BR Fernsehen - Capriccio


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Die Kunstjagd Wo steckt das verschollene Gemälde?

Ein Journalistenteam war für einige Wochen unterwegs, das Publikum hat bei der Recherche geholfen. Die Suche nach der verschollenen "Mona Lisa" der Familie Engelberg – Ein Fluchtkunst-Fall, der hinein führt in die deutsche Vergangenheit.

Stand: 23.11.2015

Die "Mona Lisa" der Familie Engelberg | Bild: Follow the Money

Wenn Familie Engelberg sich in Portland, Oregon, versammelt, dann blicken die Familienmitglieder auf das Gemälde, das sie nur "unsere Mona Lisa" nennen. Es zeigt das Porträt einer Frau, die ein Buch hält. Eigentlich müssten dort zwei Gemälde aus derselben Serie hängen. Das zweite eine leichte Variation des ersten. Aber das zweite Gemälde ist nicht mehr im Besitz der Familie. Das zweite Gemälde ist der Grund, dass sie überhaupt am Leben sind, die vier Generationen der Engelbergs, mehr als 30 Menschen.

Der Hintergrund

Paula und Jakob Engelberg

München 1938: Am Morgen nach der Reichspogromnacht kommt die Gestapo, um den jüdischen Kaufmann Jakob Engelberg zu verhaften. Die Beamten verschleppen ihn ins KZ Dachau. Zwei Wochen nach der Verhaftung ihres Mannes nimmt Paula Engelberg eines der beiden Gemälde von der Wand und verlässt die Wohnung.

Am selben Tag kommt sie mit einem Visum für die Schweiz zurück. Mit ihm erreicht sie bei der Gestapo, dass ihr Mann aus dem KZ frei kommt. Mit ihren Kindern fliehen die Engelbergs über die Schweiz in die USA. Sie sind in Sicherheit. Aber was wurde aus dem lebensrettenden Gemälde? Wo steckt es heute, fast 80 Jahre später?

Eine interaktive Suche

Im Sommer 2015 begaben sich vier Reporter auf einen mehrwöchigen Roadtrip quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz – immer auf den Spuren des verschollenen Gemäldes. In einem Radio-Podcast, auf der Film-Plattform Vimeo, in den sozialen Netzwerken und auf der Onlineseite berichteten sie parallel über den Verlauf ihrer ungewöhnlichen Recherche, bei der sie nicht lange allein blieben. Denn über What'sApp beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen an der Suche.

In der Dokumentation "#Kunstjagd" werden nun Recherche und Ergebniss des Projekts im Bayerischen Fernsehen präsentiert.


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