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Exotisches Wandern auf den Seychellen Meereskokosnüsse, schwarze Papageien und Zimtbäume

Eine echte Traum-Destination: die Seychellen. Sie bieten weit mehr als nur Sandstrand und Palmen und sind auch als Wanderparadies eine Reise wert.

Von: Bernd-Uwe Gutknecht

Stand: 27.01.2017

Unterwegs auf den Seychellen | Bild: Torsten Dickmann

Schritt für Schritt geht es schön vorsichtig durch den Dschungel, über Wurzeln, unter Lianen, zwischen Farnen hindurch.

Dichter Dschungel bedeckt die größte Insel Mahé

Plötzlich huscht etwas über den Boden und verschwindet in einem Loch – eine schwarze Wolfschlange, sagt Wanderguide Simon. Giftig ist sie nicht, denn es gibt gar keine giftigen oder gefährlichen Tiere auf den Seychellen. Immer wieder entdeckt Simon mit seinen Adleraugen Spannendes im Wald: Zimtbäume oder wildes Zitronengras und winzige Tiere wie zum Beispiel den Sooglossus-Frosch, der die gleiche Farbe wie die Blätter hier hat und nur so groß ist wie der Fingernagel des kleinen Fingers – die kleinste Froschart auf dem Seychellen.

Hindutempel in der Hauptstadt Victoria

Die Seychellen-Hauptinsel Mahé ist wirklich ein Geheimtipp für Wanderer. Fast alle Urlauber genießen die Traumstrände, die gut markierten Wanderwege hat man in der Regel für sich alleine, auch die Gipfel. Der Gipfel des Copolia-Berges ist knapp 500 Meter hoch und bietet einen wunderschönen Blick über die Hauptstadt Victoria, auf die Ostküste von Mahé und hinüber zu den Nachbarinseln wie St. Anne oder Ile Aux Cerfs. Oben auf den Höhen ist es gerne windig, und 500 Meter klingen nicht gerade hoch, sind aber von Meereshöhe aus bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit schon eine Herausforderung.

Was wir aus dem Gartencenter kennen, wächst hier wild

Das Granit-Plateau des Copolia ist überzogen von orangefarbenen Blütenkelchen und die haben es in sich, denn es handelt sich um die Peacher-Pflanze, eine fleischfressende Kannenpflanze. In den Kannen befindet sich eine klebrige Flüssigkeit, die stark riecht und Insekten anzieht. Fliegen die Insekten hinein, bleiben sie in der Flüssigkeit stecken und sterben sehr schnell. Die Kannenpflanze ernährt sich von den Insekten.

Nette und kompetente Wanderguides wie Simon bieten auf Mahé Tagestouren für etwa 30 Euro an. Auf den beliebten Nachbarinseln wie Praslin findet sich der Wanderer dagegen auch alleine gut zurecht, sagt die deutsche Auswanderin Helga Ellerkamp. Auf La Digue und auf Praslin muss man etwas aufpassen, denn die Natur explodiert hier regelrecht und Wanderwege wuchern schnell zu. Da kann es dann schon mal passieren, dass man sich verläuft, doch die Einheimischen helfen einem schnell wieder auf den richtigen Weg.

Helga war einige Jahre Chefhostess auf der MS Deutschland, dem echten „Traumschiff“. Jetzt wohnt sie zeitweise auf der beschaulichen Insel Praslin, wo es nur eine Handvoll Autos gibt. Auch Ausflüge auf die winzigen Eilande der Seychellen lohnen sich, z.B. nach Curieuse zu den Riesenschildkröten, nach Coco Island, wo sich oft Wasserschildkröten tummeln oder nach La Digue mit den wohl schönsten Granitfelsen an weißen Palmenstränden der gesamten Seychellen, Kulisse unzähliger Werbefilme.

Vanille, Kokosöl, Zimt und Co. machen La Digue zu einer duftenden Insel

La Digue ist auch bekannt für frisch gepresstes Kokosnussöl. Mit einem großen Messer werden die Kokosnüsse geöffnet. Die halbierten Nüsse kommen in eine kleine Fabrik, wo sie getrocknet werden. Das getrocknete Kopra kommt dann in eine Holzmühle, wo es zu Öl gepresst wird. Kokosnussöl eignet sich sehr gut zum Kochen, aber auch für Haut und Haare oder bei Muskelkater.

Auch frisch gemahlener Zimt, duftende Vanille von der Plantage nebenan und getrocknetes Zitronengras für einen erfrischenden Tee sind überall im Angebot. Ein Genuss für Nase, Augen, Ohren und Mund ist auch der Markt in der Hauptstadt Victoria. Wanderer können sich hier für ihre Tour eine tropische Obstauswahl oder eine exotische Fischsemmel einpacken lassen. Die Abende verbringen die Seychellois übrigens gerne am Strand, und auf den Nachtmärkten wird bei Musik und Tanz gegrillt und gechillt.

Die Seychellen


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