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DokThema Kranke(n)Häuser - Sparen wir uns zu Tode?

Krankenhaus Schließungen  | Bild: BR

Mittwoch, 24.05.2017
22:00 bis 22:45 Uhr

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Deutschland 2017

Dieter Heller aus Bad Säckingen in Baden Württemberg hat eine schlimme Erfahrung gemacht: Als er sich im letzten Jahr nach einem Sturz ein schweres Hämatom am Gesäß zugezogen hatte, konnte ihm erst einmal keines der beiden Krankenhäuser in seinem Landkreis helfen. Eigentlich hätte er sofort operiert werden müssen, aber die OP-Säle in seiner Heimatstadt waren auf unbestimmte Zeit geschlossen. Man schickte ihn eine halbe Auto-Stunde weiter ins Spital nach Waldshut. Doch dort konnte man ihn zunächst auch nicht behandeln – wegen Überlastung! Es gab kein einziges freies Bett. Die Krankenhauslandschaft in Deutschland ist im Umbruch. Immer mehr Kliniken auf dem Land schließen Abteilungen oder das ganze Haus, weil sie defizitär sind.

Betroffen sind vor allem Kinder- und Jugendpsychatrie, Gynäkologie und da an erster Stelle Entbindungsstationen. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung ist die Einführung eines neuen Vergütungssystems im Jahr 2004, das sogenannten DRG Systems. Es führt dazu, dass bestimmte Krankheiten mehr Geld bringen als andere. Und so ist ein erbitterter Wettbewerb um den lukrativsten Patienten entstanden.

Besonders die privaten Betreiber stehen in der Kritik, Rosinen zu picken und alles, was sich nicht rechnet, abzustoßen. Hinzukommen Investitionsstau und steigende Lohnkosten, die durch die Krankenhausfinanzierung nicht mehr gedeckt sind. Das macht es besonders den kleinen Häusern auf dem Land schwer, weil sie zum einen weniger Patienten haben und zum anderen gar nicht so viel einsparen und gegenfinanzieren können. Leidtragende sind oftmals die Pfleger, die über zunehmenden Zeitmangel und zu viel Überstunden klagen.

DokThema zeigt Strategien der kleinen Kliniken, wie sie versuchen, trotzdem zu überleben und hinterfragt die Politik. Warum entzieht sie sich immer mehr der Verantwortung und überlässt es dem Wettbewerb, das Problem zu lösen? Ist das Kliniksterben am Ende politisch gewollt?
Zu Wort kommen der Notfallarzt und Kritiker des Gesundheitssystems Paul Brandenburg, die Pflegerin Jana Langer, die für bessere Arbeitsbedingungen kämpft, der gesundheitspolitische Sprecher der Linken Harald Weinberg und die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml.

Autor: Sabine Lindlbauer
Redaktion: Johanna Walter

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DokThema beschäftigt sich mit relevanten politischen Entscheidungen aus Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Kultur oder Familie.

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