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Besonderes Gedenken an Verstorbene Christbaumversenken am Wörthersee

Wer steigt freiwillig bei vier Grad Wassertemperatur in einen See? Die Taucher vom "Ersten Kärntner Unterwassersportclub" in Klagenfurt machen das jedes Jahr zur Weihnachtszeit und nehmen dabei auch noch einen kleinen geschmückten Christbaum mit ins Wasser.

Von: Annette Eckl

Stand: 23.12.2017

Besonderes Gedenken an Verstorbene  | Bild: BR; Annette Eckl

Dieses traditionelle Christbaumversenken gibt es dort in der Ostbucht schon seit über 40 Jahren, immer am letzten Sonntag vor Weihnachten.

Die Taucher vom "Ersten Kärntner Unterwassersportclub" noch im Trockenen

Damit wird vor allem an alle gedacht, die im Wörthersee ertrunkenen sind. Jonny Ratgeb vom Unterwassersportclub erzählt, dass diese Tradition in Leben gerufen wurde, als einer aus ihrem Club im Wörthersee sein Leben verlor. Da hatten sie die Idee, die Erinnerung an ihn mit der Weihnachtszeit zu verbinden, um sich zu besinnen, was im Leben wichtig ist. Und es geht auch darum, einmal an die zu denken, die in Not geratenen helfen, an die Wasserrettung, die Feuerwehr, an alle, die Erste Hilfe leisten.

Stimmungsvoll funkeln die Lichter im Wasser, dann wird der Christbaum im See versenkt

Es ist ein Lichtermeer, wenn die neun Taucher mit leuchtenden Fackeln ins Wasser steigen. Den gesegneten Christbaum ziehen sie mit sich ein Stück weit hinaus in den dunklen still daliegenden See und versenken ihn. Vom Ufer aus können alle sehen, wie sich die Fackeln der Taucher im eisigen Wasser spiegeln. Claudia aus Klagenfurt ist gerührt: „Ich bewundere alle für den Mut, in dieser Eiseskälte ins Wasser zu gehen. Und es ist ein besonderer Moment der absoluten Stille, wenn der See so ruhig ist und der Baum untergeht. Ich denke dabei an alle, die verstorben sind, im See und in den Bergen.“

Nach langen Minuten im Wasser kommen die Männer wieder an Land zurück. Am wärmsten ist es denen, die einen Trockenanzug anhaben. Sie spüren fast nichts von der Kälte. Alle anderen in ihren einfachen Neoprenanzügen müssen dann erst einmal bei einer warmen Dusche und heißem Glühmost auftauen. Am Ende bleibt das Gefühl, jetzt kann Weihnachten kommen. Und Pater Anton, der den Baum zuvor gesegnet hat, gibt noch ein paar Worte mit auf dem Weg zur sogenannten staden Zeit. Die ist eben nicht immer so stad ist, wie viele sich das wünschen: „Weihnachten zeichnet sich nicht allein durch Geschenke aus, sondern wir sollten alle wissen, dass wir ein geliebtes Wesen sind von der Schöpferliebe und Güte Gottes.“


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