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Blutvergiftung Warum sie immer noch so gefährlich ist

Ein Drittel der Patienten mit Blutvergiftung stirbt. Was passiert bei einer Blutvergiftung im Körper? Und was macht die Krankheit so gefährlich?

Stand: 13.01.2016

Ein Film von Dorothee Rengeling

Was ist eine Blutvergiftung?

Eine Sepsis ist eine schwere, durch Bakterien verursachte Entzündung auf der Haut oder im Körper.

Was macht sie so gefährlich?

Wer eine Blutvergiftung hat, kann innerhalb von 36 Stunden mit dem Tod ringen. Das liegt daran, dass es keine speziellen Medikament gegen eine Sepsis gibt und Antibiotika nur helfen, wenn man den Erreger der Entzündung kennt. Den mittels einer im Labor angelegten Blutkultur herauszufinden, beansprucht viel Zeit, die Betroffene nicht haben.

Welche Symptome hat eine Sepsis?

Schüttelfrost, Fieber, Benommenheit: Symptome, die auf eine Sepsis hinweisen können.

Nur wenige Blutvergiftungen beruhen auf einer Wunde, die sich entzündet hat. Selten sieht man den vermeintlich charakteristischen roten Strich auf dem Körper, der Richtung Herz wandert. Mehr als 90 Prozent der Blutvergiftungen haben andere Ursachen und sind aufgrund unspezifischer Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Atemnot und geistiger Benommenheit nur schwer erkennbar.

Fazit

Link-Tipp

Die Deutsche Sepsis-Hilfe in Jena gibt Informationen über die Blutvergiftung und hilft Betroffenen:

Eine Sepsis ist gefährlich, weil sie häufig mit unspezifischen Symptomen beginnt und schnell zum Tod führen kann. Es droht ein multiples Organversagen. Ein Drittel der Patienten mit Blutvergiftung stirbt. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht. Man kann den Entzündungsherd im Körper nur unterstützend mit Antibiotika bekämpfen. Das passende müssen Ärzte aufgrund des Zeitdrucks bei der Behandlung mithilfe von Erfahrung und Wahrscheinlichkeitsrechnung ermitteln.

Generell kann jede Art von Infektion zu einer Blutvergiftung führen, zum Beispiel: eine Grippe, vereiterte Zähne, Schnittwunden, Lungenentzündungen, Harnwegsinfekte und Blinddarmentzündungen. In den kommenden Jahren sollen neue Tests auf den Markt kommen, die auch niedergelassenen Ärzten und kleinen Kliniken helfen, eine Blutvergiftung schneller zu erkennen und behandeln zu können.

"Es werden zunehmend Labore geschlossen, gerade in der Flächenversorgung und im Bereich der Mikrobiologie. Das führt zu indiskutablen langen Vorlaufzeiten, bis der Arzt das Ergebnis solcher Untersuchungen erhalten kann. Parallel nimmt die Häufigkeit der Sepsis kontinuierlich zu und hat sich in den letzten zehn Jahren etwa verdoppelt."

Michael Bauer, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Jena


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