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Der Burgensteig im Tal der Schwarzen Laber Unterwegs mit Ritter Wonnebold im Regensburger Land

Der Landkreis Regensburg war einst das bayerische Burgenland. Mehr als achtzig Burganlagen, Burgruinen und Burgställe prägen die poetische, tälerreiche Landschaft im Oberpfälzer Jura. Die zwölf Wander-Kilometer bergauf-bergab zwischen dem Markt Laaber und Eichhofen bei Nittendorf gelten als die burgendichtesten im Tal der Schwarzen Laber.

Von: Christoph Thoma

Stand: 01.12.2017

Unterwegs mit Ritter Wonnebold  | Bild: BR; Christoph Thoma

Treffpunkt Löwenbrunnen westlich von Regensburg im Ostausläufer des Fränkischen Jura: Der mittelalterliche Markt Laaber – mit zwei a geschrieben - mit Bahnhof und Burg ist der ideale Startplatz für eine Kulturwanderung.

Steile Jurafelsen - liebliche Landschaff

Der Schwarzen Laber – nur mit einem a – folgt man flussabwärts in Richtung Regensburg.

Die Burg mit ihren meterdicken Mauern ist zur Zeit der Staufer Kaiser um 1200 aus breiten Buckelquadern errichtet worden und hat schon zur Zeit der Karolinger die historische Straße bewacht, erzählt Werner Reichel, der als Laaberer Lausbub schon zwischen den drei seitlich versetzten Burgtoren Verstecken gespielt hat.

Typische Oberpfälzer Felsenkeller

Enge Gassen, typische Felsenkeller, schmale Wege, zunächst noch Kopfsteinpflaster – später dann knirscht unter den Wanderstiefeln der Kies bis zu einem Wiesenpfad. Kein Meter ist langweilig zwischen den Burgen, die naturnahe Wegführung auf dem Burgensteig ist absolut familienfreundlich. Von weitem gut sichtbar oder auch verborgen in Wäldern lässt sich vielerorts Historisches entdecken. Romantisch stolz oder auch bescheiden versteckt präsentieren sich alte Gemäuer - Orte der Geschichte und der Geschichten, sagenhafte Plätze.

Die liebenswerte Wegweiserfigur Ritter Wonnebold

Ritter Wonnebold ist ein Strichmännchen. Mal streckt er den rechten Arm aus, mal den linken und zeigt so die Richtung an. Ist ein Biergarten in Sicht, wird Wonnebold zum Trunkenbold. Die Route führt immer der Karolinger Königsstraße entlang durch das Labertal, deren Kontrolle im 9. und 10. Jahrhundert wohl auch Burg Martinsberg gedient hat, die nach einer halben Stunde Fußmarsch durch Gemüsegärten und Tauwiesen erreicht wird. Vermutlich war die Festung auf dem Martinsberg, von der heute nur noch ein aufwändiges Zisternensystem übrig ist, die Stammburg der einst mächtigen Herren von Laaber.

Wanderer auf dem Burgensteig

Malerische Hohlwege, Pferde auf der Koppel, ein zeternder Eichelhäher begleiten den Weg am Bahndamm entlang. Die Linie Regensburg-Nürnberg ist wichtig für den Burgensteig. In ganz kurzen Abständen hält der Zug in Edertshausen, Undorf, Deuerling oder Mausheim. Man hat also im Abstand von fünf Kilometern einen Bahnhof, so dass man die Wanderung jederzeit unterbrechen oder abbrechen kann, um bequem zum Ausgangpunkt Laaber zurückzukommen.

Die Lochburg - ein unergründetes Rätsel

Unten bildet die Schwarze Laber eine enge Schleife, oben hatten im 13. Jahrhundert die bayerischen Herzöge ihren Ausguck. Heute verwehren Brennesseln und Dornengestrüpp den Zugang. Die Durchelenburg, inzwischen fast ein Dornröschenschloss, wurde um das Jahr 1060 errichtet und gehörte bis weit ins 12. Jahrhundert den Ministerialen des Hochstifts Regensburg. An der Hangkante entlang steigt man steil in Richtung Mönchsmühle hinab, wo man einen Blick in die mit Holzschindeln gedeckte Kapelle neben dem Sägewerk werfen sollte.

Ankunft in Eichhofen - mit Schloss und Brauerei

Burg Stein thront hoch über der Ortschaft Deuerling, nach drei Seiten hin durch unüberwindliche Steilabhänge gesichert. Ein schmaler Steg führt über die sacht und still dahingleitende Laber mit ihren dunklen Wassern. Man passiert den Burgstall Weihenstephen. Ein aufwändig in den Felsen eingetiefter Graben markiert den Zugang. Nach gut drei Stunden ist Eichhofen. Die Burgruine Loch ist versperrt, im Jurafels versteckt und eine der überaus seltenen Höhlenburgen. Öffentlich zugänglich ist der Brauereigasthof Eichhofen. Michael Schönharting braut in der dritten Generation Helles, Pils, Märzen und einen dunklen Doppelbock. In der Küche duftet es nach Blaukraut. Küchenchef Felix Wagner werkelt in seinem Reich. Ein Jäger hat frisches Wildschwein gebracht. Oder soll’s ein kräftiges Biergulasch sein?

Ein Prost auf den Burgensteig im Labertal

Alle Burgensteige sind leichter zu finden, wenn man die schön gestalteten, informativen Wanderkarten hat, die es kostenlos im Landratsamt Regensburg zu bestellen gibt. Eine davon lädt in den Regensburger Jura ein, die andere in das Regental und in den Vorwald. Die Wanderung auf dem Burgensteig im Landkreis Regensburg ist wegen der Laubfärbung auch im Spätherbst ein Erlebnis für die ganze Familie. Weitere Informationen gibt es unter www.burgensteige.de

Deuerling & Eichhofen


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