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Auflösung! Das Bergrätsel im März

Wie immer am ersten Wochenende im Monat, gab es auch im März das neue Bergrätsel. Der Fasching ist vorbei, die Luftschlangen sind wieder eingerollt – aber vielleicht nicht alle ... Hier die Auflösung unseres März-Bergrätsels.

Von: Andrea Zinnecker

Stand: 18.03.2017

Illustration: Berge, Schriftzug - Bergrätsel | Bild: BR

Das Rätsel

Sie kriecht, sie rollt, sie wälzt sich – vom Pass hinab ins Tal, weil die Berghänge im steilen engen Tal von der Sonne am Morgen schnell erwärmt werden. So entsteht ein starker Sog, vor allem im Herbst, durch den Klimawandel nun aber auch im Winter. Ein neuer Störfaktor für alpine Großereignisse!

Sie ist das Pendant zur Brüscha. Auf der einen Pass-Seite geht es bergab, auf der anderen bergauf: die verkehrte Nachtseite der Natur. Schon für Friedrich Nietzsche ein Grund zur Klage im „Antichristen“: Kopfweh statt Ruhe und Erholung.

Giovanni Segantini hat sie nicht gemalt, Giovanni Giacometti auch nicht, aber sie spielt im Film eine Rolle - 1924 und 2014, mal neun Minuten lang und nur noch eine Nitrokopie, mal 124 Minuten lang. So hat sie Einzug gehalten in die Kunst - in die Kunst des schnellen Kommens und Gehens. Es ist die Kunst der Kondensation. Ein Naturschauspiel - nominiert für die Goldene Palme.

Du liebe Maria, schon die Römer hatten mit ihr zu kämpfen. Später die Hirten, die dem Pass den Namen gaben: „Erlenwäldchen“. Weil hier die alpine Erle zuhause ist – die „Marös“. Hier im Monte Carlo der Alpen, das Graf Camille de Renesse schaffen wollte, in der alpinen Gründerzeit, wovon noch heute der Torre Belvedere zeugt. Sie kriecht über alle hinweg, über die echten Aristokraten wie über die Neureichen. Sie stürzt wie ein Wasserfall über den Pass und vernebelt den Pelzträgern den Panoramablick, auf rund 1800 Metern Höhe. Nur der Piz Lagrev ragt heraus. Und Helena verschwindet in den Bergen ...

Auflösung:

Gesucht war die „Maloja-Schlange“, ein spezielles Wolken-Wind-Phänomen im Oberengadin.

Das nächste Bergrätsel gibt es am 1. April.


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