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TV-Ungarn Eine Zeitreise durch die Bugac Puszta

Zwischen Donau und Theiß erstreckt sich über 110 Quadratkilometer Bugac-Puszta, seit Jahrhunderten einer der größten Weideplätze Ungarns. Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen die Touristen die Ursprünglichkeit dieses Gebiets zu schätzen, in dem die romantischen Vorstellungen von der Puszta noch Wirklichkeit sind.

Von: Zsuzsa Sȧri

Stand: 18.10.2015 | Archiv

Leute steigen von einem Pferdewagen herunter | Bild: BR

"Eine alte Frau, die in der Nähe der Galga wohnt, erzählte mir einmal: 'Wenn wir die Traditionen pflegen, wird unsere Umgebung belebt. Vergessen wir sie, leben wir in einem grauen Alltag.'"

Mihály Varga, Hirte in Bugac

Mihály Varga

Neben den atemraubenden Pferdevorführungen zeigen auch andere Attraktionen das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Tier. Es ist kein Zufall, dass die Traditionen der Tierhaltung, des Musizierens und der Trachten am längsten bei den Hirten erhalten blieben.

"Dudelsack und Tarogato, das ungarische Holzblasinstrument, kann man schon von weitem hören."

Mihály Varga, Hirte aus Bugac

Vor wenigen Jahren weckte Bugac durch die archäologischen Funde erneut Interesse. Es wurde vermutet, hier wäre eine mittelalterliche Siedlung gewesen und man fand tatsächlich beim Tiefpflügen die Reste einer Kirche. Unter den mehreren hundert ausgegrabenen Kunstgegenständen ist der wertvollste der Deckel eines Schreins, der mit der Asche des Heiligen Petrus in Verbindung gebracht wird.

"Wir können belegen, dass hier am Ende des 12. Jahrhunderts das größte Handels-, Religions- und Kulturzentrum, zwischen der Donau und der Theiß war. Höchstwahrscheinlich standen hier ein Benediktinerkloster und ein dreischiffiger Dom."

László Szabó, Bürgermeister in Bugac

László Szabó

Der Bürgermeister sieht die wirtschaftliche Zukunft von Bugac im Tourismus. Ausgrabungen können auch als touristische Attraktion genutzt werden.

"Wir planen, das Kloster und den Dom nach französischem Vorbild mit alter Technologie neu aufzubauen und dabei die Touristen einzubinden. Man wird Dachziegel klopfen können oder sogar Steine bearbeiten. Es wird alles besucherfreundlicher und gleichzeitig lernen die Besucher altes Handwerk kennen."

László Szabó, Bürgermeister in Bugac

Oberstes Ziel ist es, zu zeigen, wie damals der Alltag im Kloster war. Dadurch können sowohl Erwachsene als auch Kinder eine spannende Zeitreise erleben.


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