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Erstes Bayerisches Outdoor Film Festival Alpine Abenteuerfilme zwischen Kaschmir und Karwendel

Das Draußensein in der Natur boomt. Ein Abenteuer zu erleben, ist „in“ – je ausgefallener desto besser. Das gilt nicht nur für diejenigen, die selber in wilde Gebirgsregionen aufbrechen, sondern auch für diejenigen, die bequem im Kinosessel sitzen und das Geschehen auf der Leinwand betrachten wollen.

Von: Ernst Vogt

Stand: 18.03.2017

Alpine Abenteuerfilme zwischen Kaschmir und Karwendel  | Bild: Bayerische Outdoor Film Festival 2017

Bayern und die ganze Welt

Zwischen Kashmir und Karwendel – so lautet der Untertitel des Festivals. Der Ursprungsgedanke der Festival-Macher Tom Dauer und Andreas Prielmaier war, dass man Bergabenteuer vor der Haustür in Bayern erleben kann, aber dass es auch für viele ein Startschuss ist, aufzubrechen und die Berge weltweit anzuschauen. Bayerisch und weltoffen zugleich – so lautet das Motto. Jeder Film, der gezeigt wird, hat einen bayerischen Bezug: Entweder kommen die Darsteller oder die Filmemacher aus Bayern.

Von den Alpen in die Anden

Eine Gruppe der weltbesten Kajakfahrer erkundet den Saryjaz River in Kirgisien.

Auch für Organisator Tom Dauer trifft die Mischung des Festivals zu. Er wuchs in Mexiko City und München auf und lebt auf einem Einödhof im bayerischen Oberland. Zu Buche stehen für ihn Erstbesteigungen im Himalaya und in den patagonischen Anden ebenso wie Erstbegehungen in den Alpen. Bekannt geworden ist Tom Dauer durch Bücher und Dokumentarfilme. So war er u.a. für den preisgekrönten Kinofilm „Streif – One Hell of a Ride“ als Autor und Co-Regisseur tätig.

Große Rettungsaktion im Karwendel

Nach einem 800-Meter-Absturz versucht die Münchner Skitouren-Wettkämpferin Gela Allmann, ihr altes Leben wieder zu finden.

Das Bayerische Outdoor Film Festival verzichtet darauf, reine Action-Filme zu zeigen. Voraussetzung für die Aufnahme ins Programm ist, dass der Film eine Geschichte erzählt. Ein Drama beim Klettern thematisiert „In letzter Sekunde“: Zwei Kletterer geraten 1979 in der Laliderer-Nordwand im Karwendelgebirge in einen Wettersturz. Es beginnt eine der aufwändigsten Rettungsaktionen der alpinen Geschichte. Durch Gespräche und Erzählungen wird dies im Film spannend nacherzählt.

Wieder zurück auf Skitour

Das thematische Spektrum reicht vom Ski- und Kletterfilm bis hin zum Kajak- und Radl-Film. Eine Geschichte – so Tom Dauer – wird dem Publikum besonders unter die Haut gehen: Die Münchnerin Gela Allmann stürzt während eines Mode-Shootings in Island 800 Meter in die Tiefe. Der Kampf um ihr altes Leben eröffnet der 33-Jährigen neue Horizonte. „One step“ zeigt, wie sich Gela Allmann sogar ihr Hobby, das Skitourengehen, wieder zurückholt.

Aufregung und Angst

Bike-Profi Fabio Wibmer tauscht seine Downhill-Maschine gegen ein altes Damenrad.

„Reine Actionfilme sprechen immer weniger Zuschauer an, zu groß ist mittlerweile die Schwemme an effekthaschenden Movies auf Videoportalen und in den sozialen Netzwerken“, sagt Andreas Prielmaier, Filmemacher und Freerider. Ihm und Tom Dauer kommt es auf das „Menschelnde“ an. „Es ist das Ziel eines Filmemachers, Emotion, Aufregung und Angst, aber auch überschäumende Freude auf den Film zu bannen“, erklärt der Autor und Alpinist.

Das Bayerische Outdoor Film Festival macht Station in acht bayerischen Städten. Es beginnt am 21. März in Nürnberg und endet am 2. April 2017 in Bad Tölz und Hausham. Mehr Informationen unter www.boff-film.de


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