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Unsterblichkeit Die Suche nach dem Jungbrunnen

Mitte des letzten Jahrhunderts lag die Lebenserwartung bei etwa 67 Jahren, heute bei mehr als 80 Jahren. Und sie steigt weiter. Bedeutet altern krank zu werden oder können wir auch fit älter werden?

Stand: 03.02.2016

Ein Film von Jan Kerckhoff

Warum altern wir?

Im Laufe unseres Lebens entstehen in unseren Körperzellen durch Umwelteinflüsse immer mehr Schäden. Der alternde Körper kann diese Zellen nicht mehr ohne Weiteres ersetzen.

Was passiert beim Altern genau im Körper?

Der Körper ersetzt eigentlich durch Zellteilung geschädigte Zellen. Bei jedem Teilungsvorgang muss allerdings auch die DNA geteilt werden, also die Erbinformation, die in jeder Zelle steckt. Am Ende der spiralförmigen DNA sitzen Schutzkappen, Telomere genannt, von denen bei jeder neuen Zellteilung ein Stück verloren geht. Irgendwann sind die Telomere weg, die DNA ist ungeschützt und die Zellteilung stoppt. Kaputte Zellen können nicht mehr ersetzt werden. Der Körper altert.

Wie bleibt man lange fit?

Sport

Wer bis ins hohe Alter fit bleiben will, sollte regelmäßig Sport treiben. Das regt die körpereigene Reparaturfähigkeit an, wodurch weniger Zellenschäden auftreten und der Körper langsamer altert.

Gesund leben

Wer Zigaretten, Alkohol, ungesundes Essen (das heißt zu viel Fett, Zucker und Fleisch) und gefährliche Strahlen (etwa durch zu viel Sonne) meidet, lebt gesünder und eventuell länger.

Stressresistent werden

Stress schadet den Zellen und verkürzt damit das Leben. Wer lernt, unvermeidbaren Stress auszuhalten, mit ihm umzugehen und ihn wieder abzubauen, lebt unter Umständen länger. Beim Stressabbau hilft auch Sport.

Können wir ewig leben?

Wir Menschen nicht, aber der Plattwurm und der Zebrafisch sind da schon sehr weit: Während der Wurm sich ständig neu erschaffen kann, ist der Fisch fähig, seine Nieren zu reparieren. Beide sind damit erstaunlich regenerationsfähig. Forscher versuchen, diesen und anderen Tieren ihre Geheimnisse abzuluchsen, um Substanzen und Schaltkreise zu finden, die auch das Leben von Menschen verlängern könnten. Gefunden haben sie bisher Stoffe, die bei Mäusen gegen Übergewicht und in Folge gegen Diabetes wirken. Und Rapamycin! Der exotische Stoff, auf den Osterinseln im Pazifik gefunden, verlängert das Leben von Fruchtfliegen und Mäusen. Beim Menschen wirkt Rapamycin nicht gegen den Alterungsprozess, wird aber gegen Krebs eingesetzt.

Fazit

Wer gesund lebt, lebt im Schnitt länger. Das zeigt eine Studie, in der vor einigen Jahren 25.000 Menschen nach ihrem Lebensstil gefragt wurden. Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer, die am gesündesten lebten im Gegensatz zu denen, die am ungesündesten lebten, eine deutlich erhöhte Lebenserwartung hatten. Bei Frauen waren es 14 Jahre mehr, bei Männern 17 Jahre. Wir sind zwar weiterhin nicht unsterblich, können unser Leben aber verlängern - durch viele kleine Schritte in die richtige Richtung.

"Ich glaube, dass man im mittleren Lebensalter darauf achten muss, dass man einen schlanken Körperstatut behält. Im Alter kehrt sich das aber um, zeigen unsere Ergebnisse. Da kommt es eher darauf an, dass man versucht bei Kräften zu bleiben - und dann auch ruhig mal eine Schwarzwälder Kirschtorte isst."

Lenhard Rudolph, Altersforscher am Leibniz-Institut für Alternsforschung, Jena


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