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Auf einen Klassiker Über den Widauersteig auf den Scheffauer

Der 2111 Meter hohe Scheffauer im Westen des Wilden Kaisers ist ein prächtiger Aussichtsgipfel und ein Klassiker für Bergsteiger. Grundsätzlich sind die Gipfelziele im Wilden Kaiser recht anspruchsvoll, der Scheffauer allerdings ist relativ einfach zu besteigen - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber dennoch vonnöten.

Von: Manfred Wöll

Stand: 07.07.2017

Über den Widauersteig auf den Scheffauer | Bild: BR; Manfred Wöll

Besonders schön ist eine Rundtour, die jedoch recht lang ist und auch noch einen Klettersteig miteinschließt.

Nach einer Dreiviertelstunde hat man den Wald hinter sich

Peter Bichler von der Stöfflhütte auf der Walleralm hat uns diese Tour mit acht Stunden Gehzeit ans Herz gelegt und eine Übernachtung auf der Kaindlhütte empfohlen. Erst aber kommt die Stöfflhütte, die nur eine knappe Stunde vom Hintersteiner See entfernt ist.

Beim Südabstieg vom Scheffauer kommt man an der Steiner Hochalm vorbei.

Käse und Bier werden hier selbstgemacht, ab und zu wird auch Whiskey gebrannt. Da fällt der Absprung schwer, doch es geht weiter aufs Hochegg und dann hinab zur Kaindlhütte. Die Privathütte liegt inmitten eines herrlichen Almgeländes mit einer schmucken Kapelle vor der Tür, hat eine bekannt gute Küche, knarzende Holzdielen und einen Wirt, Michael Gruber, der den Widauersteig auf den Scheffauer natürlich bestens kennt.

Los geht's!

Der Klettersteig führt durch die Nordwand des Scheffauer und orientiert sich an den Geländeformationen, erfordert keine enorme Bergerfahrung, aber eben Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

Oft braucht man das Drahtseil gar nicht

Viele gehen den Steig ohne Klettersteigset, andere fühlen sich „mit“ einfach besser, zumindest kann es allein schon für die mentale Sicherheit nicht schaden, gibt es doch einige steile und ausgesetzte Passagen im Fels.

Höchstens drei Stunden ist man unterwegs von der Kaindlhütte zum Scheffauer

Oben am Sattel ist der Ausstieg, von hier sind es nur noch zehn Minuten bis zum Gipfelkreuz des Scheffauer. Der Abstieg erfolgt dann über die Südseite, auch hier ist an einigen Drahtseilpassagen Vorsicht geboten.

Am Gipfel, mit Blick ins Inntal

Nach einer Querung im Geröll ist die Steiner-Hochalm erreicht. Auf der Alm schenkt Sennerin Maria Getränke aus und musiziert gern mit ihrem Mann Peter, das heißt, er spielt Harfe, beide singen und jodeln. Und das Ganze klingt nach Bergfrieden und glücklichem Almleben!

Die Kaindlhütte


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