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Hausapotheke Natur Schmidt Max und das Geheimnis der Kräuter

Haben Sie schon mal Pfingstrosen getrunken, den guten Heinrich gegessen oder mit Gundermann gegurgelt? Gegen fast alle Alltagswehwehchen ist ein Kraut gewachsen. Wer mit einer ausgebildeten Phytotherapeutin (Heilpflanzenkundlerin) wie Christine Kohlhofer-Lütje unterwegs ist, kann die wirksamsten Heilpflanzen meist direkt vor der Haustür sammeln und vor allem auch sofort verarbeiten - zu Salbe, Tinktur und Tee.

Stand: 01.05.2016

Das Wissen um die Heilkraft von Kräutern ist alt und füllt ganze Bibliotheken. Was früher Alltagswissen war, weiß heute kaum noch jemand. Außer er ist Phytotherapeutin wie Christine Kohlhofer. Mit ihr ist der Max auf Kräutersuche gegangen - rund um den früheren Naturlehrpfad Geitau bei Bayrischzell.

Comeback von Brunnenkresse und Co.

Die Natur, weiß Christine Kohlhofer, hält jede Menge Gesundheit für den Menschen bereit. Nach langen, dunklen Wintertagen etwa Kräuter für einen entgiftenden Frühjahrsputz. Oder jetzt, wo sich die Natur auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, bietet sie auch uns die nötigen Heilkräuter. Heilkräuter, die unser Immunsystem stärken wie die Hagebutte. Die wie ein pflanzliches Antibiotikum wirken, ganz ohne Nebenwirkungen wie die Brunnenkresse. Und mit Gundermann und Spitzwegerich einen echten Erste-Hilfe-Kasten gegen Husten, Schnupfen und Halsweh.

Die Kraft der Kräuter

Brennnessel


Bei Rheuma und Prostataerkrankungen

enthält Eisen, Kieselsäure und
Vitamin C

wirkt entgiftend, entwässernd und als allgemeines Stärkungsmittel

Dost


Gut bei Magen-Darmbeschwerden, Erkältung und Husten

enthält ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe

wirkt antiseptisch

Gundermann


Hilft bei Halsschmerzen und Atemwegserkrankungen

enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin C und ätherische Öle

pflanzliches Antibiotikum

Hagebutte


Bei Gelenkbeschwerden, Erkältungen und Vitamin-C-Mangel

enthält Vitamin C, Flavonoide und Fruchtsäure

stärkt das Immunsystem, wirkt harntreibend

Holunder


Bei Erkältung und Schwäche

enthält Vitamin C und Flavonoide

wirkt kreislaufanregend

Spitzwegerich


Zur Wundheilung sowie bei Husten und Erkältungen

enthält Schleimstoffe

wirkt schleimlösend und auswurffördernd

Wandern durch die wundersame Welt der Kräuter

Und so machen sich der Max und die Christine in der Geitau im Leitzachtal und sogar mitten in Bayrischzell auf die Spur der Heilkräuter. Brennnessel, Dost und Spitzwegerich, Gundermann, Holunder und Fichtenspitzen - nach dem Sammeln kommt das Verwerten. Auf dem Naturhotel Tannerhof bei Bayrischzell lernt der Max von Kräuterfee Christine, wie man aus den Heilpflanzen "Medizin" macht.

Tinkturen und Tees

Das geht ganz einfach wie alles in ihrem Kurs. Aus wenigen Utensilien und Zutaten setzen der Max und seine "Lehrerin" eine Tinktur an, rühren eine Salbe und mischen einen Tee.  Nach der Wanderung mit Christine Kohlhofer steht dem Max nun die Naturapotheke jederzeit offen!

Rezepte

Tinktur

Dazu brauchen Sie:
Kleine Gläser mit Deckel
38% Alkohol
und das Heilkraut: z. B. Spitzwegerich

Das Kraut zerkleinern, ins Glas geben, mit Alkohol aufgießen und für 3 Wochen auf die Fensterbank in die Sonne stellen. Zum Schluss abseien und Tinktur in kleine dunkle Fläschchen abfüllen.
Hilft bei Mückenstichen sowie kleineren frischen Wunden und gegen Husten.

Salbe

Dazu brauchen Sie:
Olivenöl
Bienenwachs
einen Topf
Majoran (Dost) und Fichtennadeln
evtl. Cajeput-Öl

Im Topf Öl und Wachs erwärmen, die klein geschnittenen Kräuter dazu geben, etwas köcheln und dann ziehen lassen. Zum Schluss soviel Wachs zugeben, bis eine cremige Konsistenz entsteht. In kleine verschließbare Töpfchen abfüllen.

Tee

Dazu brauchen Sie:
frische oder getrocknete Kräuter, z. B. Spitzwegerich, Majoran, Gundermann, Brennnessel, Hagebutten
Honig
Himbeerblätter

Für einen weichen Tee die frischen/getrockneten Zutaten heiß aufgießen, für einen harten Tee die Zutaten erst mit kaltem Wasser über Nacht ansetzen, dann aufköcheln und zum Schluss abseien. Tee immer mit Honig trinken, da nur so die ätherischen Öle ins Blut gehen. Und Himbeerblätter sind wie Sahne in den Tee!

Aktion Mundraub

Warum weit gereistes Obst im Supermarkt kaufen, wenn es gleich um die Ecke wächst? Das Internet-Portal Mundraub zeigt, wo es herrenlose Obstbäume gibt. Von Apfel bis Zwetschge, von Flensburg bis Füssen. Und an diesen "Fundorten" können Sie völlig legal Obst, Nüsse, Beeren und Kräuter ernten. Für diese Idee haben die Macher von Mundraub bereits zweimal den Preis der Bundesregierung für nachhaltige Entwicklung bekommen. Wichtig beim "Mundräubern" ist nur: der Baum muss auf öffentlichem Grund stehen. Ausführlichere Informationen dazu gibt’s im Blog unter der Rubrik "Mundräubers Handbuch". Im Zweifel wenden Sie sich bitte ans Städtische Grünflächenamt. Übrigens: Wer Tipps zur Obstverarbeitung sucht, ist im Blog ebenfalls goldrichtig. Gute Ernte!

Weitere Informationen

Kräuterwandern
Christine Kohlhofer bietet Kurse am Tannerhof in Bayrischzell an sowie private Wanderungen auf Anfrage
www.durchdiegaerten.de
089 / 68 53 55

Kostenlose Obsternte
www.mundraub.org

Naturhotel Tannerhof
www.tannerhof.de


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