3

Unterwegs im Brenner-Berg Eine Tour durch die Baustelle des Brenner-Basis-Tunnels

Der Brennerpass ist die wichtigste Nord-Süd-Verbindung in den Alpen. Unter dem Pass entsteht derzeit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt: der Brenner-Basis-Tunnel von Innsbruck nach Franzensfeste. 2009 war Baubeginn, 2026 soll der 55 Kilometer lange Tunnel fertig sein.

Von: Frauke Gerbig

Stand: 15.06.2017

Menschen im Zufahrtsstollen | Bild: BR/Frauke Gerbig

Rechnet man die Umfahrung von Innsbruck mit dazu, dann ist der Brenner-Basis-Tunnel mit 64 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt. Das Ziel des gigantischen EU- Infrastrukturprojekts ist es, den Güterverkehr von der Straße weg auf die Schiene zu bekommen und so die Transportzeiten stark zu verkürzen. Somit ist der Bau des Tunnels durch den Brenner-Berg auch ein riesiges Umweltschutzprojekt.

Sicherheitsausrüstung für Autorin Frauke Gerbig

Seit April 2017 kann man verschiedene Baustellen und Bauabschnitte sowie die Deponien für den Aushub besuchen. Der Tourismusverband Wipptal bietet unterschiedliche Führungen an, bei denen man das Ausmaß und die Anforderungen des Tunnelbaus kennen lernen kann. Statt den Berg hinauf, geht es in den Berg hinein. Besucher erhalten bei der Führung in das Tunnellabyrinth eine Sicherheitsausrüstung mit gefütterter Warnjacke, Helm, Gummistiefeln, Taschenlampe, GPS-Gerät und sogar einen Rucksack, in dem sich ein sogenannter Selbstretter befindet, der für 50 Minuten Sauerstoff bereithält.

Im Infocenter in Steinach werden die unterschiedlichen Aspekte des Tunnelbaus erklärt. Bei der Deponie in Padastertal, in dem etwa die Hälfte von 17 Millionen Kubikmetern Aushub gelagert wird, erlebt man die Neugestaltung eines ganzen Tals. Gearbeitet wird rund um die Uhr in drei Schichten. Doch die Anwohner im Wipptal und die Autofahrer auf der Brenner-Autobahn oder auf der alten Brennerstraße bekommen von den Bauarbeiten kaum etwas mit, ebenso wenig die Bergwanderer, die in den abgelegenen Seitentälern des Wipptals unterwegs sind.

Das Schaubild zeigt das Tunnelsystem

Der Brenner-Basis-Tunnel ist keine breite Röhre, die durch den Berg führt, sondern ein weit verzweigtes Tunnelsystem mit zwei Hauptröhren, mit einem Erkundungsstollen, mehreren Verbindungsstollen, Querschlägen, Nothaltestellen und vier Zufahrtstunneln. Die Hauptröhren sind 8,1 Meter breit und haben einen Abstand von 70 Metern. Die Längsneigung des Tunnels beträgt 6.7 % auf der Nordseite und 4 % auf der Südseite des Brenners. Die Scheitelhöhe liegt auf 790 Meter ü.d. M., also 580 Meter tiefer als der 1371 Meter hohe Brennerpass.

Info

Weitere Informationen zum Tunnelbau und zu den Führungen durch die Baustelle gibt es unter www.bbt-se.com und www.wipptal.at/de/wipptal-erleben/tunnelwelten .

Brenner-Basis-Tunnel


3