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Sommerdrinks: Zucker und Säuren Erfrischungsgetränke schaden den Zähnen

Der Sommer ist da. Das Thermometer klettert immer öfter auf 30 Grad. Kalte Erfrischungsgetränke haben jetzt Hochsaison. Doch Vorsicht: Der regelmäßige Genuss von Cola, Limo und Saftschorlen schadet nicht nur der Figur, sondern auch den Zähnen. Die Übeltäter sind neben Zucker, natürliche oder zugesetzte Säuren. Wie kann man seine Zähne schützen?

Von: Larissa Melville

Stand: 19.06.2017

Zucker kann Karies verursachen. Doch auch Säuren in Saftschorlen und Fruchtsäften können den Zähnen schaden. Sinkt der pH-Wert unter vier, wird der Zahnschmelz stark angegriffen. Die Säuren lösen Mineralien aus dem Schmelz und weichen ihn auf. Karieserreger haben dann leichtes Spiel, denn Zucker bleibt besonders gut auf dem aufgerauten Zahn haften, die Bakterien können in den porösen Schmelz eindringen und ihn zerstören.

Karies an den Zahnaußenflächen

Die Zahnärztin Dr. Christiane Funk kennt das Problem. Vor allem ihre jungen Patienten haben ihre Karies oft nicht vom Essen, sondern von zahnschädlichen Getränken.

"Karies, die durch Getränke verursacht wurde, erkennt man hauptsächlich daran, dass sie an den Außenflächen der oberen Schneidezähne sichtbar wird. Diese verfärben sich am Zahnfleischrand bräunlich, weil das Getränk sehr lang auf den Außenflächen bleibt und die Zahnhartsubstanz schädigt."

Dr. Christiane Funk, Zahnärztin, München

Citronensäure und Co.

Wer einmal auf die Zutatenliste von Erfrischungsgetränken schaut, sieht, dass sie neben Wasser, Zucker und Aromastoffen meist auch verschiedene Säuren enthalten. Citronensäure findet sich meist in Limonaden, Energydrinks und Eistees. Colagetränke enthalten Phosphorsäure. Zudem ist oft Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C, zugesetzt.

"Der Hersteller ist verpflichtet, drauf zu schreiben, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Aber man weiß eben nicht wie viel, das muss er nicht deklarieren. Als Verbraucher kann man auf die Zutatenliste gucken und schauen, was relativ weit vorne steht. Von den Zutaten, die weit vorne gelistet sind, ist viel im Produkt enthalten."

Dipl. oec. troph. Miriam Schaufler, Ernährungsberaterin, Salzburg

Fruchtsäfte enthalten natürliche Säuren

Doch nicht nur Limonaden, Cola und Eistees enthalten Säuren, sondern auch Frucht- und Multivitaminsäfte. Die Rede ist von den natürlicherweise in Obst vorkommenden Fruchtsäuren. Insbesondere in Zusammenspiel mit dem ebenfalls in Obst vorhandenen Fruchtzucker, schaden diese Säuren den Zähnen ebenso wie zugesetzte. Als Zutat aufgelistet werden, müssen die natürlichen Fruchtsäuren allerdings nicht.

Sportgetränke sind besonders kritisch

Besonders problematisch sind säurehaltige Getränke beim Sport. Denn in dieser Zeit produziert der Körper weniger Speichel - mit der Folge, dass die Säuren noch intensiver und länger auf den Zahnschmelz einwirken. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Gerade isotonische Sportgetränke enthalten oft neben verschiedenen Säuren viel Zucker, da sie dem Sportler Energie in Form von Kohlenhydraten liefern sollen.

Sehr kritisch sieht die Ernährungsberaterin Miriam Schaufler auch die gerade für Sportgetränke sehr beliebten Ventilflaschen. Denn bei diesen kommt das säure- und zuckerhaltige Getränk besonders stark mit den Zähnen in Kontakt.

"Vor allem bei Kindern, die solche Flaschen haben und den ganzen Tag daran nuckeln, werden die Zähne ständig mit Säure umspült. Das kann auf Dauer wirklich den ganzen Zahn zerstören."

Miriam Schaufler, Ernährungsberaterin, Salzburg

Zähne schonen? So geht´s!

Wer seine Zähne schonen und dennoch nicht auf die eine oder andere Limo oder Saftschorle verzichten will, tut schon mit einigen kleinen Tipps gut daran. Ein Glas Wasser oder Milch nach dem Softdrink spült einen Großteil der Säure und des Zuckers von den Zähnen und verhindert so ein langes Einwirken. Ebenso empfehlenswert ist ein Zahnpflegekaugummi. Er regt den Speichelfluss an und hilft damit, den pH-Wert im Mund wieder anzuheben.

Ferner sollte man zwischen dem Genuss von Erfrischungsgetränken einige Stunden Pause machen und nicht permanent an seiner Cola nippen. So kann sich der pH-Wert im Mund neutralisieren und der mit Mineralstoffen angereicherte Speichel den angegriffenen Zahnschmelz remineralisieren. Vor einem warnt Zahnärztin Dr. Christiane Funk jedoch:

"Nicht besonders gut wäre es, wenn man zum Beispiel ein Fruchtsaftgetränk zu sich nimmt und direkt im Anschluss die Zähne putzt. Man sollte circa eine halbe Stunde Pause lassen, weil man sonst zusätzlich mit der Zahnbürste noch mehr Zahnschmelz aus der Zahnoberfläche löst."

Dr. Christiane Funk, Zahnärztin, München

Wer auf Dauer seine Zähne vor Säuren schützen will, sollte darauf achten, dass das Speisesalz sowie die normale Zahnpasta Fluoride enthalten. Die Fluoride verhindern, dass sich Mineralstoffe, insbesondere Kalzium und Phosphat, aus dem Zahnschmelz lösen und fördern gleichzeitig ihre Einlagerung.

Gesunde Getränke: Einfach selbst gemacht

Am besten für die Zähne ist natürlich weitgehend auf Cola, Limo und Säfte zu verzichten. Wem Wasser jedoch auf Dauer zu langweilig ist, empfiehlt die Ernährungsberaterin Miriam Schaufler Kräutertees oder sein Wasser zu aromatisieren. Melisse, Basilikum, Ingwer oder Gurke geben schnell Geschmack an das Wasser ab und verleihen ihm eine frische Note. Mit ein paar Eiswürfeln versehen, ist es das ideale Sommergetränk: Es schadet weder den Zähnen noch der Linie.


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