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Trendsport auf dem Wasser Stand Up Paddling auf dem Chiemsee

Stand Up Paddling ist der Trend auf den bayerischen Seen: Paddeln im Stehen. Der beliebte Freizeitsport bringt etwas für die Fitness und Entspannung und ist ein Ganzkörpertraining. Unser Reporter Fero Andersen traut sich aufs Brett und erlebt, wie wichtig dabei Balance und Koordination sind.

Von: Agnieszka Schneider

Stand: 18.07.2017

Sie verbreitet sich wie kaum eine andere Trendsportart, ist gesund für Körper und Seele und findet Anhänger in jeder Altersgruppe: Stand Up Paddling. Gesundheit!-Reporter Fero Andersen schaut sich um am Chiemsee. Der ist heute zwar ziemlich stürmisch, dennoch hält das die Leute nicht vom Paddeln ab. Kerstin und Olaf haben Stand Up Paddlen das erste Mal im Urlaub ausprobiert.

"Wir waren auf Hawaii und dann haben wir das sowohl in Wellen wie auch hinter den Wellen gemacht und gedacht: Das sollten wir in unserem Bayerischen Meer probieren! Man setzt eigentlich alles in Bewegung, von den Füßen bis zum Kopf. Man muss sich auch sehr konzentrieren, besonders bei diesen Bedingungen heute. Aber wenn es schön ruhig ist und man draußen ist und ein bisschen die Seele baumeln lässt, das tut richtig gut."

Kerstin und Olaf, Stand Up Paddler

Stand Up Paddling-Unterricht

Dominique Grabmann, Stand Up Paddle-Trainer

Dieses Gefühl will Fero Andersen auch erleben. Dominique Grabmann soll ihm das Paddeln im Stehen beibringen. Er unterrichtet das seit vier Jahren in Übersee. Fero Andersen bekommt ein Anfängerboard.

"Du hast jetzt hier zum Einsteigen ein Stand Up Paddle. Das ist ein schöner Allrounder, der ist ein bisschen breiter, sehr stabil. Es ist robust und verzeiht einiges. Beim Hardboard hast du gleich das Problem, wenn Steine oder Felsen drunter liegen, kannst du ein Loch drin haben oder zum Beispiel Kratzer."

Dominique Grabmann, Stand Up Paddle-Trainer

Als nächstes wird das Paddel auf Fero Andersens Körpergröße eingestellt, es lässt sich ausziehen – praktisch bei 1,92 Metern. Dominique Grabmann stellt das Paddel so ein, dass der Ellenbogen fast durchgestreckt ist.

"Jetzt kann ich endlich ins Wasser. Hoffentlich blamiere ich mich nicht vor Kerstin und Olaf."

Fero Andersen, Reporter  

Paddeln: So geht es richtig

Das Board bindet sich Fero Andersen mit einer Sicherheitsleine ans Bein – so schwimmt es nicht weg, wenn er ins Wasser fällt. Als erstes geht es in den Kniestand. Trainer Dominique Grabmann zeigt ihm, wie er das Paddel richtig einsetzt.

"Das Paddel nimmst du so in die Hand: Auf der linken Seite ist die linke Hand unten, dann kannst du links paddeln. Und wenn du auf der rechten Seite paddelst, musst du die Hände tauschen."

Dominique Grabmann, Stand Up Paddle-Trainer

Das Paddeln ist nicht schwer. Je nach Wind und Wellen macht man unterschiedlich viele Padddelschläge pro Seite.

"Manchmal kann es ein, dass du fünf, sechs Schläge rechts machst und auf der linken Seite nur zwei. Du kannst, wenn du ein bisschen geübter bist, auch eine halbe Stunde paddeln."

Dominique Grabmann, Stand Up Paddle-Trainer

Stabilisation auf dem Brett

Nach dem Kniestand geht es eine Etage höher: Die Knie sollten im Stand auf dem Brett durchgehend gebeugt bleiben – für die bessere Stabilisation. Mit der Koordination klappt es bei Fero Andersen schon ganz gut. Jetzt will er wissen, welche Muskelpartien am meisten beansprucht werden.

"Eigentlich ist das Stand Up Paddeln ein Ganz-Körper-Training. Du sprichst ziemlich viel an. Natürlich Bauch und Rücken. Durchs Paddeln die Oberarme und den Oberkörper. Durch das Stehen oder Ausgleichen auf dem Brett und auf den Wellen, hast Du immer Bewegung in Füßen und Beinen, was sehr gut ist für die Tiefenmuskulatur. Und für die Sehnen, das stärkt sie unwahrscheinlich gut."

Dominique Grabmann, Stand Up Paddle-Trainer

Stand Up Paddling zur Fraueninsel

Für Fero Andersen geht es jetzt mit Kerstin und Olaf zur Fraueninsel. Seit über einer Stunde sind sie schon unterwegs. Zeit für eine Pause und für Fragen: Geht es beim Stand Up Paddeln eher um die schöne Natur oder um den gesundheitlichen Aspekt?

"Es ist das letzte Abenteuer, das es noch so gibt. Und es ist eine Entschleunigung des Alltags. Wenn du auf dem Board stehst, Wasser, Sonne – bist du vereint. Besser geht es nicht."

Olaf, Stand Up Paddler

Yoga im Wasser

Von der Fraueninsel paddeln sie wieder zurück nach Übersee. Dort wartet schon die nächste Herausforderung: Yoga auf dem Board. Körper, Geist und Seele in Einklang bringen und sich auf die Innere Mitte konzentrieren: Die Yogastunde auf dem Wasser bei Christiane Jakob-Tänzer beginnt mit Meditation. Neben Kerstin und Olaf sind noch Steffi und Lydia mit dabei.

"Diese schwimmende Yoga-Matte ist unglaublich. Sobald du drauf kommst, musst du deinen Körper ganz anders wahrnehmen. Du merkst sofort, wenn die Ausrichtung in der Asana-Praxis, in den Übungen nicht passt, dann fällst du ins Wasser. Du kannst dich einfach drauf einlassen. Und dann in der Natur zu üben, dieses Gefühl zu haben, ein Teil der Natur zu sein, das ist unglaublich schön und das bringt dich unglaublich schnell in deine Mitte."

Christiane Jakob-Tänzer, Yogalehrerin

Auch bei den Yoga-Übungen auf dem Wasser sind Atmung und Konzentration wichtig. Der „herabschauende Hund“ ist auf dem wackligen Brett deutlich anspruchsvoller als an Land.

"Aus dem Alltagsleben entkommt man sehr gut, wenn man auf dem Wasser ist, wenn man außen rum nichts hört – sehr beruhigend."

Steffi

Lydia ist nicht zum ersten Mal bei so einer Yoga-Stunde dabei.

"Yoga auf dem Brett ist für mich mehr eine Ergänzung, weil es eine völlig andere Yoga-Praxis ist, als die normale die man an Land hat."

Lydia

Herausforderung und Enstpannung

„Krieger II“ ist eine stehende Yoga-Übung – diese schult die Standfestigkeit und die Balance. Fero Andersen tut sich damit schon schwerer. Dann die Herausforderung: Vom Brett hochstemmen, ein Bein soll in der Luft bleiben.

Der Abschluss einer jeden Yoga-Stunde ist die Entspannung – auf der schwimmenden Yogamatte sehr angenehm. Fero Andersen hat die Stunde gefallen – genauso wie der ganze Tag auf dem Wasser.

"Die Trendsportart Stand-Up Paddling hat heute definitiv einen neuen Fan gefunden. Das Schöne – man kann es in jedem Alter machen. Also rauf aufs Brett, rein in die Natur – der Sommer ist noch lang."

Fero Andersen, Reporter


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