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Auf den Kamm der Schwarzen Berge in der Rhön Hier lässt es sich bei jedem Wetter gut wandern

Eine „All-Wetter-Wanderung“ führt von Waldfenster über die Platzer Kuppe hinauf auf den Kamm der Schwarzen Berge. Waldfenster liegt jeweils 15 Kilometer von Bad Kissingen und Bad Brückenau entfernt.

Von: Norbert Steiche

Stand: 24.02.2017

Rhön: Würzburger Haus | Bild: BR/Norbert Steiche

Zugegeben - so richtig traumhaftes Winterwetter zum Wandern hat sich noch immer nicht eingestellt. Ob man dennoch seine Wanderstiefel schnürt, ist eine Frage der Perspektive.

Auch bei Schmuddelwetter oder gar bei Nebel hat Wandern durchaus seinen Reiz, auch in der Rhön. Eine, wenn man so will, „All-Wetter-Wanderung“ führt von Waldfenster über die Platzer Kuppe hinauf auf den Kamm der Schwarzen Berge. Waldfenster liegt jeweils 15 Kilometer von den Kurstädten Bad Kissingen und Bad Brückenau entfernt und ist ein idealer Ausgangspunkt für Touren in die Südliche Hochrhön. Das Naturschutzgebiet Schwarze Berge besteht seit 1993 und ist Bayerns zweitgrößtes Naturschutzgebiet außerhalb der Alpen.

Die Schwarzen Berge werden von zwei Bergrücken mit vielen einzelnen Kuppen gebildet. Geologisch dominieren Rottone und Rotmergel sowie Unterer Muschelkalk. Die Gipfel bestehen überwiegend aus Basalt. Unter unseren Sohlen knirscht eine Mischung aus Kies und Schneematsch. Der Weg von Waldfenster führt zunächst an Feldern vorbei, dann durch Wälder und Wiesen hinauf auf die 737 Meter hohe Platzer Kuppe. Rechts und links des gut markierten Weges gurgeln kleine Bäche. Andere Wanderer sind nur selten anzutreffen. Oben auf der Platzer Kuppe angekommen, blickt man hinab auf das Dorf Waldfenster und versteht, warum der Ort diesen ungewöhnlichen Namen hat: Er liegt auf einer Lichtung und ist fast komplett von Wald umschlossen. Auf der Landkarte sieht die Lichtung aus wie ein Fensterrahmen.

Weiter geht es zum Farnsberg und zum Würzburger Haus. Wirt Robert Voll bietet hier gerne Wildgerichte an, vor allem Reh und Wildschwein. Das Revier des passionierten Jägers beginnt 500 Meter von der Wanderhütte entfernt, auch der Luchst streift hier durch. Das Würzburger Haus ist ganzjährig ab 10 Uhr geöffnet, nur Mittwoch ist Ruhetag.

Am Würzburger Haus führt auch die Drei-Hütten-Tour vorbei. Sie ist insgesamt 17 Kilometer lang und geht am Berghaus Rhön vorbei bis hinauf zur Kissinger Hütte auf dem Feuerberg. Der Wind pfeift durch die kahlen Äste der Buchen und über die Wipfel der Fichten. Nebel gibt es oft in der Rhön. Dann verliert sich der Blick in die wie in Watte gepackte Landschaft, und die Fantasie lässt aus Wurzeln oder Bäumen Gestalten entstehen. Wenn der Nebel gefriert, dann nehmen Äste und Baumstämme bizarre Forme an. Vom Feuerberg reicht der Blick bis zum Kreuzberg, der manchmal aus dem Nebelmeer herauswächst. Zurück nach Waldfenster geht es dann über den Kamm der Schwarzen Berge.

Rhön - Würzburger Haus


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