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Langzeitdokumentation über eine Waldorfschulklasse (Teil 1) Guten Morgen, liebe Kinder

Schreiben, lesen, rechnen. Ein Haus bauen, einen Acker pflügen. Theaterspielen, einen Sonnenaufgang malen. Was braucht ein Mensch, um zu lernen? Der erste Teil der achtjährigen Langzeit-Dokumentation von Maria Knilli zeigt, wie Schule heute sein kann.

Stand: 13.04.2017

Klasse 3 in der Waldorfschule. | Bild: BR/Maria Knili

Acht Jahre werden die Kinder mit ihrer Klassenlehrerin Frau Umbach verbringen, acht Jahre einen gemeinsamen Entwicklungsweg zurücklegen und vieles lernen und erfahren. Neben die enge Beziehung zu Mutter und Vater tritt mit der feierlichen Einschulung die Beziehung zur Lehrerin.

Filminfo

Originaltitel: Guten Morgen, liebe Kinder (D, 2010)
Regie: Maria Knilli
Länge: 90 Minuten

Frau Umbach begrüßt jedes Kind an der Tür zum Klassenzimmer. Helena und Jonathan sind morgens gerne früh da. Der Unterricht beginnt mit Zungenbrechern und Fingerspielen. Im Formenzeichnen wird erste Tuchfühlung aufgenommen: Paul und Juliana mit der Lehrerin, Julian mit seiner Banknachbarin Alva.

Klasse 2 in der Waldorfschule.

Die Kinder in der ersten Klasse leben noch ganz in einer Welt aus Bildern und Geschichten, so werden ihnen auch die Buchstaben in Erzählungen und Bildern nahe gebracht. Rufus und Leonie staunen. René und Samira gehen rückwärts und klatschen die Dreier-Reihe. Sie lernen schreiben, rechnen, stricken, turnen, Französisch, Englisch, Musik, Eurythmie. Aus nächster Nähe erleben wir mit, wie die Klasse jeden Morgen wissbegierig und voller Tatendrang ans Werk geht.

Neue Herausforderungen sind dabei willkommen! In der zweiten Klasse ist der Umgang miteinander und auch mit der Klassenlehrerin schon vertrauter geworden. Es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen, sonst steht man in einer Gewitterwolke an der Tafel und kassiert eine Extraarbeit. Die Ziele sind hoch gesteckt, jeder ist aufgerufen, immer sein Bestes zu geben.

Klasse 1 in der Waldorfschule.

Im Übergang zur dritten Klasse erleben viele der Kinder eine tiefe Verunsicherung: Hatten sie bislang ein Gefühl für sich, entwickeln sie jetzt ein Bewusstsein für die Gemeinschaft. Frau Umbach hat eine Antwort: eine Klassenfahrt in die Berge. Abends sitzen alle zusammen am Lagerfeuer. Zurück in der Schule dann: Die Klasse pflügt ihr Feld und sät Weizen aus; beim Besuch in der Schmiede-Werkstatt hat Cornel viele Fragen; Laurin und Anatol sind geschickt im Formenzeichnen; Sofia erzählt die alttestamentarische Schöpfungsgeschichte nach; Fabian und Valentina malen Adam mit Aquarellfarben; Leonie und Emma üben die schriftliche Multiplikation.

Schließlich baut die Klasse auf dem Schulhof eine lange Steinmauer und singt "Möge die Mauer für alle, die drauf sitzen, stets ein Platz der guten Freundschaft sein. Und bis wir sie fertig haben, arbeiten wir fleißig Hand in Hand."

Maria Knilli beim Dreh in der Waldorfschule.

"Guten Morgen, liebe Kinder" ist der erste Teil eines dreiteiligen Dokumentarfilms, der zeigt, wie das Leben in einer Schulklasse aussehen kann. Gedreht in Landsberg am Lech, begleitet die Langzeitdokumentation Schulkinder einer Waldorfschule von der ersten bis zur achten Klasse.

Die Filmemacherin Maria Knilli interessieren dabei vor allem die Fragen: Was braucht ein Mensch, um zu lernen? Wie "blühen" Kinder auf, wie gibt man ihnen den richtigen Raum zum Wachsen? "Guten Morgen, liebe Kinder" - der etwas andere Film zur Bildungsdebatte.

Während "Guten Morgen, liebe Kinder" die ersten drei Schuljahre zeigt, widmet sich „Eine Brücke in die Welt“ den Klassen vier bis sechs und „Auf meinem Weg“ den Klassen sieben und acht. Die dreiteilige Langzeitdokumentation für BR Fernsehen über eine Waldorf-Schulklasse entstand von September 2007 bis Juli 2015 in der Waldorfschule im oberbayerischen Landsberg am Lech.


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