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Das neue Waltenberger Haus in den Allgäuer Alpen Moderne Architektur unter Mädelegabel und Trettach

Am Fronleichnamstag war es soweit: Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde in den Allgäuer Alpen das neue Waltenberger Haus eröffnet. Es liegt wie ein Adlerhorst auf 2084 Metern Höhe unter Mädelegabel und Trettach. Wo früher sich früher ein 130 Jahre altes Steinhaus befand, steht jetzt ein moderner, leicht abgerundeter Holzbau mit Flachdach.

Von: Viktoria Wagensommer

Stand: 15.06.2017

Waltenberger Haus | Bild: BR/Viktoria Wagensommer

Über 2500 Mal war der Hubschrauber im Einsatz

Rund 3,4 Millionen Euro hat der Neubau des Waltenberger Hauses gekostet, über 2500 Mal war der Hubschrauber für die Materialtransporte im Einsatz, denn die Hütte hat keine Materialseilbahn.

Von unten im Tal ist nur ein hellbrauner Fleck am Berg zu sehen, doch nach rund drei Stunden steilem Aufstieg liegt dann das neue Waltenberger Haus vor einem. Die Holzfassade ist zum Berg hin kleiner als zur Talseite und formt sozusagen einen Bogen, sagt Architekt Peter Fischer.

Der Gastraum besitzt große Panoramafenster. Obwohl die Hütte etwa doppelt so viel Quadratmeter hat wie die vorherige, ist die Zahl der Übernachtungsplätze mit rund 70 in etwa gleich geblieben. Mehr Platz bedeutet auch mehr Privatsphäre in den Vierer-Zimmern sowie in den Achter- und Zwölfer-Matratzenlagern. Auch die Waschräume sind viel geräumiger geworden, freut sich Hüttenwirt Markus Karlinger.

Panoramafenster bieten beste Aussichten

Beim Abriss des alten Hauses ist ein Schwamm im Boden und Schwarzschimmel in den Ecken heraus gekommen. All das zu sanieren wäre sehr aufwändig gewesen, dazu kommen die strengen Brandschutzauflagen. Somit hatte auch Markus Karlinger den umstrittenen Abriss befürwortet, auch wenn ihm dann die Tränen kamen, als es an den Abriss ging und die Bagger anrückten. Auf den Abriss folgte dann ein Sommer ohne Hütte für den Hüttenwirt.

Inzwischen sind auch die letzten Terrassenteile mit dem Hubschrauber nach oben geflogen und verbaut worden. Auch der Kostenrahmen von 3,4 Millionen Euro wurde eingehalten, ebenso der Zeitplan, was laut Architekt Peter Fischer dem Engagement der Bauarbeitern zu verdanken ist. Trotz der speziellen Herausforderungen auf einer alpinen Großbaustelle herrschte immer eine gute Stimmung auf der Baustelle, lobt auch der Hüttenwirt.

Der Gastraum und die komplette Innen-Ausstattung ist aus Holz.

Die Innen-Ausstattung ist komplett aus Holz und duftet auch danach – quasi eine hochgelegene Wohlfühloase. Ob der Neubau und mehr Komfort wirklich nötig waren – darüber gehen die Meinungen der Gäste auseinander. Doch zumindest mit der Optik sind alle zufrieden.

Waltenberger Haus


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