratze zu finden. Auch die Beratung kann so gezielt auf Gegebenheiten, Wünsche und Vorlieben eingehen.

Nur die Ruhe! Ausprobieren und Probeliegen

Die Matratze muss passen, ähnlich wie Kleidung. Wer kauft die schon zu groß, zu schwer oder zu warm? Matratzenkauf ist eine Sache für Ausgeschlafene! Deshalb nichts überstürzen, beim Matratzenkauf sollte ausreichend Zeit sein. Eine Rückgabe ist oft nicht oder nur mit erheblichen Verlusten möglich.

Jede Matratze (und jedes Bettsystem, bestehend aus Matratze und Unterfederung) muss sich individuell an den Schläfer anpassen können. Die Druckverteilung beim Liegen ist entscheidend. Das bedeutet

  • für Paare: Jeder sollte seine Matratze haben, zumindest einen eigenen Matratzenkern.
  • 180 cm Breite sollten für zwei mindestens sein.  
  • Ein Einzelbett sollte 100 cm breit und
  • mindestens 20 cm länger als die Körpergröße des Schläfers sein.

Auch die Höhe der Matratze sollte stimmen. Mindestens 20 cm sollten es sein. Denn die Differenz zwischen Hüfte und Schultern kann bei einem Mann bis zu 12 cm betragen. Liegt er in Seitenlage, müsste seine Schulter einige Zentimeter einsinken können, damit die Wirbelsäule in der Seitenlage gerade bleibt. Ohne passende Unterfederung ist das aber oft kaum möglich. 

Richtige Kleidung zum Probeliegen

Ausprobieren und Probeliegen geht am besten in entsprechend lockerer Kleidung. Die sollte nicht behindern und vor allem bequem sein.   

Beratung hilft – Vertrauen vorausgesetzt

 „Die“ beste Matratze gibt es nicht. Kompetente  Beratung ist oft notwendig und hilft! Manchmal ist sogar ein Ausprobieren zu Hause über mehrere Tage möglich. Eine  kompetente Fachberatung kennt das Angebot und kann mit professioneller Erfahrung gezielt auf individuelle Gewohnheiten und  Wünsche reagieren.

Das richtige Kissen gehört dazu

Auch das Kissen ist wichtig, schon beim Probeliegen: Denn liegt der Kopf zu hoch, kann die Muskulatur nicht entspannen, die Nackenwirbelsäule wird abgeknickt. Beim passenden Kissen liegen auch die Nackenwirbel auf Höhe der Wirbelsäule. Das Kissen sollte nicht größer als 80 mal 80 Zentimeter sein.

Von Kaltschaum bis Boxspring

Alle Matratzentypen können die Wirbelsäule stützen. Sie unterscheiden sich dabei vor allem im Innenleben und Material.

Auch Boxspringbetten wurden von der Stiftung Warentest getestet. Hier kommt es auf eine gute Verarbeitung an. Besonders günstige Angebote schneiden nicht sonderlich gut ab. Ein Nachteil: Das Innenleben und damit die Verarbeitung sind nicht zu sehen und können nicht beurteilt werden. Beim letzten Test bekam ein Boxspringbett die Beurteilung: gut.

Tanja Dressel-Marqart meint dazu:

Sehr günstige Boxspringbetten können kaum aus entsprechend hochwertigen Materialien sein. Das bedeutet, sie verändern nach kurzer Zeit oft ihre Eigenschaften sehr zum Nachteil.

Zudem sind Boxspringbetten eigentlich ein System aus dem 19.Jahrhundert, nicht individuell anpassbar und aufgrund ihrer Bauweise durchaus problematisch, was die Hygiene angeht: Bezüge sind nicht abzieh- und waschbar.  Sie entsprechen so nicht in allem heutigen Anforderungen und Möglichkeiten moderner Betten, sind aber „in“.

Wasserbetten sind eher etwas für jüngere Menschen und durchaus kostenintensiv. Nicht zuletzt durch ihr hohes Gewicht lassen sie sich nur schwer an veränderte Bedürfnisse anpassen, wie  zum Beispiel eine Veränderung der Höhe des Bettes.

Schaummatratze oder Federkern?

Beide Matratzentypen sind weit verbreitet. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Wärmeisolierung. Kaltschaummatratzen halten besser warm, Feuchtigkeit und Schweiß werden durch Federkernmatratzen sehr gut abgeleitet, durch die Hohlräume im Innern haben sie eine gute Luftzirkulation.

Ansonsten ist die Wahl Geschmackssache. Qualitätsprodukte gibt es in beiden Materialien und auch in allen Preislagen. Die Kombination unterschiedlicher Schaumstoffe ergibt den Liegekomfort.  Federkernmatratzen sind ebenfalls technisch weit entwickelt.

Hart oder weich?

Die Stiftung Warentest hat folgende Erfahrung gemacht:

Die Angaben der Härtegrade der meisten Hersteller sind nicht richtig. Es gibt zwar einheitliche Normen, aber die korrekte Kennzeichnung der Härteangaben ist nicht verpflichtend geregelt. Da bei der Herstellung der Schaumstoffe inhomogene, unterschiedliche Dichten auftreten, die dann meist aus Kostengründen auch alle verarbeitet werden, stimmen die Angaben der Härtegrade fast aller Hersteller in den Test nicht mit den tatsächlich gemessenen Härtegraden überein. Die Matratzen werden mit zunehmendem Alter immer weicher.

Grundsätzlich rät die Stiftung Warentest kleinen, leichten Menschen eher zu weicheren, großen und schweren Menschen eher zu härteren Matratzen.

Fazit: Vorsicht bei der Auswahl, denn viele weiche Matratzen werden auf Dauer zu weich und behindern damit die Mobilität während des Schlafes. 

Expertin Tanja Dressel-Marquart rät:

Es gibt eindeutige Qualitätskriterien für die Beschaffenheit der Materialien: bei Kaltschaummatratzen zum Beispiel ist das die Angabe des Gewichts pro Volumen in Kilogramm pro Kubikmeter. Qualitätsprodukte haben mindestens circa  50 Kilogramm pro Kubikmeter. Qualitativ hochwertige Produkte halten auf Dauer besser .

Eine geeignete Matratze muss oberflächlich nicht hart sein, wenn die Form der Wirbelsäule erhalten bleibt. Grundsätzlich gilt: je älter ein Mensch ist, desto weniger Fett hat er unter der Außenhaut und umso weicher und anschmiegsamer sollte die Oberfläche der Matratze sein.

Lattenrost ja oder nein?

Die beste Matratze nutzt nichts ohne gute Unterfederung, den Lattenrost oder die Unterfederung. Das sagen die einen. Der Lattenrost ist zweitrangig, meint dagegen die Stiftung Warentest. Zwar habe ein aufeinander abgestimmtes Bettsystem durchaus seine Berechtigung, aber entscheidend sei die Matratze, denn rund 60 bis 80 Prozent der Arbeit übernehme die Matratze.

Expertin Tanja Dressel-Marquart sieht das anders. Für sie ist entscheidend, dass beide Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind. Matratze und Unterfederung gemeinsam gewährleisten Qualität.

Falls die Entscheidung nicht nur für eine neue Matratze, sondern auch für einen Lattenrost oder eine Unterfederung fällt: Heute gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Lösungen. Die Unterfederung sollte für Schulter und Becken individuell einstellbar sein.

Ein sogenanntes Bettsystem bietet die Möglichkeit, sich an Veränderungen, wie zum Beispiel Gewichtsschwankungen von mehr als zehn Kilogramm, Kreislauferkrankungen oder Veränderungen des Knochenskeletts anzupassen. Ein verstellbares Kopfteil der Unterfederung sollte kurz sein, nur circa 30 cm. Eine Körperschräglage, zum Beispiel eine erhöhte Lagerung der Füße, bringt Entlastung für den Kreislauf. Der Anstieg sollte im Schulterbereich sanft beginnen, die Fersen sollten nicht höher als das Herz liegen.

Fazit: Am besten selbst informieren, ausprobieren und sich eine eigene Meinung bilden. 

Bett und Klima

Über Nacht verliert jeder durch Schweiß und Atem rund einen halben Liter Flüssigkeit - und das jeden Tag, über Jahre hinweg! Während des Schlafes sollte Feuchtigkeit gut abgegeben werden und die Luft zirkulieren können. Auch Materialien und  Standort spielen dabei eine Rolle. Die Empfehlung ist deshalb, das Bett an einer warmen Innenwand aufzustellen. Die Raumluft sollte 18 Grad und ca. 50% Luftfeuchte haben.

Das richtige Bettzeug

Für guten Schlaf wichtig ist auch das richtige Bettzeug. Sehr leicht und warm sind Daunen, die es in ganz unterschiedlichen Qualitäten gibt. Bei den Eiderdaunen, den besten Federn, genügen schon rund 300 Gramm für eine ganze Decke. Diese Daunen rupfen sich die Tiere selbst, um damit in der Arktis ihre Nester zu polstern. Aber das ist leider die Ausnahme. Grundsätzlich ist die Produktion der weißen Pracht oft bedenklich und meist für den Endverbraucher nicht nachvollziehbar, ob es sich bei der kostbaren Ware tatsächlich um sogenannten Schlachtrupf handelt.

Auch Woll-, Schurwoll- oder Cashmere-Decken sind leicht und verfügen über gute Isoliereigenschaften. Bewährt für Wärme und Trockenheit ist auch Kamelhaar.

Hygiene ist wichtig

Gute Hygiene ist ebenfalls besonders wichtig. Der Bezug der Matratze sollte abnehmbar und bei 60  Grad waschbar sein. Decken und Kissen sollten regelmäßig, am besten im Fachbetrieb, gewaschen werden. Daunen bleiben so jahrelang wie neu. Das Reinigen verhindert auch Milbenbefall.

Milben, genauer gesagt Milbenkot, können Allergien verursachen. Milben leben auf und in Decken, Kissen und Matratzen. Regelmäßiges Wechseln der Bettwäsche, Waschen und Saugen helfen zwar weiter, aber ein abnehmbarer Bezug ist nicht wirklich das Entscheidende. Wirksame Hilfe für Allergiker bieten nur spezielle, milbendichte Matratzenüberzüge. 

Ein wichtiger Grund, nach rund zehn Jahren die Matratze zu wechseln.

Was bringen Siegel?

Siegel sollten immer kritisch hinterfragt werden. Manche Siegel beziehen sich zum Beispiel nur auf Textilien der Matratzen und sagen nichts über die Liegeeigenschaften aus.

Die Stiftung Warentest rät:

Bei Siegeln vorher recherchieren, ob sie überhaupt aussagekräftig sind. Teilweise beziehen sich Siegel auf vollkommen irrelevante Punkte wie zum Beispiel das Ökotex Siegel. Es bezieht sich nur auf den Stoff der Matratze.

Matratzen wenden

Die meisten Matratzen sollten regelmäßig zwischendurch gewendet werden. Beim Kauf deshalb auch auf Gewicht und Materialien achten.

Fazit:

Vor allem sollte sich jeder im eigenen Bett wohl fühlen!

"Eine gute Matratze führt dazu, dass man schneller einschläft, dass man entspannter und tiefer schläft. Wir wissen, dass gute Matratzen den Gebrauch von Schmerzmitteln deutlich reduzieren können." Dr. med. Martin Marianowicz, Orthopäde, München


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