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Hypnose Wissenschaftliche Beweise

In Deutschland gilt die Hypnose noch immer als Grenz-Wissenschaft, steht noch immer in der esoterischen Ecke, obwohl viele wissenschaftliche Beweise zur Wirksamkeit vorliegen. So ist beispielsweise wissenschaftlich bewiesen, dass sich in Trance gewisse Körperfunktionen verändern.

Stand: 25.11.2014

MRT eines Gehirns | Bild: picture-alliance/dpa

Der Atem verlangsamt sich, der Herzschlag wird ruhiger, der Blutdruck sinkt und die Hirnströme pendeln sich zwischen Wachsein und Schlafen ein. Auch kann in Hypnose der Blutfluss verändert werden, die Hormonkonzentration, der Stoffwechsel und sogar die Immunreaktion können positiv beeinflusst werden.

Unter Hypnose verändert sich etwas im Gehirn

Neueste wissenschaftliche Studien liefern Beweise dafür, was im Gehirn unter Hypnose geschieht. Mit Hilfe von PET (Positronen-Emmissions-Tomographie) und dem funktionalen MRT (Magnetresonanztomographie) konnten wesentliche Veränderungen im Gehirn unter Hypnose festgestellt werden, wie die Universitäten Freiburg und Jena jüngst in Studien publizierten.

Hypnose hebelt das "Netzwerk des Schmerzes" aus

Hypnose gegen Schmerzen

In der Universität Jena wurde beispielsweise untersucht, was im Gehirn unter Schmerzreiz abläuft: In verschiedenen Versuchsanordnungen wurden 30 freiwillige Probanden Schmerzreizen am Finger ausgesetzt. Mal mussten sie an nichts denken, mal die Schmerzimpulse zählen, mal ein Wortsuchspiel lösen. Im vierten Experiment wurden sie hypnotisiert und eine kalte, schmerzfreie Hand suggeriert. Was im Gehirn dabei ablief, wurde mit dem MRT, einem bildgebenden Verfahren, aufgezeichnet.

Den Schmerz empfanden die Probanden am stärksten, wenn sie die Impulse gezählt haben, sich also auf den Schmerz konzentriert haben. Am wenigsten empfanden die Probanden den Schmerzreiz dann, wenn sie sich auf das Rätsel konzentriert haben, und noch weniger, wenn sie in Trance waren. Die Auswertungen ergaben folgendes Ergebnis: Die Hypnose hebelt das "Netzwerk des Schmerzes" aus.

Der Schmerz wird kaum noch wahrgenommen

Man weiß, dass bei jedem Schmerzreiz im Gehirn bis zu 22 Zentren aktiviert werden, die miteinander kommunizieren. Je harmonischer die verschiedenen Schmerzareale im gleichen Takt schwingen, desto stärker empfinden wir den Schmerz. Die Schmerzreize bei den hypnotisierten Personen kamen zwar auch in diesen Zentren an - zusätzlich wurde aber noch eine andere Gehirnregion aktiviert. Je lebhafter dieses Areal aktiv wurde, desto mehr gerieten die Schmerzzentren aus dem Takt. Die Folge: Der Schmerz wird kaum noch wahrgenommen.


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